"Die Pflicht jedes revolutionäres ist es die Revolution zu machen".
Die 68er - heute noch aktuell?

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Lange lange ist es her.1968. Dieses Jahr steht für ein Jahr voller Veränderungen.Ein Jahr welches weltweit, aber auch in Deutschland selber zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen führen sollte. Mit der Gesellschaft wandelte sich die Politik, die Grünen sind ein Erzeugnis der 68er.
Aber was soll man mit diesem Synonym einer Generation heute noch anfangen? 
Das lässt sich nicht eindeutig erklären. Dennoch möchte ich hier einige Disskusins- und Interpretationsansätze wagen.

Wortführer und das Sinnbild schlechthin für dieses revolutionäre Jahr ist ,wie kein anderer, Rudi Dutschke. Er predigte als politisches mittel der antikapitalistischen Revolution den "langen Marsch durch die Institutionen". Die Gesellschaft von innen verändern. Für eine bessere Gesellschaft streiten an den Universitäten, dem Arbeitsplatz das sollte der lange Marsch sein. (Entlehnt hat sich Dutschke   des langen Marsches vom sozialistischen Führer Chinas , Mao Zedong.)
Wir wissen alle, dass die Weltrevolution nicht geglückt ist. Nach den Friedlichen Protesten im Anschluss an den Vietnamkongress im Auditorium Maximum der TU Berlin wurde der Ton in der Gesellschaft rauer. Die Arbeiter wollten keine Revolution machen, sondern erfreuten sich ihres neuen VWs.
Aber was bewegte die Intellektuellen dazu auf die Straße zu gehen? Die Revolution zu wagen? Es war zum einen der Frust über die alten nazis in den Führungspositionen, zum anderen der inhumane Krieg der USA in Vietnam. Über die Mattscheibe konnten die Studierenden sehen, wie der großzügige Uncle Sam die Vietcong mit Napalm und Bomben beschoss.Bilder, welche in die Geschichte eingehen sollten.Bilder welche zeigten, dass die USA nicht den bewaffneten feind sondern auch die Zivilbevölkerung abschlachtete.
In Hollywood erhob sich eine generation von Filmemachern um die Schrecken dieses Krieges aufzuzeigen (vergl. Apokalypse Now).
Auch ein Grund waren die Notstandsgesetze, welche durch die damalige Bundesregierung verabschiedet wurden.Gesetze, welche in den Augen der Studenten ihre  Freiheit einschränkten. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11.April. 1969 eskalierten die Demonstrationen, Hauptfeind war die Springerpresse. Steine flogen, Autos brannten und Schilder mit der Aufschrift: "ENTEIGNET SPRINGER" wurden in den Himmel gehalten.
Der Anschlag auf Dutschke sollte das Ende der Studentenbewegung und den Anfang einer linksextremistischen Terrorwelle durch die RAF bekunden.

Aber warum langweile ich den potentiellen Leser nun mit diesen alten Kammellen?
Aus einem einfachen gründe. Einzelne Politikwissenschaftler und Soziologen vergleichen die "Fridays for Future" Bewegung mit den 68ern.

Dem möchte ich gerne zustimmen. Genauso wie damals die 68er kämpfen "Fridays for Future" für eine gerechtere Gesellschaft. Nur eben auf ökologischer Grundlage. Aber man kann auch argumentieren, dass die "Fridays for Future" Bewegung ein indirekter Nachfolger der 68er ist. Erst nach 68 und nach Zerfall des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) sollten die AKW (Anti Atomkraft Bewegung) und auch Frauen- und Friedensbewegungen unsere Gesellschaft nachhaltig prägen und verändern. Aus den ersten Ökologiebwegungen entstand die Partei "Die Grünen" aber auch z.B. Organisationen wie "Greenpeace" in den USA.
Demzufolge ist "Fridays for Future" ein geistiger Nachfolger der Revoluzzer von damals. Auch stellen die Proteste von 68 für viele der damaligen Studierenden den ersten politischen Kontakt dar. Das ist auch bei den FFF- Aktivisten der Fall. Erst durch die Freitagsdemonstrationen wurden einige der jungen Menschen politisiert. Auch spalten die Anliegen der Schüler*innen die Gesellschaft. Es gibt viele Befürworter aber auch viele Gegner.
Auch lässt sich das Phänomen weltweit beobachten. So haben am Weltweiten Klimastreik am 20.September Schüler*innen unterschiedlichster Nationen auf den Straßen. Dies ist der wohl größte Unterschied zur Proteststruktur.Während die 68er isoliert auftraten bewegt "Fridays for Future" die Massen, selbst über Landesgrenzen hinaus.Dis lässt sich natürlich an der Thematik festmachen, da Klimaschutz eine Globale Angelegenheit ist.
Abschließend lässt sich festhalten: Auch wenn es in Deutschland keine große Revolution gab, wie sie Dutschke und Konsortien gerne gesehen hätten, so haben die 68er Deutschland nachhaltig geprägt und eventuell den nachfolgenden Generationen ermöglich die Revolution zu machen.Eine Revolution ohne rot wehende Fahnen, ohne den Sturm auf den Bundestag.Sondern eine stille, eine innerliche, eine kognitive Revolution.
Eine Revolution die uns als Gesellschaft dazu auffordert den Klimawandel und den Klimaschutz ernst zu nehmen.Die die Politiker*innen dazu auffordert endlich der Wissenschaft gehör zu schenken und endlich die erforderlichen Maßnahmen zu erbringen um dem gerecht zu werden. 

Links:
Vergleich von FFF mit 68:
https://www.mdr.de/kultur/fridays-for-future-jugend-protest-100.html
https://taz.de/Fridays-For-Future-Demo-in-Berlin/!5581608/

Politische Richtung der FFF-Aktivisten:
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fridays-for-future-wie-ticken-die-demonstranten-16341221.html

Zahl der Protestteilnehmer am 20.September.2019:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fridays_for_Future#cite_note-:11-52

Autor:

Luca Hermsen aus Bedburg-Hau

Luca Hermsen auf Twitter
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