Der Stoff, aus dem das Leben gemacht ist: Malteser zeigen Theaterstück zum Thema Demenz

Anzeige
Essen: Malteser Hilfsdienst e.V. | „Das Leben ist ohne Probleme auch nicht leichter“ und „Ein guter Stolperer fällt nicht“. Scharfsinnige Sätze wie diese aus dem Mund eines an Alzheimer erkrankten Menschen verblüffen seinen Sohn, beeindrucken mit Vitalität und Klugheit. Arno Geiger hat das Leben mit seinem demenzkranken Vater in seinem Roman „Der alte König in seinem Exil“ verarbeitet.

Das auf dem Roman basierende renommierte Theaterstück brachte der Malteser Tagestreff MalTa jetzt auf die Bühne im Bottroper Lichthof. „Das Stück sensibilisiert für eine Krankheit, mit der die Mitarbeiter im Treff täglich konfrontiert werden“, sagt Diözesangeschäftsführer Thomas Hanschen. „Auf diese Weise wollen wir auf das Thema Demenz aufmerksam machen und über unsere Arbeit im Tagestreff informieren“.

Allein durch die finanzielle Unterstützung der Volksbank Kirchhellen eG Bottrop konnte das Projekt realisiert werden. In seiner Rede lobte Volksbank-Vorstand Eberhard Kreck die Helfer der Malteser Einrichtung auf dem Eigen. „Mein Dank und meine Anerkennung gilt den Tagestreff-Mitarbeitern. Durch ihre tägliche Arbeit und ihr Engagement geben sie den Demenzkranken neue Lebensqualität“. Die Volksbank habe gerne die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen, so Kreck weiter. „Ganz gemäß des Raiffeisenschen Prinzips ‚Was einer alleine nicht schafft, das erreichen viele gemeinsam’.“

Aufgeführt wurde „Der alte König in seinem Exil“ vom Kölner Theater im Bauturm. Rüdiger Pape hat eine szenische Lesung inszeniert mit zwei herausragenden Schauspielerinnen. Christiane Bruhns und Chris Nonnast gewähren einen Einblick in die Realität einer Krankheit, an der in Deutschland rund 1, 4 Mio. leiden. Immer wieder gelingt ihnen die Gratwanderung zwischen Trauer und Freude, ohne dabei die Krankheit zu banalisieren.

Rund 250 Gäste waren in den Lichthof gekommen, um sich mit diesem schwierigen Thema auseinander zu setzen. Darunter auch Bürgermeisterin Monika Budke und Generaloberin Daisy Gräfin von Bernstorff. Zum Ende der Aufführung herrschte betroffene Stille im Raum - jeder war ergriffen von der schonungslosen Konfrontation des Publikums mit den psychischen Folgen der Erkrankung.

Projektleiterin Katja Dördrechter schaut zurück auf einen außergewöhnlichen Theaterabend. „Die Aufführung hat mich tief berührt und hat ein Leben mit Demenz gezeigt, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden“.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.