Zahl der Senkungen vervierfacht

Die Auswirkungen der Senkungen sind an der Boye deutlich zu erkennen, wissen Stefan Heitmann und Michael Farin.
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  • Die Auswirkungen der Senkungen sind an der Boye deutlich zu erkennen, wissen Stefan Heitmann und Michael Farin.
  • Foto: Kappi
  • hochgeladen von Bettina Meirose

Kirchhellen. Kürzlich wurde in Kirchhellen bei einer Bürgerversammlung das Gutachten zu festgestellten Bergsenkungen vorgestellt. Der Stadtspiegel sprach mit Michael Farien, Vorsitzender des Initiativkreises bergbaubetroffener Bürger (IBB) und Stefan Heitmann, seinem Stellvertreter.

„Bis 2018 darf hier noch Kohle abgebaut werden. Dabei werden immer neue Förderrekorde gebrochen. Die Schäden, die hierdurch zusätzlich noch entstehen, werden leider völlig ignoriert“, sagen Farien und Heitmann. Die sogenannte „Nulllinie“, also die Linie, innerhalb derer Bergbauschäden stattfinden und rechtlich reguliert werden, ist längst überschritten: Seit 2003 werden Senkungsereignisse außerhalb der Nulllinie festgestellt.
„Bis zur A31 sind Bergbauschäden festzustellen“, sagt Farien und Heitmann ergänzt: „Dieser Teil wird der ‚Gürtel‘ genannt.“ Er erstreckt sich über etwa einen Kilometer. Hier gibt es Senkungen von mindestens drei Zentimetern. „Die Häuser hier haben Risse“, weiß Farien.
Dass der Gürtel nicht in die Nulllinie mitaufgenommen wird, ist ein rechtliches Problem: „Das Bergwerk hat sich zwar verpflichtet, auch für die Schäden innerhalb des Gürtels gerade zu stehen, sie genauso wie solche innerhalb der Nulllinie zu behandeln, rechtlich bindend ist das aber nicht“, so Michael Farien, „denn für den erweiterten Erfassungsraum gibt es keine rechtliche Grundlage. Das sind nur Versprechungen. Was in ein, zwei Jahren oder 2018, mit dem Ende des Bergbaus, stattfinden wird, weiß keiner.“ Der betroffene Bereich habe sich vervierfacht. Nicht allein die Häuser sind betroffen: „Ganz Kirchhellen wird eine Schieflage in Sachen Entwässerung bekommen. Das sieht man zum Beispiel an der Boye, die inzwischen von drei auf acht Meter abgesackt ist. Irgendwann wird das ganze System gar nicht mehr funktionieren“, sind sich Heitmann und Farien sicher. „Auch wenn 2018 keine Steinkohle mehr gefördert wird, ist mit den Schäden noch lange nicht Schluss. Hier sollte neu überlegt werden“, fordern Farien und Heitmann.

Die Auswirkungen der Senkungen sind an der Boye deutlich zu erkennen, wissen Stefan Heitmann und Michael Farin.
Dieses Modell hat Stefan Heitmann (r) im Jahr 2004 angefertigt. Es zeigt, wie die Bezirke außerhalb der Nulllinie betroffen sind.

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