Mit dem Fahrrad durch Vietnam und Kambodscha

Mit dem Drahtesel war der Langscheider Elmar Hoffmann in Vietnam und Kambodscha unterwegs. Foto: Privat | Foto: Elmar Hoffmann
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  • Mit dem Drahtesel war der Langscheider Elmar Hoffmann in Vietnam und Kambodscha unterwegs. Foto: Privat
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Er hat es wieder getan: Nach Fahrradtouren u.a. durch Polen und England (der WA berichtete) zog es den Langscheider Elmar Hoffmann diesmal in weite Ferne: Mit dem Fahrrad ging´s durch Vietnam und Kambodscha.

Diesmal nicht allein, sondern in einer Gruppe mit 14 weiteren Teilnehmern. Was er da erlebt hat, hat ihn einfach nur begeistert.
Los ging´s in Saigon. Acht Millionen Einwohner, fast fünf Millionen Mopeds, oft so beladen, dass man keinen Fahrer mehr sieht - das hört sich erstmal nach Chaos an. Aber „die fahren so entspannt, das gibt´s gar nicht“, erzählt Hoffmann. „Da gibt es kein lautes Wort, die fahren sowas von defensiv, das hat mich tief beeindruckt!“ Drei Leute auf einem Moped sei normal, vier häufig, doch fünf gebe es auch. „Ich habe sogar einen gesehen, der transportierte damit zwei Schweine“.
Natürlich bereiste die Gruppe auch das Mekong-Delta. „Wir sind über Brücken gefahren, nur 80 Zentimeter breit, ohne Abgrenzung, da fehlte auch schonmal eine Planke“, berichtet Hoffmann, „und dann kommen auch noch die Mopedfahrer, da bleibt kein Platz mehr - da muss man auch mal absteigen“. Wunderschön seien auch die Märkte, die oft so groß seien, dass man sich darin verlaufen könne.
Viel Armut hat der 72-Jährige in den Dörfern gesehen. Oft stehen die Häuser hier auf Stelzen, denn wenn im April der Monsun komme, sei da alles überflutet. „Wir sind in Dörfern gewesen, die auf keiner Karte sind“, erzählt er begeistert, „unser Reiseführer kannte auch viele Schleichwege - da kommen Sie sonst nicht hin.“
Auch das Neujahrsfest hat er miterlebt, dass in Vietnam im Februar gefeiert wird. Wahre Menschenmassen seien da unterwegs gewesen, dazwischen Mopeds, zahlreiche Kostümierte und viele Trommeln, überall seien Blumen verschenkt worden, „das war sehr schön“.
Nach einer einwöchigen Tour durch Vietnam ging es über die Grenze nach Kambodscha. Viele kleinere Tempelanlagen auf Bergen oder in Höhlen besuchte die Gruppe, und natürlich besichtigte sie auch die bekannte Anlage von Angkor Thom. „Das ist sowas Tolles, das kann man sich nicht vorstellen - die Tempel haben ja Jahrhunderte im Regenwald gestanden! Das war einfach nur super“, schwärmt er, „da muss ich unbedingt nochmal hin!“
Um die 35 Grad waren es durchschnittlich, manchmal kletterte das Thermometer sogar auf 41 Grad. „Dann hat unser Reiseführer uns `frei gegeben´, so Hoffmann, „und wir haben öfter Pause gemacht“. Lange hielt der rüstige Langscheider das aber in der Regel nicht aus, „eine halbe Stunde Pause ist mir zu lang, da bin ich auch schon mal vorgefahren“, sagt er mit einem Augenzwinkern.
Besonders beeindruckt war Elmar Hoffmann - wie auch der Rest der Gruppe - von dem kambodschanischen Reiseleiter Mean Bora. „Der hatte ein Wissen!“ Bora, ein einfacher Bauer in einem armen Dorf bei Phnom Penh, hatte sich Anfang der 90-er Jahre auf eine Ausschreibung des DAAD bei der Deutschen Botschaft beworben. Von rund 400 Bewerbern erhielten vier ein Stipendium - Bora war einer von ihnen. Er lernte Deutsch an der Deutschen Botschaft in Phnom Penh, dann absolvierte er ein dreijähriges Deutschstudium am Goethe-Institut in Singapur. Mit Klugheit, stoischer Gelassenheit und gleichbleibender Freundlichkeit habe der Kambodschaner jede auch noch so schwierige Situation gemeistert. Mitten in Phnom Penh z.B. war der Bus kaputt, während einer Schifffahrt ging das Benzin aus, ein anderes Mal musste die Schraube von Folie befreit werden. „Das gehört zum Abenteuer dazu!“, ist Hoffmann überzeugt.
Die Dörfer seien in der Regel nicht an Strom und Wasser angeschlossen. „Wer etwas Geld hat, hat eine Autobatterie für eine `Funzel´ - wer drei Batterien hat, hat auch schonmal einen Fernseher.“
Zu den Höhepunkten der Reise gehörten für den 72-Jährigen die Gemeinschaft der Gruppe und die Erlebnisse mit den Kindern. „Diese Gruppe, das war so eine tolle Partnerschaft!“ Der jüngste Teilnehmer war 38, „ich war natürlich wieder der Älteste“, lächelt er. „Wir werden uns auf jeden Fall wieder treffen!“
Bleibenden Eindruck haben die Radfahrer wohl auch in manchem Dorf hinterlassen, durch das sie fuhren. „Oft standen Hunderte von Kinder am Straßenrand, wollten uns im Vorbeifahren anfassen, das war so etwas Außergewöhnliches für sie - die hatten einen Spaß!“
Viel hat der Globetrotter schon gesehen, u.a. war er in Malaysia, Thailand und Singapur unterwegs. Die letzte Reise aber hat ihn „schlicht umgehauen“. „Ich bin dermaßen begeistert von allem da, da komme ich nochmal hin!“
Jetzt steht aber erst einmal ein anderes Projekt an. Denn wer glaubt, dass Elmar Hoffmann jetzt erstmal eine Pause braucht, irrt: Die nächste Tour ist schon durchgeplant. Bereits im Juni geht´s ins Baltikum. Wer mitfahren möchte, eventuell auch nur eine Teilstrecke, kann sich gerne melden bei Elmar Hoffmann unter Tel. 0177/8892345. Eines ist wohl sicher: Langweilig wird es betimmt nicht!

Autor:

Diana Ranke aus Arnsberg-Neheim

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