Ambulante Krebsberatung in Bottrop: Informieren, auffangen, begleiten

Selbsthilfgegruppen gibt es in Bottrop bereits. Die  ambulanten Krebsberatung will Betroffenen und ihren Angehörigen Wege aus der Hilflosigkeit zeigen.
  • Selbsthilfgegruppen gibt es in Bottrop bereits. Die ambulanten Krebsberatung will Betroffenen und ihren Angehörigen Wege aus der Hilflosigkeit zeigen.
  • Foto: Michael Kaprol
  • hochgeladen von Bettina Meirose

„Wer die Diagnose Krebs bekommt, stürzt aus heiteren Himmel in die völlige Orientierungslosigkeit“, weiß Anne Grüter von der Krebsberatung Gelsenkirchen. Wenn dieser Fall eintritt, kann die Krebsberatungsstelle in Bottrop helfen. Ab dem 7. Oktober lädt Ute Grollmann als Fachreferentin mittwochsvormittags zur Sprechstunde ein.

„Für Bottrop ist es ein Glücksfall, dass es mit der Krebsberatung in Gelsenkirchen zu einer Kooperation gekommen ist“, sagt Andrea Multmeier, Geschäftsführerin des Paritätischen. „Das ist eine zusätzliche Säule neben der Selbsthilfe, eine Beratungsstelle für das, was die Bottroper sehr beschäftigt.“ Wie riesig die Nachfrage ist, kann Anne Grüter in Gelsenkirchen seit 2002 beobachten. Aus einer halben Stelle mit ein paar Stunden wurden zwei volle Stellen.
Beratung, Unterstützung und Begleitung möchte die ambulante Krebsberatung bieten: „Wenn jemand, dem vom Arzt dringend eine OP empfohlen wird, eine zweite Meinung einholen möchte, oder wer Arbeitslosengeld II-Empfänger ist und Mittel benötigt, oder wer Alleinerziehender mit minderjährigen Kindern ist, und sich fragt, wie er seinen Kleinen diese Diagnose vermitteln kann - wir zeigen Wege auf“, so Grüter. Auch Elisabeth Remmers und Eva Maria Schmeier von der Selbsthilfgegruppe „Frauen nach Krebs“ freuen sich über das neue Angebot: „Wir sind zwar selbst schon sehr wissend, aber freuen uns riesig über die neue Unterstützung. Wir haben lange darauf gewartet. Ärzte haben zu wenig Zeit, die Familie kann einem auch nicht helfen - man ist hilflos und funktioniert nach solchen Diagnosen einfach nur.“
Das kann Anne Grüter nur bestätigen: „Bei solchen Diagnosen hat die ganze Familie Angst - aber keiner redet darüber, jeder will den anderen schützen, deshalb wird geschwiegen. Auch hier müssen wir helfen, Perspektiven zu entwickeln. Wir sind eingeflochten in ein großes Netz und können als Lotse viele Möglichkeiten nutzen.“

Hintergrund:

- Das Beratungsbüro an der Gerichtsstraße 3 des Paritätischen lädt ab dem 7. Oktober mittwochs von 10 bis 11.30 Uhr zur offenen Sprechstunde ein.
- Weitere Termine sind nach Absprache möglich. Terminanfragen können montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr unter Tel. 0209/9132840 an die Krebsberatungsstelle Gelsenkirchen gerichtet werden.
- Die Frauenselbsthilfe nach Krebs trifft sich jeden 4. Montag im Monat, außer in den Ferien, An der Martinskirche 1, von 15.30 bis 17 Uhr. Weitere Infos bei Elisabeth Remmers, Tel. 4625096.

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