Feuerwehrmuseum Hattingen: "Feuer-Wehrk" will die Herzen für die "Roten Riesen" öffnen

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Museumsleiter Hartmut Schlüter vor einer Zeichnung, wie Brände früher gelöscht wurden. alle Fotos: Römer
 
Eine Spielstation
Hattingen: Feuerwehrmuseum |

Hattinger, ihr wisst gar nicht, welch‘ ein Kleinod ihr in euren Stadtmauern habt! Oder waren Sie etwa schon einmal im „Feuer.Wehrk“ an der Henrichs-Allee 2? Wenn ja, dann wissen Sie, warum dieser Artikel Deutschlands größtes Feuerwehrmuseum in historischen Industriehallen zwar feiern, aber dabei nicht einmal übertreiben wird. Am Ende des Lesens werden Sie sicherlich unbedingt mal vorbeikommen. Das lohnt sich nämlich – wetten?

Das „Feuer.Wehrk“ muss einfach tiefer im Bewusstsein der Hattinger Bevölkerung verwurzelt werden.
Museumsleiter Hartmut Schlüter: „Es soll ein Ansporn gegeben werden, die Roten Riesen wiederholt zu besuchen und genauer kennenzulernen, und dadurch quasi zum Führer durch das ,eigene‘ Museum zu werden. Andererseits sollen die Einheimischen in dem Bewusstsein, dieses einzigartige Museum in ihrer eigenen Stadt zu haben, ihren Besuchern den außergewöhnlichen Schatz in dieser ,abgefahrenen Location‘ näher bringen und sie Feuer fangen lassen.“
Dabei geht es den Machern weniger um die vier Euro Eintritt, die das Museum für Besucher nur kostet. „Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass die Mehrzahl unserer Besucher eben nicht aus Hattingen kommt. Das soll sich ändern, wir hoffen für die Zukunft auf Stammgäste aus Hattingen. Was es nämlich hier bei uns gibt, das gibt es nirgendwo anders.“
Zu bieten hat das „Feuer.Wehrk“ wahrlich genug, wie auch Udo Schnieders unterstreicht. Der Marketingleiter der Sparkasse ist dem Feuerwehrmuseum schon seit den 80er Jahren eng verbunden. „Eigentlich ist das doch hier ein Mekka für alle, die sich rund um das Thema Feuerwehr informieren möchten, sich für Oldtimer interessieren oder einfach gern herumschrauben. Interessierte sind hier immer willkommen.“
Stimmt, denn die Museumscrew besteht ausschließlich aus Ehrenamtlichen und errichtet mit Leidenschaft Stück für Stück und Euro für Euro eine Ausstellung auf über 4.500 Quadratmeter. Sie braucht die kreativen Ideen nicht zu kaufen, sondern bringt sie selbst hervor.
60 Autos aus ganz Deutschland werden hier gezeigt aus allen Epochen seit dem Weltkrieg, Feuerwehr-Spritzen stammen teilweise sogar aus dem ganz frühen 19. Jahrhundert. Hinzu kommen geschätzte 5.000 Kleinteile wie Helme, Abzeichen, Schutzmasken, und, und, und. Sieben Spielräume - für große und kleine Besucher gleichermaßen spannend - gibt es außerdem, weitere sollen in Zukunft dazu kommen, auch Ausbildungsfilme, die deutlich spannender sind als es sich hier liest, sind per Video zu sehen.
Dem Einfallsreichtum der „Feuer.Wehrker“ sind nur finanzielle Grenzen gesetzt, Ideen gibt es wie Sand am Meer. Geplant ist schon für die nähere Zukunft ein „Audio-Guide“, eine Museumsführung also, die ganz ohne Museumsführer auskommt, sondern über das Smartphone funktioniert – eine neue Technik, die es andernorts bereits gibt und fürs „Feuer.Wehrk“ finanzierbar scheint.
Erstaunlich, was bereits erreicht wurde und noch in der Planung/Umsetzung steckt. Angefangen hatte alles am 5. Dezember 1985 mit einem Auto der Feuerwehr Bochum auf dem ehemaligen Mönninghoff-Gelände. Es folgten mehrere Umzüge im Stadtgebiet und auf dem Hüttengelände. Inzwischen fühlt sich die Museumsmannschaft sehr wohl an der Henrichs-Allee 2.
