Osterfeuer: Gefährliches Brauchtum!

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  Bedburg-Hau: Freiwillige Feuerwehr Bedburg-Hau | In knapp einer Woche ist es wieder so weit. Osterfeuer werden wieder brennen. Für viele ein fester Bestandteil des Osterfestes. Alleine in Bedburg‐Hau werden Jahr für Jahr knapp 200 Osterfeuer offiziell dem Ordnungsamt angemeldet. Eine enorme Dichte für die kleine Gemeinde. 63 Einwohner pro Feuer. Eigentlich ein schöner Brauch.

Wenn da nicht die Kehrseite der Medaille wäre: Die Freiwillige Feuerwehr Bedburg‐Hau verzeichnet in den letzten Jahren an den Ostertagen einen Anstieg der Einsätze. Alleine im Vorjahr musste die Feuerwehr innerhalb weniger Stunden zu drei Einsätzen ausrücken. Auslöser: Immer wieder Osterfeuer.

Zu den Einsätzen kommt es durch Leichtsinnigkeit oder auch Vorsatz. Im letzten Jahr drohte unter anderem ein Osterfeuer außer Kontrolle zu geraten und auf Baumreihen überzugreifen. Ein stundenlanger Einsatz für die Löschgruppen Hau und Qualburg war die Folge. Davor das Jahr, brannte das Osterfeuer in Schneppenbaum bereits vor dem Osterfest ab. Brandstiftung, also Vorsatz, konnte nicht ausgeschlossen werden. Etwa 10 Einsätze in den letzten drei Jahren an den Ostertagen.

Müllverbrennung


"Zum Teil werden die Feuer zu nah an Gebäuden entzündet oder auch einfach Müll verbrannt", berichtet der Leiter der Feuerwehr Bedburg‐Hau Stefan Veldmeijer von seinen Einsatzerfahrungen der letzten Jahre. Deshalb sehen die Wehrmänner das Brauchtum durchaus kritischer. "Wir sind nicht gegen Osterfeuer, jedoch ist es wichtig, dass man sich über die Risiken und Gefahren im Klaren ist", so Veldmeijers Stellvertreter Klaus Elsmann aus Till‐Moyland. Bei kleinen, privaten Osterfeuern führt gute Feierlaune zu Leichtsinn und gefährlichen Situationen, geben die Beiden zu bedenken. Auf Kinder sei besonders zu achten, denn sie unterschätzen schnell die Gefahren, die von einem Feuer ausgehen.

Wunsch nach einsatzfreien Tagen


"Während die Bürgerinnen und Bürger sich frohe und geruhsame Ostertage wünschen, wünschen wir uns einsatzfreie Tage", schmunzelt Veldmeijer. Und damit er Wunsch in Erfüllung geht, hat die Freiwillige Feuerwehr Bedburg‐Hau wichtige Hinweise parat:

Bei einem Osterfeuer dürfen nur Materialien verbrannt werden, die die Umwelt so wenig wie möglich belasten, wie z.B. trockenes, unbehandeltes Holz, trockener abgelagerter Gartenschnitt usw. Sperrmüll, Altreifen, Bauholz oder Kunststoff haben in Osterfeuern nichts verloren!

Länger liegende Holzstapel vor Entzünden bitte umschichten, Kleintiere wie Igel werden soaufgescheucht und überleben.

Halten Sie mit dem Osterfeuer ausreichenden Abstand zu Wohngebäuden oder Waldflächen sowie anderen brennbaren Materialien. Denken Sie an Funkenflug, bei kräftigem Wind muss das Feuer gelöscht werden. Im Zweifel zünden Sie es gar nicht erst an.

Das Feuer darf nur so gross sein, dass es jederzeit vom Laien beherrschbar bleibt und gelöscht werden kann. Mindestens eine erwachsene Person übernimmt die Verantwortung und beaufsichtigt das Feuer während der gesamten Brenndauer.

Ein bereitliegender, fix und fertig angeschlossener Gartenschlauch gibt ein sicheres Gefühl und garantiert rasches Eingreifen. Kleinere Verbrennungen sofort mit Wasser kühlen. Bei großflächigen Verbrennungen und auf der Haut haftenden Substanzen nur primär ablöschen und den Notarzt rufen (112).

Sollte das Feuer außer Kontrolle geraten, ist sofort die Feuerwehr (112) zu alarmieren.
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