Proteste zeigen Wirkung: AKW Borssele 2 gestoppt

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In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Wahlbündnisses "Essen steht AUF" heißt es:

In Borssele in den Niederlanden, auf der beliebten und von vielen NRW-Bürger/innen besuchten Halbinsel Zeeland, hat RWE mit seiner Tochterfirma Essent die Pläne für ein neues Atomkraftwerk „wegen schlechter Marktstimmung“ vorerst auf Eis gelegt. Darin sieht „Essen steht AUF“ einen Erfolg des Protests, der in Essen und vielen Städten im Ruhrgebiet und am Niederrhein laut geworden ist.
„In gleicher Entfernung wie von Essen nach Zeeland wurden bei Fukushima Tomaten geerntet, die aufgrund der radioaktiven Strahlung völlig entartet waren“, so AUF-Ratsherr Dietrich Keil. „Zum Jahrestag von Fukushima am 11. März wird AUF gemeinsam mit den Essener AKW-Gegnern aktiv werden.“ Spätestens seit der Atomkatastrophe in Fukushima sei klar, welche Gefahren ein Atommeiler direkt am Meer mit sich bringe: Neben dem Risiko großer Sturmfluten ist zu erwarten, dass wegen der Klimaerwärmung der Meeresspiegel vor den Niederlanden um mehrere Meter steigen könnte.

Hier einige Argumente aus dem Muster-Einspruch:

Radioaktive Stoffe können von Borssele im Falle eine Störfalls über den Luftweg bis nach Nordrhein-Westfalen gelangen und damit in die Atemluft und in die Nahrung einer Bevölkerung von etwa 18 Millionen Menschen.

Das AKW Borssele 2 würde eine zusätzliche Produktion und Lagerung von Atommüll verursachen und noch mehr Uran- und Atommülltransporte erfordern. Das Risiko von Transportunfällen, Flugzeugabstürzen und Anschlägen nimmt zu.

Bereits im so genannten Normalbetrieb des AKW Borssele 2 würde Radioaktivität frei. In Deutschland dokumentierte 2007 eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz vermehrt Leukämiefälle bei Kleinkindern in AKW-Nähe. Die Ergebnisse der Studie müssen im Zusammenhang mit dem geplanten AKW Borssele 2 berücksichtigt werden.

Atomenergie ist kein Beitrag zur Bekämpfung der sich abzeichnenden Klimakatastrophe. Im Gegenteil: Die Uranvorräte sind von geringer Reichweite, der Bau neuer Atomkraftwerken blockiert eine zukunfsfähige und sichere Energieversorgung und generiert unabsehbare Ewigkeitsschäden.

Radioaktivität (Strahlung / Partikel) und z. B. tritiumhaltige Abwässer aus Borssele gefährden vor Ort und entfernt, die Landwirtschaft und das Grund- und Trinkwasser.

Eine militärische Nutzung von Atombrennstoff und Atommüll der Reaktoren in Borssele kann grundsätzlich ebenso wenig ausgeschlossen werden wie Atomspionage.

Weltweit gibt es kein sicheres Endlager für Atommüll. Die schlechten Erfahrungen der Endlagerprojekte Asse und Gorleben sind zu berücksichtigen.

Autor:

Bodo Urbat (Essen steht AUF) aus Essen-Nord

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