Elektromobilitätskonzept der Stadt Bottrop soll Grundlage für den bedarfsgerechten Ausbau werden
"Watt mit Zukunft" ist angesagt

Zwischen 105 und 150 Ladepunkte soll Bottrop im Jahr 2023 haben.  | Foto: Michael Kaprol
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"Für Bottrop ist Elektromobilität kein Neuland: Wir hatten schon im Jahr 2005 das erste E-Auto in der Verwaltung eingesetzt", sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler. Die Stadt hat ein Elektromobilitätskonzept in Auftrag gegeben, um damit für bessere Luft, weniger Lärm und mehr Lebensqualität in der Innovation City zu sorgen.

Der Wassertoffbus am Tetraeder wurde mangels Support zwar eingestellt, aber es gibt an anderer Stelle die Linie 979, die zwischen Sterkrade und Bottrop komplett elektrisch fährt. Der Fuhrpark der Stadt Bottrop hat zur Zeit 14 E-Autos, bis zum Jahresende sollen es 18 sein. "Parken ist für Elektrofahrzeuge kostenlos", wirbt Tischler dafür, die Emissionen von gesundheitsschädlichen Stickoxiden und Feinstaub in den Städten zu reduzieren. "Aber Elektrofahrzeuge sind nur so klimafreundlich wie der Strom, mit dem sie betankt werden", gibt der Oberbürgermeister zu bedenken. Auch die Verknüpfung mit lokalerzeugter, erneuerbarer Energie wird für die Stadt ein Thema.
"Wir müssen herausfinden, wo die wirtschaftlichen oder technischen Hemmnisse liegen, die die Bottroper vom Kauf eines Elektroautos abhalten", sagt der Technische Beigeordnete Klaus Müller, der bereits seit dreieinhalb Jahren selbst privat zufrieden ein E-Auto lenkt. "Zunächst sollte man sich überlegen, wann ein solches Auto Sinn macht: Wer im lokalen Verkehr täglich nicht mehr als 100 Kilometer unterwegs ist, sollte über ein Elektroauto nachdenken." Die Stadt selbst hat, außer der am Rathaus für den eigenen Fuhrpark, keine Ladestationen. Aktuell gibt es in ganz Bottrop - mit Ausnahme von Pendlern und Touristen, 214 extern aufladbare Elektro-Pkw, bis 2023 soll sich die Zahl auf 1.050 erhöht haben.
Laut EU-Richtlinie sollte es mindestens einen Ladepunkt für je zehn Fahrzeuge geben. Auf ganz Deutschland gerechnet gibt es etwa eins zu neun Ladepunkte bei rund 200.000 Elektro- und Plug-in-Hybrid-Pkw mit rund 22.000 Ladepunkten. Bottrop hat aktuell 56 Ladepunkte. "Damit ist Bottrop besser als der Bundesdurchschnitt und hat eine gute Infrastruktur", sagt Hermann Blümel vom IKEM-Institut for Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM). "Bis zum 1. Januar 2023 könnte Bottrop 105 - oder, wenn es so weiter geht - sogar 150 Ladepunkte haben. Zwölf Ladepunkte habe die ELE geplant. "85 Prozent der Ladungen finden auf privatem Grund statt, da viele Leute keine Lust haben, sich in aller Frühe um ihr Auto zu kümmern und umzuparken, wenn es gerade aufgeladen ist." Das IKEM wird sich zusammen mit dem Beratungsunternehmen Becker Büttner Held Consulting (BBHC) um den bedarfsgerechten Ausbau, also die zielgerichtete Verbesserung der Ladeinfrastruktur, Möglichkeiten zur Elektrifizierung kommunaler und gewerblicher Fuhrparks und die regenerative Erzeugungg des eigenen mobilen Stroms kümmern. Ende Februar soll das Projekt abgeschlossen sein. Um sicherzustellen, dass das Konzept praxistauglich ist, werden Bürger und Unternehmen beteiligt.
Auf der Homepage www.bottrop.de/e-mobil gibt es aktuelle Meldungen rund um das Elektromobilitätskonzept. In Workshops, Umfragen und Gesprächsrunden werden die Bedürfnisse und Lösungsmöglichkeiten bei Energieversorgern, Netzbetreibern und Unternehmen abgefragt.
Die erste Umfrage ist unter http://www.t1p.de/mieterumfrage zu erreichen und richtet sich an Mieter. Ihre Perspektiven sollen im Mobiltäskonzept besonders berücksichtigt werden. Die Wohnungsunternehmen GBB und Vonovia unterstützen das Vorhaben.

Zwischen 105 und 150 Ladepunkte soll Bottrop im Jahr 2023 haben.  | Foto: Michael Kaprol
Mit dem Slogan "bottrop. Watt mit Zukunft" wirbt die Stadt für Elektromobilität.  | Foto: Michael Kaprol
Autor:

Bettina Meirose aus Bottrop

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