Schwerter mit modernster Technik auf den Spuren ihrer Ahnen

Viele Menschen interessieren sich für ihre Familiengeschichte und kamen ins Ruhrtalmuseum nach Schwerte.
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  • Viele Menschen interessieren sich für ihre Familiengeschichte und kamen ins Ruhrtalmuseum nach Schwerte.
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An der Ausstellungswand hängt ein meterlanges, auf Kunststofffolie gedrucktes Plakat, das die Blicke der Besucher magisch anzuziehen scheint, vor zahlreichen PCs sitzen Menschen, die gebannt darauf warten, dass Auflistungen und Bilder erscheinen. Dann auf einmal große Begeisterung, als scheinen diese Menschen hier in Schwerte etwas ganz Besonderes gefunden zu haben!

Was war los im Ruhrtalmuseum am letzten Wochenende hier in Schwerte?

Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich das meterlange Plakat als eine Ahnentafel und die Menschen vor den Computern als Ahnenforscher.

Getrieben von den Fragen "Von woher kamen meine Vorfahren?", "Wer waren sie?" und "Wie lebten meine Ahnen damals?", versuchen die zahlreichen Menschen hier im Ruhrtalmuseum ihre eigene Familiengeschichte mit Hilfe von erfahreneren Ahnenforschern zu ergründen.

"Wir gehören zum Roland zu Dortmund, einem seit über 50 Jahren existierenden Ahnenforscherverein und möchten Menschen für die Erforschung ihrer eigenen Familiengeschichte begeistern und mit Ratschlägen zur Seite stehen!", erklärt Angela Sigges, Vorsitzende des Vereins. "Daher veranstalten wir an diesem Wochenende hier im Ruhrtalmuseum die Schwerter Familienforschertage!"

Und die vielen Computer? "Ohne die geht es heute nicht mehr!", sagt Gerd Mausen vom Roland. "Über spezielle Internetportale kann man Namen und Daten von Milliarden verstorbenen Personen abrufen und zum Beispiel eben so viele digitalisierte Kirchenbücher, Personenstandsregister, Volkszählungsakten und vieles mehr direkt am Bildschirm durchblättern!", erklärt Mausen. Der neben ihm sitzenden begeisterten Dame zeigt er gerade das Kirchenbuchportal der Evangelischen Landeskirchen Deutschlands, "Archion". Die Landeskirchen stellen in Archion alle alten Kirchenbücher gegen eine geringe Gebühr online zur Einsichtnahme bereit.

Am Nachbartisch finden gerade zwei Schwerter ihre Vorfahren in "FamilySearch", der größten Ahnen-Datenbank der Welt, die von der Religionsgemeinschaft der Mormonen betrieben wird. Die weltweit 15 Millionen Mormonen betreiben aus religiösen Gründen Ahnenforschung und stellen die weltweit größte Sammlung von Namen, Daten und digitalisierten Dokumenten für jeden Interessierten kostenlos und ohne Registrierung online zur Verfügung.

An einem weiteren Tisch sitzt ein gemütlicher Herr vor einer immensen Technik. "Das ist unsere Digitalisierungsstation!", sagt Hilmar Schleich. "Viele Ahnenforscher besitzen wertvolle alte Original-Dokumente, wie zum Beispiel Familienstammbücher, Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden oder alte Familienfotos. Hier kann man diese schnell und schonend in PDF- oder JPG-Dateien scannen und so im Computer sichern!". Schleich legt ein altes Buch auf eine schwarze Plane, drückt einen Knopf, ein Lichtstrahl wandert über das Dokument und schon erscheint das Abbild auf dem Laptop-Bildschirm. "Nun hat man es immer dabei und kann die Originale gut und sicher aufbewahren. Wir vom Roland zu Dortmund bieten diesen Service für jeden kostenlos an!"

"Aus den Lesesälen der Archive werden heute elektronische Lesesäle, in denen man zu Hause rund um die Uhr an allen Wochentagen auf der Suche nach den Vorfahren im Internet durch alte Dokumente blättern kann!", sagt Fred Murawski, der seit vielen Jahren schon auf den Spuren seiner Ahnen wandelt. "Aber trotzdem ist der persönliche Besuch in Archiven immer noch wichtig, um mehr zur Familiengeschichte herauszufinden!" Diese seien aber heutzutage nicht mehr "verstaubt", wie Murawski erklärt. "In der heutigen Zeit verstehen sich Archive in Deutschland und in der Welt immer mehr als Dienstleister, sind hilfsbereit und bieten einen guten Service für uns Familienforscher!"

So werden wohl viele Besucherinnen und Besucher der "Schwerter Familienforschertage" sich mit neuen Erkenntnissen zu ihrer Familiengeschichte auf den Heimweg machen, zu Hause den Computer einschalten, sich ins Internet einwählen und sich über neue Daten, Dokumente und Geschichten über Ur-Opa und Co. freuen.

Wer sich noch für die Ahnenforschung interessiert, dem wird der kostenlose Besuch der "Roland-Werkstatt für Familienforschung" empfohlen, die regelmäßig an jedem vierten Freitag ab 17 Uhr im Zentrum für Familiengeschichte in der Carl-von-Ossietzky-Straße 5 in Dortmund-Brünninghausen stattfindet. Hier hat der Roland zu Dortmund seine Heimat und die Ahnenforscher vom Roland warten darauf, noch viele weitere interessierte Menschen für die Erforschung ihrer Familiengeschichte zu begeistern und ihnen helfen zu können.

Näheres zum Roland zu Dortmund unter: www.roland-zu-dortmund.de

Autor:

Georg Palmüller aus Kamen

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