Vielfalt als Herausforderung: Altenessen-Konferenz will Zusammenleben im Stadtteil verbessern

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Rückblick: Gerd Hußmann von der Interessengemeinschaft Altenessen informierte über Ergebnisse der vergangenen Konferenzen. Fotos: Debus-Gohl
 
Nach der Einleitung diskutierten die Konferenzbesucher in kleinen Gruppen.

In die fünfte Auflage ging am Sonntag, 26. April, die Altenessen-Konferenz. Thema der traditionellen Veranstaltung war dieses Mal „Zusammenleben in Altenessen – auf gute Nachbarschaft!“. Statt der Podiumsdiskussion der letzten beiden Konferenzen wurden die knapp 100 Besucher wieder auf acht Quartiersgruppen verteilt, in denen eifrig über eigene Erfahrungen, Hürden im Umgang miteinander und Chancen debattiert wurde. Positives Fazit: Beinahe jede Gruppe konnte konkrete Verabredungen erreichen.

„Was kann man an einem solchen Sonntagmorgen besseres tun, als zur Altenessen-Konferenz zu kommen?“, freut sich Moderator Klaus Wermker über die fünfte Auflage der Veranstaltung. In den vorherigen Jahren standen brisante Themen wie die Außenwirkung Altenessens, die Sauberkeit im Stadtteil und schwierige Bauvorhaben auf dem Plan, die Konferenz zur Bildung im Stadtteil im September 2014 lockte dagegen nur wenig Besucher an.

Was war ...

Traditionell wurde zum Einstieg der Konferenz ein Rückblick auf die Resultate der vergangenen Auflagen geworfen. Besonders starkes Interesse weckte die dritte Konferenz, hier waren Bauplanungen im Stadtteil das Thema. Große Fortschritte macht beispielsweise das Altenessen-Süd Karree, noch vor den Sommerferien soll der Rat der Stadt Essen den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans stellen. Ebenfalls in langen Schritten voran geht es an Wicking- und Heßlerstraße, der Kohlereserve Essen-Nord und dem Möbelbahnhof. Keine Neuigkeiten gibt‘s dafür von Milchhof oder Marina, hinzugekommen ist das Bauprojekt der Vivawest zwischen Schürenfeld und Loskamp. Hier sollen zwei Gebäude mit 16 Wohnungen entstehen.
Auch von den anderen Konferenzen gab es Gutes zu berichten. Im Fokus der zweiten Konferenz stand das Thema Bildung, Zielsetzung war vor allem eine engere Vernetzung der verschiedenen Akteure. Die ist gelungen: Mehrere Schulen erhalten inzwischen Unterstützung durch engagierte Bürger, beispielsweise beim Werkunterricht an der Parkschule, im Ganztag der Neuessener und Großenbruchschule sowie in Schülerbibliothek und Essensausgabe des Leibniz-Gymnasium. Das Leibniz will zudem zukünftig mit der Agentur für Arbeit kooperieren. Die zweite Altenessen-Konferenz konnte ebenfalls gute Ergebnisse erzielen, Aufräum- und Pflanzaktionen sowie Gruppentreffen sorgten für eine Verbesserung des Stadtteilbilds.
Nach dem Rückblick gingen die Besucher in acht verschiedene Gruppen, die jeweils bestimmten Quartieren in Altenessen zugeordnet waren. „Da wird intensiver geredet als in großen Gruppen“, weiß Wermker aus Erfahrungen von der zweiten Konferenz. Die Themen in den einzelnen Quartieren waren bunt und individuell. Einen Unterschied machten die Konferenzbesucher zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern, die Anonymität der großen Gebäude erschwert den nachbarschaftlichen Kontakt. Ähnliche Hürden wurden an mancher Stelle zwischen junger und alter Bevölkerung gemacht, generell wurde die Verschiedenheit der Anwohner betont: „Vielfalt ist eben eine Herausforderung“, findet Moderator Wermker.

Was wird ...

Eine Herausforderung, der sich die meisten Anwesenden stellen wollten. Vielfach wurde überlegt, wie die Nachbarschaft enger zusammenwachsen kann, verschiedene Ideen, wie Feste oder Stadtteilspaziergänge, wurden gesammelt. Eberhard Kühnle lädt beispielsweise ins Atrium seines Altenessener Biergartens am Karlsplatz ein. Samstag- oder Sonntagmorgen können sich hier Nachbarn oder andere Stadtteilbewohner zum Schwätzchen treffen. Diese Treffen müssen zwar angemeldet werden, die Interessengemeinschaft Altenessen (IGA) stiftet aber gerne Kaffee und Brötchen.
Zudem will das Organisationskomitee die Ergebnisse der acht Gruppen in den kommenden Wochen einem kurzen Bericht veröffentlichen.
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