Ultimativer Aufruf: "RETTET DAS SEMIKOLON!"

Totgesagt wurde das Semikolon - umgangssprachlich auch "Strichpunkt" genannt - schon im vorigen Jahrhundert. Und ganz offensichtlich wird das Satz-
zeichen wegen seiner Mittel-
stellung zwischen Punkt oder Komma nur noch selten benutzt.

Dabei macht gerade die Zwitterhaftigkeit den Reiz des Semikolons aus. Der Duden-Regel nach, steht es anstelle eines Kommas, wenn dieses in seiner trennenden Funktion innerhalb seines Satzes zu schwach ist, oder es steht anstelle eines Punktes, wenn dieser zu stark trennt.

Da das Urteil darüber verschieden sein kann, lassen sich für die Anwendung des Semikolons nicht so strenge Richtlinien aufstellen wie für andere Satzzeichen.

Doch starke Trennung hin und schwache Funktion her, es besteht der Verdacht, dass das Satzzeichen der Unentschiedenheit sein Überleben nur dem Fakt verdankt, weil es bei der zwinkernden ;-) wie der weinenden ;-( Smiley-Variante benutzt werden muss.

Und diese zeichentechnische Degradierung hat das Semikolon einfach nicht verdient. Denn: Noch etwas spricht für den "Strichpunkt": Hinter ihm kommen keine Zweifel auf. Es geht immer klein weiter; außer ein Substantiv folgt. Deshalb mein ultimativer Appell an die schreibende Zunft: "Rettet das Semikolon!"

Autor:

Alfred Möller aus Witten

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