VfL im Endspurt: „Aus einer nicht so tollen Saison eine vernünftige Spielzeit machen!“

Plötzlich geht's doch: Gegen 1860 München überzeugte der VfL mit einer geschlossen starken Leistung über 90 Minuten. Foto: Molatta
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  • Plötzlich geht's doch: Gegen 1860 München überzeugte der VfL mit einer geschlossen starken Leistung über 90 Minuten. Foto: Molatta
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Zum Saisonende hin schreibt der VfL Bochum dann doch noch positive Schlagzeilen: Die Mannschaft gewinnt auswärts bei 1860, die Stürmer treffen plötzlich, Patrick Fabian steht wieder auf dem Platz und dem Verein winkt dank guter Platzierung in der Tabelle noch ein ordentlicher Batzen Geld. Einziger Wermutstropfen: Das Verletzungspech bleibt den Bochumern auch vor dem Spiel gegen St. Pauli treu.

Wenn es mal immer so einfach wäre. Da setzt Gertjan Verbeek vor dem Spiel in München zur Generalkritik an, beklagt in seiner Brandrede „ein strukturelles Problem in der Mannschaft“ und kündigt für den Sommer für einige Spieler Konsequenzen an. Und was machen die Gescholtenen? Zeigen beim TSV 1860 im letzten Auswärtsspiel dieser Spielzeit endlich mal über 90 Minuten eine gute Leistung und fahren mit dem 2:1-Sieg verdient drei Punkte ein.

Mlapa beendet Torflaute

„Wir wussten, dass wir etwas gut zu machen hatten“, gestand Peniel Mlapa ein. „Ich denke, das ist uns gelungen. Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt. Dieses Mal war es von der ersten Minute an okay.“ Was auch für den Stürmer selbst galt. Bei seinem Ex-Klub beendete Mlapa seine Torflaute und erzielte sein achtes Saisontor. Insgesamt konnte sich das Spiel der Bochumer sehen lassen. „Wenn wir die Räume hatten, haben wir gut kombiniert. Wenn es eng wurde, standen wir sehr kompakt“, lobte Kapitän Manuel Riemann eine „mehr als ordentliche Leistung.“

Rieble fällt lange aus

Spieler zufrieden, Trainer zufrieden und auch der Sportvorstand verteilte dieses Mal Lob: „Mir hat gefallen, dass wir auch in der zweiten Halbzeit die Ruhe bewahrt haben und nicht hektisch geworden sind.“ Dies mag umso mehr erstaunen, weil der VfL wieder eine ganze Reihe an Ausfällen verkraften und Gertjan Verbeek improvisieren musste. Neben Celozzi, Stöger, Pavlidis und Perthel fielen auch Janelt, Gyamerah, Quaschner, Bandowski und Nico Rieble aus. Letzteren erwischte es dabei richtig übel: Bei dem 21-Jährigen wurde ein Knorpelschaden im Knie diagnostiziert. Noch in dieser Woche wird der Linksverteidiger operiert und fällt rund drei Monate aus.

Ein anderer Bochumer feierte dafür nach langer Pause in München ein erstaunliches Pflichtspiel-Comeback. Patrick Fabian musste in der für ihn ungewohnten Dreierkette ran und löste das mehr als souverän, was ihn selbst gleichermaßen überraschte und stolz machte: „Das war ein Kaltstart von Null auf 100. Dass ich das 90 Minuten durchgezogen habe, war toll. Da weiß man, wofür man sich wochenlang in der Reha gequält hat.“

Halbe Million aus dem TV-Ranking?

Gut möglich, dass das VfL-Urgestein auch zum Saisonabschluss am Sonntag (21.5., 15.30 Uhr) gegen den FC St. Pauli vor wohl ausverkauftem Haus noch einmal ran darf. „Wenn wir da so wie in München auftreten, haben wir gute Chancen, uns mit einem Heimsieg zu verabschieden. Das wäre perfekt“, hofft Thomas Eisfeld. Riemann sieht in der Partie „die riesige Chance, aus einer nicht so tollen Saison noch eine vernünftige Spielzeit zu machen“. Dies gilt umso mehr, da den Bochumern bei einem Erfolg auch finanziell noch eine ordentliche Stange Geld aus dem TV-Ranking winkt. Zusätzlich rund eine halbe Million Euro dürfte der Verein verbuchen, wenn St. Pauli in der Endabrechnung drei Tabellenplätze hinter dem VfL landet. Derzeit liegt Bochum auf Rang sieben zwei Punkte und zwei Plätze vor den Hamburgern.

Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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