Minimal-invasiver Kathetereingriff am Knappschaftskrankenhaus
Herkömmliche Herzoperation ist Geschichte

Chefarzt Dr. Christ erklärt dem Patienten Westerwinter die Funktionsweise des implantierten Clips.
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  • Chefarzt Dr. Christ erklärt dem Patienten Westerwinter die Funktionsweise des implantierten Clips.
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Bottrop. Bereits zwei Tage nach einem Herzklappeneingriff konnte Franz Hermann Westerwinter wieder aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen werden. Er leidet seit langem an einer Herzschwäche, da sich die Leistung seines Herzens nach einer Bypassoperation im Jahr 2002 nicht wieder vollständig erholte. Im Laufe der Jahre kamen andere Erkrankungen hinzu, zuletzt die schwere Undichtigkeit einer Herzklappe.

Die erneute Operation des Herzens wurde von den konsultierten Herzchirurgen als sehr risikohaft beurteilt. Er war nun froh, dass ihm das Knappschaftskrankenhaus Bottrop mit einer alternativen Behandlungsmethode helfen konnte.  „Herzschwäche ist gerade bei älteren Patienten ein immer größer werdendes Problem“, erklärt Dr. Christ, Chefarzt der Kardiologie im Knappschaftskrankenhaus Bottrop, „mit der zunehmenden Schwäche des Herzens verliert das Herz seine geometrische Form und es entstehen weitere Probleme, wie etwa die Undichtigkeit von Herzklappen. Früher mussten viele Patienten auf eine Behandlung verzichten, weil das Risiko einer Herzoperation für zu groß erachtet wurde. Seit etwa 12 Jahren steht uns Kardiologen nun jedoch ein alternatives Verfahren für die Behandlung von Patienten mit einer undichten Herzklappe zur Verfügung, das so genannte Clipping.“Beim Clipping wird ein Clip über eine Leistenvene bis zu der Stelle des Herzens geführt, an der er dann dauerhaft verbleibt und der undichten Herzklappe bei der Arbeit helfen soll. Beim ersten Gespräch über dieses Verfahren erinnerte der Clip Herrn Westerwinter optisch „an eine Wäscheklammer“. Gerade einmal eine Stunde hat der Eingriff unter Vollnarkose bei ihm gedauert. Damit auch wirklich für jeden Patienten individuell das bestmögliche Verfahren gefunden wird, werden im Knappschaftskrankenhaus Bottrop zunächst alle Patienten mit den Herzchirurgen des Universitätsklinikums Essen besprochen. Nachfolgend entscheiden Herzchirurgen und Kardiologen gemeinsam, welche Behandlungsmethode für den einzelnen Patienten zu empfehlen ist. Seit der Eröffnung des Hybrid-Operationssaals am Knappschaftskrankenhaus Bottrop zum 29.09.2020 wurden neben Herrn Westerwinter schon sieben weitere Patienten mit diesem modernen, minimal-invasiven Verfahren behandelt. „Die Möglichkeiten des Hybrid-OP erlauben uns, diese komplexen Eingriffe mit der notwendigen Präzision durchzuführen und gleichzeitig das Herzkatheterlabor für Notfälle wie etwa Herzinfarkte frei zu halten.“, so Dr. Christ.

Hintergrund:
- Weltweit wurden schon über 100.000 Patienten mit dem MitraClip behandelt, er wird bei der Undichtigkeit der Mitralklappe des Herzens eingesetzt.
- Fast 10% der über 80-jährigen leiden an einer Herzschwäche. Die häufigsten Symptome sind Luftnot, Beinschwellung und Rhythmusstörungen. Bei einer unzureichenden Behandlung kommt es zu einer Unterversorgung anderer wichtiger Organe, wie etwa Gehirn, Niere und Leber.

Chefarzt Dr. Christ erklärt dem Patienten Westerwinter die Funktionsweise des implantierten Clips.
Ansicht des minimal-invasiv eingesetzten Clips.
Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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