Für die Belange der Kinder

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Die AWO-Vorsitzenden Jürgen Lukas und Christa Beisemann nehmen Janine Laupenmühlen in die Mitte. Foto: Henschke
 
Seit Jahren ein Notbehelf: Endlich wird die marode Toilette der Ludgerusschule saniert. Foto: Henschke

SPD-Landtagskandidatin Janine Laupenmühlen zu Gast bei der AWO Werden

Hauptberuflich arbeitet Janine Laupenmühlen als Gymnasiallehrerin an der Wolfskuhle und bildet dort auch Refendare aus, ist außerdem noch Schulausschuss-Vorsitzende.

Sie hat zwei kleine Kinder. Vor allem die Belange der Kinder, Schulsanierung, Kindertagesstätten liegen ihr sehr am Herzen. So berichtete sie, dass in Essen nun die WC-Anlagen von elf Schulen noch in diesem Jahr erneuert werden. 750 000 Euro werden insgesamt dafür ausgegeben. Auch die Ludgerusschule erhält endlich eine neue Anlage. Überhaupt fließe endlich Geld zur Beseitigung der jahrelang bekannten Missstände, und zwar relativ viel Geld, 350 Millionen im gesamten Bundesland NRW. Damit sei ungefähr die Hälfte der Schulsanierungen zu schaffen. Zu lange Zeit wurden Schulen und die Kindertagesstätten „runtergefahren“. Mittlerweile sei der Trend gegenläufig, zurzeit dominiert die Sorge, überhaupt genügend Schulplätze zur Verfügung stellen zu können.

Schultoiletten

In der AWO wurden Fragen laut, warum die so lang bekannten Missstände in den Schulen erst jetzt wirklich in Angriff genommen werden. Die Antwort war ernüchternd: Zum einen seien Anträge diesbezüglich immer wieder abgeschmettert und erst 2014 genehmigt worden. Dann habe es nochmals zwei Jahre gedauert, bis endlich in die Tat umgesetzt werden konnte. Hauptgrund dafür war die inzwischen dünne Personaldecke in der Verwaltung. Über die Jahre wurden immer weiter Kosten eingespart, bei den Schulen Stellen für Reinigungskräfte und Hausmeister abgebaut. Das Stichwort Verwaltung veranlasste den AWO-Vorsitzenden Jürgen Lukas zur Feststellung, dass auf der einen Seite gespart, aber an anderer Stelle künstlich aufgebläht würde. Da konnte ihm Janine Laupenmühlen nur Recht geben: Einiges wurde teilprivatisiert, um Dienstleistungen günstiger zu bekommen. Doch inzwischen gibt es 70 Beteiligungsgesellschaften, jede mit Geschäftsführer und womöglich noch Stellvertreter. Aber nicht in allen Gesellschaften sei der Geschäftsführerposten hochbezahlt, in den sozialen Bereichen etwa ist der Verdienst eher moderat. Es gebe auch positive Beispiele wie die Allbau AG, auch die Stadtwerke sieht Laupenmühlen zumindest „halbpositiv“.

Nord-Süd-Gefälle

Die Frage nach der Wohnungspolitik wurde engagiert debattiert. Der Essener Süden ist erheblich teurer geworden, sozial durchgemischtes Wohnen bald nicht mehr möglich. Die mehr oder minder schönen Neubauten stehen nur begüterten Menschen als Wohnmöglichkeiten zur Verfügung. Der Mangel an sozialem Wohnungsbau im Süden rührte auch daher, dass es bisher in Essen auf politischer Ebene noch keine Mehrheit für eine 30-prozentige Quote für öffentlich geförderten Wohnungsbau gebe. Auch fehle eine realistische Mietpreisbremse. Somit bleibt es in Essen weiterhin beim altbekannten Nord-Südgefälle. Auf Landesebene ist diese Quote für Neubauten bereits eingeführt, doch die meisten Flächen gehören halt den Kommunen. Leider sei das Land diesbezüglich noch immer nicht wirklich wach geworden.

„Wählen gehen“

Leider sei aber auch jedes viertes Kind in NRW bei Hartz 4. Janine Laupenmühlen hatte aber auch Erfreuliches zu berichten. Auf Landesebene sei es immerhin gelungen, jeden dritten Euro in Soziales zu stecken, ohne erneut Schulden machen zu müssen. Die Schuldenbremse ist im Gesetz festgeschrieben. Dank Martin Schulz kümmere sich die SPD endlich wieder mehr und um soziale Belange: Gerechtigkeit, Wohnungsbau, Kitas, Bildungsbereich, die immer älter werdende Gesellschaft, Altersarmut. Doch wie kann man die Wähler erreichen? Laut einer Umfrage sind es die Themen innere Sicherheit und Schulsysteme, welche die Bürger am meisten bewegen.
Jürgen Lukas appellierte engagiert dazu, auf jeden Fall wählen zu gehen: „Egal welche Partei. Es ist ein Privileg, dass wir die Freiheit besitzen, wählen gehen zu dürfen, um mitzubestimmen. Da zählt jede Stimme!“ Abschließend richtete der scheidende SPD-Landtagsabgeordnete Peter Weckmann noch einige Worte an die Werdener: „Ich bin immer gerne in die AWO Werden gekommen und bedanke mich sehr für diese Zeit.“
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