Küche, Kirche und Kinder - Frauen im Mittelalter

Diese Zeichnung aus dem 14. Jahrhundert zeigt ein harmonsiches Liebespaar. Doch meist war der Mann die bestimmende Kraft.
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  • hochgeladen von Max Rolke

„Bis in das 20. Jahrhundert herrschte die klassische Rollenverteilung in der Familie“, erklärt Dr. Matthias Kordes vom Stadt- und Vestischem Archiv in Recklinghausen. „Man kann den Arbeitsbereich der Frau einfach zusammenfassen: Kirche, Küche, Kinderzimmer.“

Frauen im Mittelalter kümmerten sich also um den Haushalt, während die Männer ihren Berufen nachgingen. Verlässliche Quellen über das alltägliche Leben gibt es allerdings nicht. Denn nur bei außergewöhnlichen Ereignissen wurden Tinte und Feder gezückt, um etwas niederzuschreiben. „Haushalt, Kindererziehung und Kochen waren vermutlich im Mittelalter die Hauptaufgaben der Frauen“, so der Stadtarchivar.

Außergewöhnlich war es allerdings, wenn Frauen Männerarbeit verrichteten. Dazu gibt es einige Quellen. „Wenn etwa ein Mann mit einer Frau verhandeln musste und es darüber zu einem Streit kam, wurde das niedergeschrieben. So wissen wir heute, dass es auch Frauen gab, die man als Geschäftsfrauen bezeichnen könnte“, erzählt Dr. Kordes. Den Rechtstypus der Handelsfrauen gab es allerdings nicht im Kreis Recklinghausen. Dazu war die Wirtschaft zu der Zeit noch zu klein und zu regional. Erst in größeren Städten wie Dortmund oder Essen gab es diese Rechtsstellung. Sehr lange war das Ständesystem aktiv und die Rechte der Frauen wurden bis in das letzte Jahrhundert noch klein geschrieben. Frauen heirateten im Alter von 12 bis 16 Jahren und durften von Mann „gezüchtigt und erzogen“ werden. Sie hatten also aufgrund der Vorstellungen und Regeln der Männer kein sehr angenehmes Leben. Bis 1914 war die klassische Rollenverteilung, in der die Frau den Haushalt erledigt und der Mann arbeiten geht, in ganz Deutschland zu finden.

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden dann aber erstmals Frauen in Männerberufen eingesetzt, da die Männer als Soldaten an die Front mussten und die Arbeitsplätze offen blieben. Um 1918 verbesserte sich die Rechtsstellung der Frau dann auch im politischen Bereich: Frauen wurde das Recht zugesprochen, wählen zu dürfen.

Doch auch im Mittelalter gab es Entwicklungen zur Besserstellung von Frauen. „Im 12. bis 13. Jahrhundert wurde etwa von Päpsten die Ehe als Sakrament eingeführt. Von da an konnten Männer ihre Frauen nicht mehr einfach so verlassen, so dass diese dann mittellos in Armut fielen. Die Ehe war also so etwas wie eine Absicherung für die Frauen“, weiß Matthias Kordes.
Das Leben der Frauen im Mittelalter war oft hart und ungerecht. Und eine Verbesserung der Lebensbedingungen konnte, wenn überhaupt, nur sehr langsam erreicht werden.

Für weitere Infos zum Leben von Frauen im Mittelalter stehen die Türen zum Stadtarchiv offen und unter http://www.recklinghausen.de/Inhalte/Startseite/Familie_Bildung/Institut_fuer_Stadtgeschichte_Stadt-_und_Vestisches_Archiv/.

Autor:

Max Rolke aus Recklinghausen

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