Vereinsvorsitzender Holger Ertel: „Wir sind seit 2006 in dieser Halle und seit 2009 ist endlich das Dach dicht“, schmunzelt auch er. Viel Arbeit ist in die Halle gesteckt worden. Das fing seinerzeit mit gründlicher Reinigung an, wozu auch das Vertreiben von Tieren gehörte, ging über das Streichen der Wände bis zur Konzeption der Ausstellung. Ein „roter Schlauch“ – so zumindest nennt den markierten Weg Museumsleiter Hartmut Schlüter, Ahnungslosere als er würden das „rote Fliesen“ nennen - führt durch die einzelnen Stationen, die logisch aufeinander aufgebaut sind, Besucher immer wieder zum Mitmachen und Ausprobieren beispielsweise von Feuerwehrbekleidungen anhalten, und anderes, das weit über das Sitzen in Feuerwehrautos verschiedener Epochen hinausgeht – einfach spannend und die Zeit verfliegt regelrecht. Auch dafür hat Hartmut Schlüter einen passenden Spruch, der hundertprozentig passt: „Begreifen mit Herz und Hand“. In Planung ist auf dem grünen Außengelände im Sommer so etwas wie eine „Schlauch-Olympiade“.
Die ehrenamtliche Museumscrew bietet regelmäßige Öffnungstage von Mai bis Oktober an sowie unter dem Motto „Museum spontan“ auch immer wieder kurzfristig angesetzte Möglichkeiten zum besonderen Einblick für Besucher. Solche spontanen Führungen gibt es gratis, die dazu erzählten Anekdoten ebenfalls.
Veröffentlichungen in etlichen Ruhrgebietsführern und Internetportalen haben das „Feuer-Wehrk“ als spektakulären Ort in kolossalem Ambiente erkannt und beworben. Es ist Bestandteil der „Route der Industriekultur“, selbst Hochzeiten mit bis zu 200 Gästen werden hier bereits ausgerichtet.
Hartmut Schlüter: „Wir Feuer-Wehrker und die Sparkasse wünschen uns, dass möglichst viele Hattinger den Weg ins Museum finden und dabei Freunde, Bekannte und Gäste mitbringen, die weitererzählen, wie bei ihnen der Funke übergesprungen ist. Unser Aktion ,Feuer frei' zu Pfingsten läuft am Sonntag, 4. Juni, von 14 bis 17 Uhr. Dann kann jeder sehen, dass wir keine Sammler sind, sondern wir zeigen und erzählen auf dem Rundgang Geschichte und Geschichten.“
Eine Bilderstrecke aus dem Feuerwehrmuseum auf www.lokalkompass.de/hattingen verschafft vor dem Besuch schon einmal einen ersten Überblick!

Das Feuerwehrmuseum "Feuer.Wehrk" Hattingen, Henrichs-Allee 2:

Die Aktion „Feuer frei“ geht für Kunden der Sparkasse Hattingen weiter. Wer auswärtige Gäste mitbringt, zahlt im Museumsjahr 2017 keinen Eintritt. Und wer gerade keinen Besuch hat, kann zum halben Eintrittspreis Feuer fangen. Neben guter Laune ist lediglich die Sparkassen-Card mitzubringen.

Das Feuerwehrmuseum ist regelmäßig geöffnet von Mai bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr, an angekündigten Sonderöffnungstagen und jederzeit bei verabredeten Gruppenführungen.

Der Eintritt ohne "Feuer frei"-Vergünstigung beträgt vier Euro pro Person und zehn Euro pro Familie.

Kontakt: Post@FeuerimRevier.de oder per Telefon unter 0234-5169716 (Holger Ertel) und 0234-2984685 (Hartmut Schlüter)

Weitere Infos unter www.FeuerimRevier.de Feuerwehrmuseum "Feuer.Wehrk"
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Manfred Wittenberg aus Düsseldorf | 02.06.2017 | 18:55  
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