Umwelt und Natur in Rees
Permakultur – Informationen und Forschung in Rees

Christopher Henrichs und Ulrike Kleinmanns stehen vor dem großen Blühstreifen auf der Wiese des Vereins. Vor einigen Monaten stand hier noch alles in volle Blüte.
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  • Christopher Henrichs und Ulrike Kleinmanns stehen vor dem großen Blühstreifen auf der Wiese des Vereins. Vor einigen Monaten stand hier noch alles in volle Blüte.
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Das Café am Wahrsmannshof wird wiederbelebt

Am Wahrsmannshof ist neben der gemeinnützigen Gesellschaft für Natur- und Umweltbildung seit eineinhalb Jahren auch der Verein Permakultur Niederrhein e. V. aktiv. Hier geht es um regenerative Agrarkultur und naturnahes Gärtnern.

VON DIRK KLEINWEGEN

REES. Auf der großen Wiese neben dem Wahrmannshof zeigt zurzeit ein großer, mittlerweile verwelkter Blühstreifen und einzelne angepflanzte Bäume die Arbeiten des Vereins. In den nächsten Jahren soll die Fläche weiter bepflanzt werden. Dabei geht es den Vorsitzenden des Vereins Christopher Henrichs und Ulrike Kleinmanns nicht um das schöne Aussehen oder eine reichliche Ernte. Vielmehr will man bei den unterschiedlichen Bildungsangeboten viel zeigen können. „Rund herum sollen Bäume angepflanzt werden, nach hinten immer höher werdend, damit die kalten Winde draußen bleiben, die Sonne aber hereingelassen wird. Damit soll ein eigenes Mikroklima geschaffen werden“, erklärt Henrichs.
Der Verein Permakultur Niederrhein wurde am 20.02.2020 gegründet und hat rund 30 zahlende Mitglieder, dazu kommt ungefähr dieselbe Menge an aktiven Mitgliedern, die die zwar keinen Mitgliedsbeitrag zahlen, aber regelmäßig mitarbeiten.

Nur nachhaltig reicht nicht mehr

Der Verein beschäftigt sich mit regenerativer Agrarkultur. „Regenerativ, weil wir denken, dass nachhaltige Landwirtschaft gar nicht mehr reicht. Man muss erst einmal wieder aufbauen und was schaffen, das dann auch erhaltenswert ist“, erklärt Christopher Henrichs, der nachhaltige Landwirtschaft studiert hat. Dazu kommt der Bereich naturnahes Gärtnern. „Wir wollen nicht nur Landwirte ansprechen, sondern auch Leute, die nur einen kleinen Garten oder einen Balkon haben“, so Henrichs.
Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet für den Verein ist die Forschung. Man möchte wissenschaftliche Standards schaffen und die Permakultur aus der „Nische“ zu holen. „Wir wollen zeigen, dass es auch kommerziell in der Landwirtschaft funktioniert und nicht nur bei den Hippies am Lagerfeuer“, drückt Henrichs ein wenig böse aus.
Dazu arbeitet der Verein mit der Hochschule Rhein-Waal zusammen. Gemeinsam mit Professor Florian Wichern und seinem Expertennetzwerk wurde das Projekt „digiRAP“ gestartet: Aufbau eines regionalen Netzwerks für regenerative Agroforstwirtschaft und Permakultur und die Entwicklung einer Wissensplattform mit transparenten Umsetzungsbeispielen. Das Projekt wird vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW gefördert.


Ab 28. November wird das Cafés wieder öffnen

Der Verein wird ab dem 28. November das Café am Wahrsmannshof wiederbeleben. Jeder ist herzlich, bei einer Tasse Kaffee oder Tee sowie wechselnde lokale, saisonale Angebote, willkommen. Zu Beginn wird das Café immer sonntags von 14 bis 17 Uhr mit wechselnden Highlights geöffnet. Es beginnt bis zum 2. Januar mit einer spannenden Kunstausstellung mit Arbeiten von Detlef Kelbassa, Corinna Kuhn und Klaus Joost. Eine Saatguttauschbox, eine Permakultur-Bücherei sowie eine Kinderecke als ständige Einrichtung, runden das Programm ab. Das Angebot könnte noch erweitert werden, beispielsweise Spieleabende oder ein Repair-Café. Der Verein ist hier für weitere Vorschläge offen.
Für Kinder gibt es Permakultur-Kids. Die Figur Permi wurde gemeinsam mit Kindern entwickelt. Mit Hilfe von vielen Bildern und einer einfachen Sprache will man junge Menschen erreichen. Bilder und Videos zeigen, wie man die Sonne einfängt und dass man vielleicht gar nicht zu viele Schnecken, sondern nur zu wenige Laufenten im Garten hat und warum eine Trockentrenntoilette den Nährstoffkreis schließt, anstatt im Trinkwasser Probleme zu verursachen. „Es geht darum dieses komplexe große Thema runterzubrechen in ganz einfache Sprache, möglichst mit vielen Bildern, dass jeder das versteht“, meint der Vereinsvorsitzende. Unterstützt wird der Vorstand dabei durch den 14-jährigen Finn und die neunjährige Lea, die Kinder der Zweiten Vorsitzenden Ulrike Kleinmanns. Beim Nachhaltigkeitsmarkt und anderen Aktionen war es ihre Aufgabe den Gleichaltrigen mit Bildern, Spielen um Umweltquizze die Themen zu erklären.

Bauer to the People

Das Projekt „Bauer to the People“ wird in Kürze vom Verein gestartet. Unter der Plattform „Marktschwärmer“ können regionale, saisonale Waren wie Obst, Gemüse, Eier, Milch oder Brot vorbestellt und dann an einem Tag in der Woche in ein bis zwei Stunden am Wahrsmannshof und an Stationen in Wesel und Xanten abgeholt werden. „Ziel ist der direkte Zugang zu diesen Lebensmitteln und eine faire Bezahlung der Menschen, die sie machen“, erläutert Henrichs.
Der Verein beteiligte sich auch am Jugendaktionstags des Wahrsmannhof und dem Nachhaltigkeitsmarkt der Stadt Rees. Es wurden Workshops zum Thema Wasserernten, Kräuter zur Erkältungszeit sowie Fermentierkurse angeboten.
Wer den Verein und damit die Weiterentwicklung und Verbreitung von Permakultur und regenerativer Landwirtschaft unterstützen möchte kann den Verein durch Beiträge und Spenden unterstützen. Über die Webseite permakultur-niederrhein.de kann man sich informieren und Mitglied werden.

Dirk Kleinwegen / Stadtanzeiger Emmerich-Rees-Isselburg

Autor:

Dirk Kleinwegen aus Rees

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