Wasser zapfen gegen zu viel Plastikmüll - Umweltberatungszentrum im Rathaus Unna wird Refill-Station

Karin Baumann (v.l.), Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, Frank Schröder, Rolf Böttger (beide vom Umweltbereich der Stadt Unna) und  Martina Bahde, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, befüllen die ersten Trinkgefäße.
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  • Karin Baumann (v.l.), Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, Frank Schröder, Rolf Böttger (beide vom Umweltbereich der Stadt Unna) und Martina Bahde, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, befüllen die ersten Trinkgefäße.
  • Foto: Kreisstadt Unna
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Das Umweltberatungszentrum im Rathaus der Kreisstadt Unna ist seit Donnerstag, 18. Oktober, offiziell "Refill-Station". Ein kleiner, blauer Aufkleber in der Tür weist nun auf die dortige Refill-Station hin. Dies ist ein Beitrag, das hohe Abfallaufkommen künftig zu reduzieren. Jeder, der ein Trinkgefäß mit sich führt, kann nun zu den Öffnungszeiten des Umweltberatungszentrums dort kostenlos seine Flasche auffüllen lassen.

In Deutschland ist der Verbrauch an Mineralwasser pro Einwohner von rund 40 Liter im Jahr 1980 auf rund 144 Liter 2017 gestiegen. Immer mehr davon wird in PET-Einweg-Flaschen abgefüllt. Wasser aus der Einwegflasche ist beliebt, aber deren Einmalgebrauch geht zu Lasten der Umwelt.

Refill – also Nachfüllen – so heißt die bestechend einfache Initiative, die 2015 in Bristol, England gestartet wurde. Geschäfte, Rathäuser etc. bieten Bürgern an, in ihrem Geschäft, ihrer Einrichtung kostenlos Wasser zu zapfen. Anfang 2017 ist die Initiative nach Deutschland „übergeschwappt“.

Verbrauch wertvoller Ressourcen

Und nun macht auf Initiative der Verbraucherzentrale NRW auch das Umweltberatungszentrum im Rathaus Unna mit: "Uns war es sehr wichtig, Refill-Station zu werden und konkret dazu beizutragen, dass weniger Plastik produziert und entsorgt werden muss.“ so Martina Bahde, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW. Rolf Böttger, Leiter des Umweltamtes Unna, unterstütze das Engagement der Verbraucherzentrale sofort: „Viele Plastikflaschen sind fürs Wegwerfen konzipiert, Für den kurzen Einsatz werden jedoch wertvolle Ressourcen und Energie verbraucht. Achtlos benutzt und zurückgelassen zerfallen anschließend die Kunststoffe in der Natur in immer kleinere Teilchen, verschwinden aber nicht ganz, sondern verunreinigen Luft, Böden und Gewässer dauerhaft."

Gute Qualität des Leitungswassers

Auch ist die Abfüllung von Mineralwasser in Millionen von Flaschen und deren Transport eine unnötige Verschwendung von Rohstoffen. Denn das Leitungswasser aus dem Hahn ist in Deutschland flächendeckend von sehr guter Qualität und jederzeit verfügbar sowie im Vergleich zu Mineralwasser etwa 100 Mal günstiger. Unterwegs ist Leitungswasser in wieder befüllbaren Trinkflaschen ein preisgünstiger und durststillender Begleiter. Besonders gut eignen sich hierbei Flaschen aus Glas und Edelstahl. Der Hinweis "Refill" an Ladentüren ist als Einladung zu verstehen, sich kostenlos bei dem jeweiligen Spender mit frischem Leitungswasser zu versorgen.

"Wir wünschen uns viele Nachahmer, denn die Aktion ist eine simple Sache", sagt Karin Baumann, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW. Am besten sei es, wenn "Refill" künftig eine ganz normale Sache werde. Hoffnung setzt Böttger dabei auf die Verbraucher und die jüngere Generation. "Der Verbraucher bestimmt doch durch sein Verhalten, was er will. Und die jüngere Generation interessiert sich sehr für solche Themen."

EU will Plastikmüll eindämmen und Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen

Weniger Plastikmüll und Zugang zu sauberem Trinkwasser: Das sind in Europa derzeit wichtige Themen. Die EU-Plastikstrategie will, dass insbesondere die vielen Einweg-Verpackungen eingedämmt werden und nicht weiter zur Verschmutzung der Umwelt und Meere beitragen. Außerdem sollen alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. „Ohne lokale Maßnahmen können diese globalen Ziele nicht erreicht werden. Lokale Refillstationen sind ein ebenso sinnvoller wie einfacher Beitrag, den wir gerne leisten“, so Umweltberaterin Karin Baumann.

Ab sofort können alle Verbraucher und Verbraucherinnen den neuen Service nutzen und ihre mitgebrachten Wasserflaschen kostenlos im Umweltberatungszentrum nachfüllen. Neben dem Umweltberatungszentrum am Rathaus kann auch bei den Bündnis-Grünen an der Wasserstraße und bei der Johanniter-Unfallhilfe an der Morgenstraße kostenlos Wasser gezapft werden.

Karin Baumann (v.l.), Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, Frank Schröder, Rolf Böttger (beide vom Umweltbereich der Stadt Unna) und  Martina Bahde, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale NRW, befüllen die ersten Trinkgefäße.
Damit ist das Umweltberatungszentrum offiziell Refill-Station: Martin Bahde klebt den Aufkleber an die Tür.
Autor:

Lokalkompass Unna/Holzwickede aus Unna

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