Sängerin, Musikerin, Erzählerin und Ehrenhauer in einer Person
Jessica Burri aus Recklinghausen - Die Frau für jede Tonart

Jessica Burri bei ihrem Konzert in der Stadtbibliothek Recklinghausen. Hier erzählte sie Bergbau- und Ruhrgebietssagen auf klangvolle Weise.
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  • Jessica Burri bei ihrem Konzert in der Stadtbibliothek Recklinghausen. Hier erzählte sie Bergbau- und Ruhrgebietssagen auf klangvolle Weise.
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  • hochgeladen von Kerstin Halstenbach

Als die Eisriesen wegen der immer stärker werdenden Sonne weinen - sterben - müssen, fließen ihre Tränen zusammen. So ist die Emscher entstanden. Jessica Burri kann solche Mythen und auch Märchen wunderbar erzählen.
Die Sopranistin ist für ihr "Ave Maria" von Schubert bekannt und hat erstaunliche Programme (und Instrumente) entwickelt, mit denen sie an Rhein und Ruhr auftritt. Eine gefragte Frau: Alleine im März hat die Künstlerin in Essen, Duisburg, Lüdinghausen und Wesel Konzerte. Sie lebt seit 1976 in Deutschland und seit 1991 in Recklinghausen. Das Vest sei ihre Heimat geworden, berichtet die ausgebildete Sopranistin. Ihre Verbundenheit mit Recklinghausen hat Jessica Burri oft mit Benefizkonzerten für soziale Einrichtungen gezeigt.

Ausbildete Konzert-Sopranistin

Die deutsche Sprache hat sich die gebürtige Amerikanerin auf einem so hohen Niveau angeeignet, das Germanistik-Dozenten beeindruckt. Ob Bergbau-Sagen, Ruhrgebiets-Mythen oder die Grimmschen Märchen in der Originalfassung, Jessica Burri berührt mit Geschichten, bringt das Publikum zum Lachen und Schmunzeln, überrascht Zuhörer und Zuhörerinnen mit Liedern und selbst erzeugten Klangwelten. Im Mittelpunkt ihrer Auftritte steht oft die Hammered Dulcimer, ein altes Instrument, das zur Familie der Zither gehört. Jessica Burri singt außerdem bei Hochzeiten und auf mittelalterlichen Festen, tritt in Industriemuseen wie im Schiffshebewerk auf, zeigt ihre Programme auf Schlössern und in Sternwarten. Wenn sie mit ihrem glasklaren Sopran Hymnen wie "Amazing Grace" oder "We shall overcome" interpretiert, ist Gänsehaut garantiert.

"Ein bisschen wie Detektivarbeit"

Wie wurde ihr Interesse an deutschen Märchen, Bergbausagen und das Ruhrgebiet geweckt? "Etwa um 2005 habe ich ein paar Leute von der Emschergenossenschaft kennengelernt und kam so auf die Idee, Emschersagen zu suchen. Der Bergbau und das Ruhrgebiet sind dann dazugekommen, vor allem als bekannt wurde, dass das Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt 2010 wurde." Das blieb nicht unbemerkt: Im Gelsenkirchener Nordsternpark wurde die Recklinghäuserin zum Ehrenhauer geschlagen. Aufwendige Recherche für ihre Programme scheut sie nicht: "Es ist ein bisschen wie Detektivarbeit, die mir Spaß macht. Außerdem hat man dann etwas, was niemand anderes hat."

USA? "Einfach nur peinlich."

Jessica Burri spricht mit einem ganz leichten, charmantem Akzent. Wenn sie heute Nachrichten aus ihrem Geburtsland USA liest, wie geht es ihr dabei? "Das ist einfach nur peinlich. Ich habe die Hoffnung für die USA aufgegeben."
Nicht immer steht Jessica Burri alleine auf der Bühne. Wer sie in Recklinghausen live erleben möchte, hat dazu am Freitag, 5. Juli, um 19.30 Uhr, Gelegenheit.
Der Erzählabend "Die vier Elemente" mit Christiane Raeder, Melanie Goebel, Sabine Schulz, Veronika Uhlich und Jessica Burri im Museum Strom und Leben an der Uferstraße 2-4 in Recklinghausen findet in dieser Besetzung zum zweiten Mal statt. Am Freitag, 13. Dezember, gibt es um 19.30 Uhr „Und die Sterne begannen zu brennen – weihnachtliche Erzählungen“ in der Sternwarte Recklinghausen, Stadtgarten 6, wieder ein Solo-Programm.

Kontakt und Infos im Netz: 
sopran-dulcimer.de

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