Nichts mehr übrig...
Recklinghäuser Tafel unterstützt einkommensschwache Menschen

Wenn das Einkommen nicht zum Leben reicht: Seit 20 Jahren lindert die Recklinghäuser Tafel in der Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Armut und rettet Lebensmittel.
Es klingt nach einer abgedroschenen Wortspielerei: "Am Ende des Geldes ist noch Monat übrig." Aber für viele Recklinghäuser Familien ist es die blanke Realität. An jedem Monatsende fällt es ihnen schwer, selbst das Allernötigste einzukaufen.
Rund 1600 Menschen decken sich mit Lebensmitteln aus der Recklinghäuser Tafel ein. Die Einrichtung besteht seit 20 Jahren. Kein Grund zu feiern, aber ein Grund für eine besondere Aktion: Der SkF und seine vielen Ehrenamtlichen laden am Donnerstag, 17. Oktober, am Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut, zum Tag der offenen Tür ein.
In seiner 20-jährigen Geschichte musste der Laden nie geschlossen bleiben, weil es keine Ware gab. "Unsere Kunden konnten sich immer darauf verlassen, Lebensmittel einkaufen zu können. Und das, obwohl alles in ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird", betont Daniel Ruppert, Koordinator der Tafel.
In Armut zu rutschen, ist schnell geschehen. Auslöser sind der Arbeitsplatzverlust, wenn der befristete Arbeitsvertrag nicht wie erwartet verlängert wird oder auch eine Krankheit. Spätestens wenn dann das Arbeitslosengeld I ausläuft, wird es brenzlig. Dann muss über Jahre mühevoll angespartes Geld fürs Alter aufgebraucht werden, erst dann besteht Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG) II.
Daniel Ruppert weiß genau, dass in Recklinghausen viele Menschen in Altersarmut leben. "Unter den Tafelkunden gibt es zwar nur einen leichten Anstieg bei Menschen über 60 Jahre." Repräsentative Zahlen seien aber eindeutig: Im Kreis Recklinghausen hat sich die Zahl der Menschen, die neben ihrer Rente auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind, in den vergangenen zehn Jahren verachtfacht. "Altersarmut ist auf dem Vormarsch."
Die Kundinnen und Kunden der Tafel versuchen, mit ihrem geringen Einkommen zurechtzukommen. Sie wollen keine Schulden machen - oder sie zumindest auf keinen Fall weiter erhöhen. Sie kaufen in der SkF-Einrichtung, was andere nicht kaufen wollen: das Brot vom Vortrag, die Lebensmittel in leicht beschädigter Verpackung oder kurz vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit. Dabei steht fest: Qualitativ sind Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukte einwandfrei. Wer seine Bedürftigkeit nachweist, kann sich mit seinem Einkauf in der Tafel weiter gesund und abwechslungsreich ernähren.
Ehrenamtliche organisieren die Nothilfe. Täglich wechseln sich Teams ab, holen morgens bei aktuell 70 Lieferanten die gespendeten Lebensmittel ab, sortieren die Ware und übernehmen am Nachmittag den Verkauf.
Die Tafel-Idee, Nahrungsmittel, für die niemand mehr Geld ausgeben will, an Menschen in finanzieller Not zu verteilen, stammt aus den USA. Die erste Tafel in Deutschland gründete sich 1993 in Berlin. Sechs Jahre später ging in einem früheren Kiosk an der Salzburger Straße in Hillerheide die erste Tafel im Kreis Recklinghausen an den Start. Heute nutzen die Ehrenamtlichen eine Halle im Hinterland der Herner Straße. "Für uns als Sozialverband sind die Rettung der Lebensmittel und deren Weitergabe an Menschen mit bedürftigem Hintergrund eng miteinander verbunden", sagt Ruppert.

Autor:

Lokalkompass Recklinghausen aus Recklinghausen

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