Domino-Effekt: Bis 2017 soll am Altenessener Bahnhof das Südkaree stehen

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Lebendiger Eckbereich: Das schmucke neue Südkarree soll eine allgemeine Verbesserung des Wohnumfelds nach sich ziehen. Illu: walenta GmbH
 
Planen Großes für Altenessen-Süd: CDU-Ratsherr Uwe Kutzner, SPD-Ratsherr Thomas Rotter und Marc Wierig, Geschäftsführender Gesellschafter Wierig GmbH. Foto: Müller

Was inzwischen über Jahrzehnte wie stadtplanerisches Wunschdenken aussah, könnte jetzt bald Wirklichkeit werden: In höchstens zwei Jahren will Bauentwickler Marc Wierig am Altenessener Bahnhof das Südkarree entstehen lassen. Das u-förmige Gebäude wird Geschäfte, Discounter, Gastronomie, Ärzte und Studentenwohnungen beheimaten, gleichzeitig erhoffen sich die Verantwortlichen eine allgemeine Verbesserung des Wohnumfelds. Doch: Bisher fehlt der passende Name.

„Die Historie ist nicht sehr ruhmreich. Wir versuchen seit 20 Jahren etwas zu entwickeln“, gesteht CDU-Ratsherr Uwe Kutzner. Gemeint ist die Ecke Altenessener- und Lierfeldstraße, direkt am dortigen Bahnhof, geplant waren zunächst ein Ärztehaus, danach Altenwohnungen und schließlich Einfamilienhäuser. Jetzt ist alles anders: „Die Aufbruchsstimmung ist da“, freut sich der CDU-Ratsher. Noch bis 2017 soll auf dem Areal das „Altenessen Südkarree“ realisiert werden, der Aufstellungsbeschluss ist gestellt.

Leben für den Knotenpunkt

Rund 15.000 Quadratmeter wird das Karree umfassen, im Erdgeschoss werden in offener Bauweise Aldi, Rewe und dm angesiedelt, weitere Dienstleistungsflächen stehen beispielsweise für Cafés oder Gastronomie zur Verfügung. Winziger Wermutstropfen für Freunde des Urigen: „Die gute alte Pinte kriegen wir wohl nicht hin“, schmunzelt Kutzner. Im oberen Stockwerk sollen im nördlichen Bereich Ärzte und Apoteken kommen, der südliche Bereich ist für Studentenwohnungen gedacht. „Das ist wirklich universitätsnah und wir haben hier in Altenessen kein studentisches Wohnen“, weist der Ratsherr auf die Anbindung an U-, S-Bahn sowie Bus hin. Geplant sind Einzelzimmer zwischen 25 und 30 Quadratmetern, zusätzlich wird es mehrere Gemeinschaftsräume geben. Gefördert sind die Wohnungen nicht.
„Wir haben alle drei Ankermieter. Das ist für uns das entscheidende, davon lebt der Platz“, freut sich Marc Wierig, Geschäftsführender Gesellschafter Wierig GmbH. Auf rund 1.000 Quadratmetern reiner Verkaufsfläche wird sich ein neuer Aldi einrichten, 1.800 sind einem Rewe-Markt vorbehalten, auf weiteren 1.700 kann sich der dm ausbreiten. „Der Aldi wird eine Verlagerung sein“, erklärt Wierig. „Der an der Krablerstraße ist da eben nicht glücklich“, findet auch Kutzner. Anderen Geschäften und Institutionen im Stadtteil will das Karree keine Konkurrenz machen, weiß Kutzner: „Das findet alles in Einklang mit dem Allee-Center statt.“
Stellplatzsorgen und Parkplatzengpässe wie an der Neuen Mitte Karnap soll es keine geben. Insgesamt gibt es 175 Stellplätze, die Zufahrt erfolgt über die Lierfeldstraße. Die Anlieferung der Waren hängt von den jeweilige Geschäften ab. Aldi füllt das Sortiment über eine Einfahrt an der Altenessener Straße auf, REWE hat seinen Zugang auf der Innenseite des Karrees. Optisch wird Asphaltwüste durch je einen Baum auf fünf Stellplätze aufgemöbelt, zusätzlich ist die Erneuerung des Fuß- und Radwegs hinter dem Karree notwendig: „Als Vorhabenträger werden wir das machen“, verspricht Wierig.

Keine Sorge!

Optimistisch gehen die Verantwortlichen mit der Frage um, ob am Südkarree die soziale Kontrolle greift. Auf ihrer letzten Sitzung hat die Bezirksvertretung V kritisiert, dass der von der Straße völlig isolierte Parkplatz wegen der U-Form des Gebäudes zum Umschlagplatz für Drogendealer werden könnte. Das ganze Konstrukt einfach Richtung Altenessener Straße zu spiegeln kommt nicht länger in Frage, die Zeit soll zeigen, ob sich diese Sorgen bewahrheiten: „Man muss das erst einmal ausprobieren“, findet SPD-Ratsherr Thomas Rotter. „Gucken Sie sich andere neue Zentren an, da ist das genauso“, beruhigt Bauentwickler Wierig.
Von dem Karree erhoffen sich die Verantwortlichen viel, erwarten einen Domino-Effekt, der eine Verbesserung des gesamten Wohnumfelds nach sich zieht. Wierig liebäugelt gleichzeitig mit der Idee, den Fassaden der gegenüberliegenden Gebäude einen neuen Anstrich zu verpassen.

Mitmachen: Ein Name fürs Karree!

Unzufrieden sind Bezirksvertretung, Bauentwickler und Stadt Essen mit dem bisherigen Arbeitstitel „Südkarree“. Altenessener Urgesteine erinnern sich noch an den „Schweinemarkt“, für mögliche Investoren und jüngere Anwohner dürfte dieser Begriff zu rustikal klingen. Fällt Ihnen, liebe Leser, der Name ein, der wie die Faust aufs Auge passt, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an redaktion@nordanzeiger-essen.de, geben Sie Ihre Idee kurz unter 0201 804 1885 durch oder posten Sie hier Ihre pfiffigen Vorschläge. Die Verantwortlichen zählen auf Sie!
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