Baustellenlust statt Baustellenfrust

Das Maskottchen der neuen City-Offensive: die Monheimer Gänseliesel mit Bauhelm und Schüppe. Sogar die Gänse tragen Kopfschutz.
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Theateraufführung, Poetry-Slam, Aktionskunst, Fitness-Parcours, Modenschau: Mit einem bunten Samstagsprogramm will die Stadt Monheim Einzelhändlern und Bürgern den weiteren Umbau der Krischerstraße „versüßen“.

Busbahnhof, Rathausvorplatz, Kreisverkehr: Im Lauf der letzten zwei Jahre hat man im Monheimer Rathaus jede Menge Erfahrung mit Innenstadtbaustellen gesammelt. Die Verwaltung weiß, welche Einschränkungen Bürger, Einzelhändler und Dienstleister hinnehmen müssen, wenn der Bagger auf der Krischerstraße unterwegs ist. Um die Geschäftsleute in der nach dem Stadtfest im Juni beginnenden nächsten Bauphase vom Kreisverkehr bis zur Lindenstraße positiv zu begleiten, hat das Stadtmarketing gemeinsam mit der Agentur Noah ein Konzept entwickelt, das mit vielen kleinen und großen Events Lust auf die Monheimer City machen soll.

„360 Grad Heimat“ heißt die Veranstaltungsreihe, die nach den Sommerferien beginnt und bis zu den Herbstferien dauern wird. Während dieser Zeit steht jeder Einkaufssamstag unter einem bestimmten Motto. „Monheimer machen Programm für Monheimer“, erläutert Estelle Dageroth vom Stadtmarketing. „Wir möchten alle Zielgruppen ansprechen und freuen uns über jeden, der sich aktiv einbringen will.“

Der erste Samstag im Rahmen der Cityoffensive, der 16. August, steht unter dem Motto „Kunst und Kultur“. Es gibt Theater an verschiedenen Stationen der Baustelle. Vorgesehen ist auch ein Poetry-Slam (Gedichts-Wettbewerb) und Baustellen-Aktionskunst via Facebook-Aufruf.

Überhaupt soll die Baustelle an jedem der Veranstaltungstage mit ins Programm eingebunden werden – beispielsweise mit einem Fitness-Parcours am 23. August, wenn sich am Aktionstag alles um Sport, Bewegung, Gesundheit und Ernährung dreht.

„360 Grad Dialog“ heißt es eine Woche später am 30. August. „Dieser Tag gibt Hilfsverbänden und Beratungsstellen in Monheim Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit vorzustellen“, erklärt Estelle Dageroth.

Die interkulturelle Identität von Monheim wird am 6. September im Mittelpunkt stehen. Das Programm dieses Tages soll vor allem von internationaler Vielfalt geprägt sein – unter anderem mit Kultur-Café und Trommelworkshop.
Im Zeichen der Mode steht der 13. September. „An diesem Samstag richten wir den Fokus auf Einzelhändler und Dienstleister“, so Estelle Dageroth, die auf regen Zuspruch hofft. Von der Frisur bis zur Schuhmode soll gezeigt werden, was Monheimer Geschäfte zu bieten haben.

Wie Monheim früher war, was die Gäselieselstadt heute ist und wohin der Weg in die Zukunft führen kann, möchte der vorletzte Aktionstag am 20. September aufzeigen.

Die Abschlussveranstaltung am 27. September will noch einmal das gesamte Stadtgefühl beleben, unter anderem mit einem filmischen Rückblick auf alle Aktionssamstage. Dafür ist während der gesamten Cityoffensive ein Kamerateam unterwegs, das die kleinen und großen Events festhält und die schönsten Szenen in einem Clip zusammenfasst.

Finanziert wird die Veranstaltungsreihe „360 Grad Heimat“ zum größten Teil aus einem Preisgeld, das die Stadt Monheim für eben dieses Konzept zur Innenstadtbelebung gewonnen hat. Die 35.000 Euro, die das Land NRW im Rahmen der Intitiative „Ab in die Mitte! Die Cityoffensive NRW“ ausgelobt hat, decken voraussichtlich 70 Prozent der Kosten. Den Rest teilen sich Wirtschaftsförderung und Sponsoren aus dem örtlichen Einzelhandel.

Dass Monheim Fördergelder in fünfstellige Höhe für ihren Wettbewerbsbeitrag „360 Grad Heimat“ aquirieren konnte, ist nicht zuletzt auch der Verdienst der Gocher Werbeagentur Noah, die auf Stadt- und Regionalmarketing spezialisiert ist. Für Monheimer ein Projekt zu realisieren, sei eine besondere Herausforderung gewesen, so Noah-Geschäftsführer Stephan Vogelskamp. „Die Stadt hat mit dem Berliner Viertel auf der einen und dem gesunden Mittelstand auf der anderen Seite eine interessante Grundstruktur.“ Das Handlungskonzept „360 Grad Heimat“ bringe viele Akteure in der Innenstadt zusammen und das habe die Jury überzeugt, Monheim zu einer von insgesamt zwölf Gewinner-Städten zu machen.

Baustellen-Fahrplan

Die Baustelle für die weitere Neugestaltung der Krischerstraße zwischen Kreisverkehr und Lindenstraße wird nach dem Stadtfest am 16. Juni eingerichtet. Gleichzeitg beginnt auch die Kanalsanierung.
Während des Weihnachsgeschäftes, von Ende November bis Januar, ruhen die Bauarbeiten.
Mit der kompletten Fertigstellung ist im Frühjahr nächsten Jahres zu rechnen.

Das Maskottchen der neuen City-Offensive: die Monheimer Gänseliesel mit Bauhelm und Schüppe. Sogar die Gänse tragen Kopfschutz.
Das Mitmachen hat sich gelohnt: Für sein Konzept „360 Grad Heimat“ ist Monheim beim Landeswettbewerb „Ab in die Mitte! Die Cityoffensive NRW!“ ausgzeichnet worden. In dessen Rahmen wurden zukunftsweisende Ideen und Projekte gesucht, mit denen kleinere Komunen ihre Innenstädte beleben und gleichzeitg den Bürgerdialog intensivieren können.

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