Stadtmuseum Langenfeld zeigt neue Sonderausstellung
Französischen Karikaturen

Das Stadtmuseum präsentiert 80 Arbeiten der beiden Künstler von Honoré Daumier und Grandville (eigentlich Jean Ignace Isidore Gérard) aus der Zeit zwischen 1830 und 1879 präsentiert. Das Foto zeigt das Werk "Te Deum" von Grandville. | Foto: Stadtmuseum
  • Das Stadtmuseum präsentiert 80 Arbeiten der beiden Künstler von Honoré Daumier und Grandville (eigentlich Jean Ignace Isidore Gérard) aus der Zeit zwischen 1830 und 1879 präsentiert. Das Foto zeigt das Werk "Te Deum" von Grandville.
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Ab dem 30. März bis zum 23. Juni widmet sich das Stadtmuseum Langenfeld mit Lithografien von Honoré Daumier und Grandville (eigentlich Jean Ignace Isidore Gérard) zwei bedeutenden Zeichnern und Meistern der politischen und gesellschaftskritischen Karikatur des 19. Jahrhunderts in Frankreich.

Aus der Zeit zwischen 1830 und 1879

Anlässlich des Langenfelder Jahresmottos „Bonjour la France“ werden rund 80 Arbeiten der beiden Künstler aus der Zeit zwischen 1830 und 1879 präsentiert, darunter auch eine Vielzahl von Arbeiten, die in den satirischen Blättern „La Caricature“ und „Le Charivari“ veröffentlicht wurden.

Zeit des Aufbruchs in Frankreich

Die beiden Wochenzeitschriften „La Caricature“ und „Le Charivari“ erschienen zwischen 1830-1843 in einer Zeit des Aufbruchs in Frankreich: Mit der Absetzung Karls X. im Juli 1830 keimte im Volk Hoffnung auf, der neue Regent Louis-Philippe I. gab sich zunächst bürgernah, die Abgeordneten erhielten mehr Macht, Presse- und Meinungsfreiheit wurden garantiert.

Bildzensur musste nicht gefürchtet werden

Da bis zum Jahr 1835 Bildzensur nicht gefürchtet werden musste, konnten Grandville und Daumier zahlreiche bissig-böse Karikaturen erschaffen, die gesellschaftliche Konventionen und Eigenheiten, politische Ereignisse und Persönlichkeiten aufs Korn nahmen.

königliche Birne

Um strafrechtlicher Verfolgung zu entgehen, entwickelten sie ein eigenes zeichnerisches Vokabular: So wurde König Louis-Philippe aufgrund seiner Kopfform als „roi poire“ (königliche Birne) dargestellt. Marschall Lobau, der 1831 Proteste mit Wasserwerfern niedergeschlagen hatte, wurde oftmals mit einem Klistier in den satirischen Blättern ausgestattet.

Humorvoller Chronist

Honoré Daumier (1808-1879) gilt als der wohl humorvollste Chronist des 19. Jahrhunderts und wurde von Zeitgenossen wie Charles Baudelaire, Edgar Degas und Heinrich Heine hochgeschätzt. Grandville (1803-1847) hingegen fand erst im 20. Jahrhundert die Anerkennung, die ihm zu Lebzeiten verwehrt wurde, unter anderem durch Surrealisten wie Max Ernst oder Salvador Dalí, die seine Bilderwelt aufgegriffen.  Die Leihgaben stammen von zwei Privatsammlern.

Offizielle Eröffnung

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, 29. März, 19 Uhr, statt.
Zur Ausstellung erscheint eine Handreichung mit Kommentaren zu den einzelnen Werken und historischem Kontext.

Autor:

Stefan Pollmanns aus Langenfeld (Rheinland)

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