Flüchtlinge: Auch in Sprockhövel reicht der private Wohnraum nicht mehr aus

Bürgermeister Ulli Winkelmann hofft auf Verständnis und Hilfe der Sprockhöveler Bevölkerung.
  • Bürgermeister Ulli Winkelmann hofft auf Verständnis und Hilfe der Sprockhöveler Bevölkerung.
  • hochgeladen von Dr. Anja Pielorz

Sprockhövel bereitet sich auf eine befristete zentrale Flüchtlingsunterbringung vor: So schnell kann sich die Situation ändern. Noch am Mittwoch hatte der STADTSPIEGEL berichtet, bis jetzt läge alles im „grünen Bereich“ und in der Zwiebelturmstadt gäbe es noch genügend privaten Wohnraum für Flüchtlinge. Dies sieht jetzt anders aus.

„Die Möglichkeiten für die dezentrale Flüchtlingsunterbringung in Sprockhövel stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Auch Sprockhövel muss sich nun auf schnelle Unterbringungs-möglichkeiten einrichten“, so Bürgermeister Ulli Winkelmann.
Räume, die den entsprechenden Anforderungen genügen, stehen kurzfristig nicht mehr zur Verfügung. Die Erstellung und Einrichtung von Wohncontainerstandorten, oder die Flüchtlingsaufnahme in größeren Objekten oder angemieteten Wohnungen werden mit Hochdruck vorangetrieben. Deshalb wird nun für einen Übergangszeitraum die Turnhalle hinter dem Rathaus für den erwarteten Bedarfsfall vorbereitet. Die zentrale Lage, der von den Schulen losgelöste Standort und die beiden benachbarten Dreifachturnhallen sprechen für die kleine Turnhalle als Standort.

Erstaufnahmestationen voll

Da die Erstaufnahmestationen in anderen Städten in NRW voll sind, müssen jetzt weitere Städte, ausgewählt nach der Höhe der Einwohnerzahl, Flüchtlinge aufnehmen. Sie werden in Dortmund registriert und auch direkt nach Hattingen weitergeleitet.
Um diese Situation der Erstaufnahmestationen zu entschärfen, ist mit einem schnelleren Transfer in die eigentlichen Aufenthaltsbestimmungsorte zu rechnen. Deshalb wird vorsorglich dafür Sorge getragen, dass die Turnhalle ab Montag, 10. August, bezugsfertig ist.
Kurzfristig musste unter Leitung des Bürgermeisters am Dienstagnachmittag ein Krisenstab mit Vertretern der Stadt, der freiwilligen Feuerwehr und dem DRK installiert werden, um zu klären, wie die logistische und humanitäre Hilfeleistung gewährt werden kann.
Unter dem Kriterium der zu erfüllenden Anforderungen für die Unterbringung wurde bereits am Mittwoch ein Testaufbau der Trennwände veranlasst. So kann der weitere Ablauf für alle zu berücksichtigenden Aufgaben wie Sanitärbereich, Installation und Ausstattung, Versorgung, Brandschutz und vieles mehr geplant werden.
Jetzt arbeiten alle Hand in Hand, um die anstehenden Maßnahmen zu bewältigen. Denn die Flüchtlinge benötigen nicht nur einen Schlafplatz, Essen, Kleidung und Hygieneartikel. Sie müssen medizinisch versorgt, betreut, geschützt und verstanden werden.
„Alle Helfer werden gemeinsam Großartiges leisten“, da ist sich Bürgermeister Ulli Winkelmann sicher. „Wir hoffen, dass die Sprockhöveler Bürger die Flüchtlinge wie bisher freundlich in unserer Stadt empfangen und aufnehmen.“
Wer helfen möchte, kann sich an die eigens eingerichtete Koordinierungsstelle für Spenden und Hilfsangebote bei der Stadtverwaltung, Telefon 02339/917 255 wenden. Auch die beiden Anlaufstellen der Freiwilligenbörse stehen zur Verfügung.
Die ZGS wird für die ausfallenden Trainingszeiten Ausweichmöglichkeiten schaffen.
Es werden vielleicht nicht sofort für alle Trainingsgruppen Alternativen gefunden – dafür bittet Ulli Winkelmann schon jetzt den Schulsport und alle Sportler, welche die Turnhalle nutzen, um Verständnis.
Wie auch in Hattingen bekommt die Stadt nur sehr kurzfristig genaue Informationen zu den Flüchtlingen und zu ihrer Herkunft.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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