Neue Operationsmethode senkt Schlaganfallrisiko deutlich

Der Leitende Oberarzt Mehmet Kandil (l.) und Chefarzt Prof. Dr. Klaus Weber können auf der Röntgendarstellung den Fortlauf der Operation beobachten.
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Unna. Der Schlaganfall ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die Volkskrankheit Nummer 3. Fast alle Blutgerinnsel, die einen Schlaganfall auslösen, bilden sich sogenannten Vorhofohr. Das ist eine zwei bis vier Zentimeter lange Ausstülpung an der linken oberen Herzkammer. Unter Ärzten gilt es als „eines der gefährlichsten menschlichen Anhängsel“. In der Inneren Klinik II / Kardiologie des Katharinen-Hospitals in Unna wurden jetzt erstmals mit einem neuen Verfahren bei Patienten der Durchgang zum linken Vorhof­ohr operativ verschlossen und damit die Schlaganfallgefahr deutlich minimiert.
Über einen Katheter durch die rechte Leistenvene wurde der Verschluss des Vorhofohrs mit einer schirmartigen Abdeckung vorgenommen. Der Leitende Oberarzt der Elektrophysiologie, Mehmet Kandil, hat die ersten Eingriffe durchgeführt. „Auf diese Weise ist der Ort der Gerinnselbildung – im Vorhofohr fließt das Blut nämlich langsamer und kann daher eher Thromben bilden – vom Kreislauf abgetrennt.“
In unserer Region ist das Katharinen-Hospital damit die erste Klinik, die die neuartige Therapie bei Patienten angewandt hat, erklärt Chefarzt Prof. Dr. Klaus Weber. Bisher waren solche Eingriffe lediglich unter Einsatz herzchirurgischer Verfahren möglich, die in der Amputation des Vorhofohrs bestanden. „Der Vorhofohr-Verschluss im Herzkatheterlabor ist für die Patienten natürlich wesentlich schonender“, so der Leitende Oberarzt Kandil.
Während des Eingriffs wird der Katheter über den linken Vorhof bis zum Eingang des Vorhofohrs vorgebracht, dann der Verschluss individuell angepasst und eingesetzt. Ein Verschlusssystem aus einem weichen Metallgeflecht, das mit einem so genannten Anker und einem Deckel ausgestattet ist, sorgt für die ausreichende Fixierung. „Das neue Verfahren ist für die Patienten mit Vorhofflimmern eine Alternative zur ´Blutverdünnung´, wenn die Patienten aufgrund von Unverträglichkeiten mit einer medikamentösen Therapie nicht klarkommen“, erklärt Prof. Weber. Die Abklärung des Einzelfalls ist aber immer individuell notwendig.jögl

Der Leitende Oberarzt Mehmet Kandil (l.) und Chefarzt Prof. Dr. Klaus Weber können auf der Röntgendarstellung den Fortlauf der Operation beobachten.
Am Herzmodell erläutert Prof. Weber die neue Operationsmöglichkeit.

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