Kunst an Arnsberger Kreisverkehr
"Map" soll zum Kunstsommer installiert werden

Künstler Aram Bartholl am Kreisverkehr Clemens-August-Straße/ Brückenplatz: Hier soll sein Werk "Map" bis Mitte August errichtet werden.
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Das Kunstwerk "Map", das am Kreisverkehr an der Clemens-August-Straße/ Brückenplatz errichtet werden soll, sorgt nach wie vor für Diskussionen. Jetzt war Künstler Aram Bartholl selbst vor Ort.
"Es ist ein Thema, das Emotionen auslöst", weiß Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner - "im Vorfeld und auch jetzt." Am Freitag hatten Vertreter des Kulturbüros Arnsberg zum "Ort des Geschehens" eingeladen. "Kunst ist offen, jeder sieht etwas anderes, hat eine andere Perspektive", so Aram Bartholl. Bereits 2006 hat er mit dem Kunstwerk "Map" begonnen, als temporäre Arbeit. Über die Jahre wurde es an verschiedenen Orten gezeigt, unter anderem in Taipeh und Tallin. Zurzeit steht eine neun Meter hohe Version in San Francisco. "Ursprünglich stand das 'A' für den Anfang einer Auflistung, wie sie früher bei Google Maps die ersten zehn Treffer anzeigte." Seitdem ist die Digitalisierung weit fortgeschritten - und das hat starke Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Rotes A soll zum Nachdenken anregen

"Wir müssen immer noch lernen, damit umzugehen", erklärte Bartholl. "Es gibt unterschiedliche Wahrheiten und Realitäten. Früher beim Stammtisch gab es Kontroversen - heute melden sich auf Facebook Leute, die eigentlich alle nur eine - die gleiche - Meinung haben." Gleichzeitig gebe es zum Beispiel viele Geschäftsinhaber, die der Meinung seien, sie seien praktisch nicht existent, wenn sie nicht auf Google gelistet seien. "Für mich steckt diese ganze Diskussion in dieser Skulptur" erläuterte der Künstler den roten Pin. "Wo ist denn heute diese Realität, die wir täglich erleben? Das ist die Grundfrage in meinen Arbeiten: Was passiert da eigentlich und wie können wir damit umgehen?".

"Wir sind Arnsberg!"

Der Vorschlag für das Kunstwerk war vom Kunstverein Arnsberg eingereicht worden. Für Gründungsmitglied Dr. Johannes Teiser steht fest: "Wenn wir Kulturstadt sein wollen, dann muss auch so eine Kultur stattfinden. Dass das 'A' am Hauptkreuzungspunkt in Arnsberg errichtet werde, sei für ihn nicht nur eine Frage der geographischen Verortung. "Es ist auch eine Form der Selbstbehauptung: Wir sind Arnsberg!" "Es geht nicht um Dekoration für den Kreisverkehr", bestätigte Jurymitglied Sabine Vogel.

Einstimmiges Juryurteil

Für den Kreisverkehr hatte die Stadt Arnsberg im vergangenen Jahr einen Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben, zehn Vorschläge lagen schließlich vor. Die unabhängige Jury entschied sich einstimmig für das Kunstwerk von Aram Bartholl. Der Wettbewerb habe die Chance eröffnet, sich aktiv zu beteiligen, erklärte Kirsten Minkel vom Kulturbüro. "Es haben - gemessen an der öffentlichen Diskussion - leider nur wenige Gebrauch davon gemacht." Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl sei die Umsetzbarkeit gewesen, außerdem die im Rahmen des Wettbewerbs ausgeschriebene Summe von 30.000 Euro, die von einem privaten Geldgeber bereit gestellt wird. Die Folgekosten sollten sich auf 500 Euro beschränken. "Es war das erste Mal, das wir so eine Ausschreibung für Kunst im öffentlichen Raum hatten", so Minkel. Explizit sei
kein historischer Bezug gefordert worden, sondern zeitgenössische Kunst.

Sechs Meter hoch und vier Tonnen schwer

Das Fundament wurde bereits errichtet. Das Werk selbst, das den örtlichen Gegebenheiten angepasst wird, wird rund sechs Meter hoch und vier Tonnen schwer sein und soll diagonal zu den beiden Verkehrsachsen stehen. "Map" soll von unten beleuchtet werden, der Kreisverkehr mit bienenfreundlichen Stauden bepflanzt werden. Bis Mitte August soll das Kunstwerk, das derzeit gefertigt wird, installiert werden - im zeitlichen Kontext des Arnsberger Kunstsommers.

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