Paten für "Blühwiesen" gesucht - Blumen nicht nur für die Bienen
Natur lebt durch Vielfalt

Wildblumen-Sämerei in großen Mengen kauft Erika Kayser derzeit, um die Blühweisen anzulegen. Die studierte Landwirtin (M.sc.agr.) möchte gemeinsam mit Blühpaten einen Beitrag zum Naturschutz leisten, damit auch künftig unsere existentiellen Grundlagen gesichert sind.
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  • Wildblumen-Sämerei in großen Mengen kauft Erika Kayser derzeit, um die Blühweisen anzulegen. Die studierte Landwirtin (M.sc.agr.) möchte gemeinsam mit Blühpaten einen Beitrag zum Naturschutz leisten, damit auch künftig unsere existentiellen Grundlagen gesichert sind.
  • Foto: alle Bilder: St. Reimet
  • hochgeladen von Stefan Reimet

Der „Wert“ blühender Pflanzen und summender Bienen und Insekten erschließt sich Spaziergängern und Radfahrern rasch. Über Farbvielfalt und Duft wird dann gerne berichtet. Entscheidend ist aber der ökologische Nutzen einer üppigen Flora. Denn ohne Blüten keine Bestäuber und schließlich keine Fortpflanzung unzähliger Pflanzen und Lebewesen, abgesehen vom leckeren Honig. Beteiligungen an "Blühwiesen" sind da aktive Naturhilfe und werden von mehreren Landwirten in Unna, die noch freie Flächen haben, angeboten.

Verschwinden weiter Naturflächen reduziert sich auch das Nahrungsangebot für Insekten und heimische Vogelarten. Blaukehlchen, Mehlschwalbe oder Dorngrasmücke verlieren immer mehr ihre Lebensräume. Wie wichtig Blumen und Insekten für das Gleichgewicht der Natur sind, weiß Naturexpertin Barbara Cornelissen aus Mühlhausen nur zu gut. Seit Jahrzehnten koordiniert sie den Kräutergarten im Kurpark, gestaltete seinen Umzug vom Südfriedhof nach Königsborn mit und hegt und pflegt das Refugium der Kräuter und Heilpflanzen gemeinsam mit Helfer. „Blühwiesen sollte man in jedem Falle unterstützen, wobei die Frage ist, wofür die Fläche vorher genutzt wurde.“ Ein ökologisches Projekt wie dieses sei aber intensiver Landwirtschaft vorzuziehen.
Gegen Monotonie
Natürliche Lebensräume legt die Familie Schulte in Westhemmerde schon seit Jahren an. Auf rund 1000 qm wächst nicht Monotonie aus Mais oder Weizen, hier haben Malven, Mohn und Kornblumen ihr Refugium. Die Anlage der Blühstreifen wird durch Patenschaften ermöglicht. 40 Teilnehmer hat die Bauernfamilie bereits für die Idee begeistert. Rund um Westhemmerde entstehen so die Blumenwiesen. Für die Saat, Ausbringen und Kultivierung über die gesamte Saison spenden die Paten 50 Euro je 100qm. Besichtigungen können nach Absprache erfolgen und zum Saisonende freuen sich die Paten über je zwei Gläser Honig.
Mitmachen
„Blühpatenschaften“ helfen, um die Artenvielfalt der Pflanzen wieder zu vergrößern. In Unna bieten bieten mehrere Höfe das Mitmachen beim Naturschutz an und suchen fleißig Förderer. Ein kleiner Geldbetrag genügt, damit Landwirte die Saat kaufen und ausbringen. Nebeneffekt: Die Dauerbelastung des Ackers durch Überdüngung und einseitige Bewirtschaftung wird reduziert.
Denkt sich auch Erika Kayser, Tochter der Bauernfamilie mit Sitz Auf dem Höing. Für sie ist es das erste Jahr auf dem Hof in Eigenregie. Den übernahm die studierte Landwirtin vor wenigen Monaten vom Vater. Größere Bereiche für die Blumen sollen entstehen. Mit der Aussaat, einer Wildpflanzenmischung, ist es nicht getan. Eine Saatgutprobe hat sie zuvor gemacht. Die Sämereien sind so klein, dass professionelle Maschinen nicht immer dazu geeignet sind.  Sämaschinen, die auf eine flache Saatgutablage und damit kleine Sämereien spezialisiert sind, besitzen nur wenige Landwirte.  Erika Kayser bringt spezielles, ausgewähltes Saatgut aus, das sehr fein ist.  „Die Saat muss von Hand zerstreut werden und nicht wie Getreide, das seitlich geworfen werden kann.“ Gleichmäßig rechts und links muss es verteilt werden. Die Trockenheit ist zudem alarmierend. Es zeichnet sich ab, dass regelmäßig gegossen werden muss. „Da sind wir gespannt, bisher habe ich angewalzt, damit die Saat feucht bleibt.“
Naturgleichgewicht
„Selbst säen“ ist bei Landwirtin Erika Kayser möglich. Die Blühwiesen entstehen direkt am Hof, wo bisher Kartoffeln oder Mais angebaut wurden. Ein Experiment auch für Erika Kayser, denn es muss erst beobachtet werden, in welchen Ecken sich die Insekten ansiedeln. Sie kann sich vorstellen, künftig mehrjährige Flächen anzulegen. „Dann entwickelt sich Vielfalt und ist besser für Insekten.“
Wer eine Patenschaft erwirbt kann seinen Namen an der Wiese benennen lassen und als Anreiz für die Fortsetzung der Beteiligung stellt Erika Kayser auf Wunsch eine Urkunde aus. Möchten Sie eine Blühwiese anlegen? Informationen:  erika_kayser@web.de oder Katrinwestermann@web.de

Autor:

Stefan Reimet aus Holzwickede

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