Tung-Chieh Chuang wird neuer Generalmusikdirektor
Das neue Gesicht der BoSy

Tung-Chieh Chuang (l.) mit OB Thomas Eiskirch (M.) und Kulturdezernent Dietmar Dieckmann bei der Vertragsunterzeichnung.  | Foto: Andreas Molatta
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"Kunst ist systemrelevant", lautet das Credo des Dirigenten Tung-Chieh Chuang, der in der Saison 2021/ 2022 die Nachfolge von Steven Sloane als Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Intendant des "Anneliese Brost Musikforum Ruhr" antritt. Am vergangenen Freitag hat er seinen Vertrag im Ratssaal unterschrieben.

Steven Sloane wird sein Amt bekanntlich im Juli kommenden Jahres nach dann 27 Jahren niederlegen. Bereits im Dezember 2018 begann eine zehnköpfige Findungskommission mit der Suche nach einem Nachfolger. "Es war von entscheidender Bedeutung", betonte Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, "dass neben Vertretern aus Politik und Verwaltung auch Mitglieder des Orchesters in die Suche nach einem neuen Generalmusikdirektor einbezogen waren."
In einem aufwendigen Verfahren hat die Findungskommission aus zunächst 58 Kandidaten eine Vorauswahl von 17 Persönlichkeiten getroffen, die Auswahl in einem nächsten Schritt auf vier reduziert und sich schließlich, wie Kulturdezernent Dietmar Dieckmann betonte, einstimmig für Tung-Chieh Chuang entschieden. Am vergangenen Donnerstag hat der Rat der Berufung des Dirigenten zugestimmt.

In Bochum kein Unbekannter

Dabei ist der aus Taiwan stammende Tung-Chieh Chuang in Bochum kein Unbekannter: Bereits im April 2018 hatte er ein Gastspiel bei den Bochumer Symphonikern, das beim Publikum gut ankam. Auch die Musiker waren voll des Lobes für den Dirigenten. Im Oktober dieses Jahres wird der designierte Generalmusikdirektor die BoSy durch ein symphonisches Programm führen. Am 1. August 2021 beginnt dann seine dreijährige Amtszeit als Generalmusikdirektor - mit einer Option auf eine Verlängerung um zunächst zwei Jahre.
Der 37-jährige Tung-Chieh Chuang, der aus einer Familie professioneller Musiker stammt, ist verheiratet und Vater einer dreijährigen Tochter. Er hat sich bereits entschieden, mit seiner Familie von Berlin nach Bochum zu ziehen. "Ich will hier nicht nur Konzerte geben, sondern mich auch in die Gesellschaft einbringen und der Musik ein Gesicht geben", begründet er diesen Schritt.

Reiche musikalische Erfahrung

Erfahrungen hat Tung-Chieh Chuang, zu dessen Mentoren Mark Gibson, Gustav Meier, Otto-Werner Mueller und Nicolás Pasquet zählen, bei Gastdirigaten vornehmlich in Europa und Asien gesammelt und er ist auch schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden. Seine neue Aufgabe als Generalmusikdirektor ist dennoch etwas ganz Besonderes für ihn, wie er betont: "Mit den Bochumer Symphonikern habe ich mein Orchester, meine musikalische Heimat gefunden."
Was die Programmgestaltung betrifft, will er an Bewährtem festhalten, aber auch neue Akzente setzen: "Der große Bogen von der Klassik und Romantik bis zum Jazz gehört zur DNA der Bochumer Symphoniker und diese Tradition werde ich weiterführen. Gleichzeitig wird auch mein persönlicher Geschmack in die Programmgestaltung einfließen: Diversität ist mir ein besonderes Anliegen und ich kann mir auch vorstellen, Werke der asiatischen Musik aufzugreifen. Ich hoffe, damit auch Menschen zu ereichen, die jetzt noch nicht zu den Konzerten der Symphoniker kommen."
Entsprechend ist der Dialog zwischen den Kulturen eine Leitlinie seiner Arbeit. "Ich möchte kreative Konzertformen erproben", betont er. Auch die Akustik im Musikforum hat es ihm angetan. "Ich kann es gar nicht erwarten, meine musikalische Reise mit den Bochumer Symphonikern anzutreten und mich in das musikalische Leben der Stadt einzubringen", sagt er.

Eine besondere Verbindung

Schon anlässlich seines Gastdirigats bei den Bochumer Symphonikern im Jahr 2018 habe er eine besondere Verbindung zur Stadt und ihren Einwohnern gespürt. "Ich bin mir sicher", betont er, "dass Bochum für mich und meine Familie schnell zum neuen Zuhause wird."

Autor:

Nathalie Memmer aus Bochum

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