Junge Talente - Einradfahrer Niklas Wojtek

Kürzlich stellte Niklas Wojtek einen Rekord über die 400 Meter Distanz auf. Als erster Deutscher blieb er unter 56 Sekunden.
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  • Kürzlich stellte Niklas Wojtek einen Rekord über die 400 Meter Distanz auf. Als erster Deutscher blieb er unter 56 Sekunden.
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Etwa fünf, sechs Jahre lang kickte er als Kind beim SV Fortuna. Seit er zehn ist, spielt er Tennis beim TC Eigen-Stadtwald. Seine größten, sportlichen Erfolge feiert Niklas Wojtek allerdings ganz wo anders.

Nämlich immer dann, wenn er auf der roten Tartanbahn im Stadion mit seinem Einrad unterwegs ist und dabei nicht gerade selten als Schnellster über die Ziellinie rollt. So zuletzt bei der Deutschen Meisterschaft im Einrad Rennen Anfang Oktober im Jahnstadion. Vier Mal stand der junge Bottroper, der für die DJK Adler 07 startet, dort ganz oben auf dem Treppchen. Auf der 400 Meter Strecke verbesserte er seinen eigenen deutschen Rekord und blieb als erster Deutscher unter 56 Sekunden. Einzig im Finale über 100 Meter kam Niklas Wojtek nicht so richtig in Tritt und stürzte. „Das ist ein bisschen ärgerlich“, sagt der 21-Jährige im Nachhinein, „da war ein kleiner Flüchtigkeitsfehler dabei.“

Ein Lapsus, der dem Sportler allerdings sonst recht selten unterläuft. Denn erst im vergangenen Mai holte er sich fünf Titel bei der Europameisterschaft in der Schweiz. Im Sommer 2012 in Italien wurde der Student der Fitnessökonomie gar Weltmeister, als er der Konkurrenz im Slalom-Wettbewerb keinerlei Chancen ließ. Seither darf sich Niklas Wojtek zu den weltbesten Akteuren seiner Sportart zählen. Ein Erfolg, für den vor rund 15 Jahren der Grundstein gelegt wurde – allerdings erst einmal ohne den jungen Mann. „Das war 1998“, erzählt er, „die Einrad-Weltmeisterschaft fand in Bottrop statt. Meine Schwes-ter und meine Eltern waren dort und haben zugeschaut.“ Doch nicht nur das. Die Familie war von diesem Sport so angetan, dass sie kurzerhand einen Anfängerkurs machte. Auch der damals siebenjährige Niklas war fasziniert und tat es ihr nur wenig später gleich. Der Anfang einer großen Karriere. Denn neben seinen internationalen Titeln und mehreren aufgestellten Weltrekorden dominiert der ehemalige Schüler des Josef-Albers-Gymnasiums seit 2009 auch die nationale Einradszene. Ganze 28 Mal kann er sich seither Deutscher Meister nennen.

„Ich bin durch viele Trainingseinheiten
dahin gekommen, wo ich jetzt bin.“

Talent oder harte Arbeit? Viel Training mit viel Disziplin sei es, das ihn so erfolgreich gemacht habe. Seine Begabung kann dabei dennoch nicht verschwiegen werden. „Naja“, sagt der 21-Jährige mit einem Lächeln, „sonst hätte ich wahrscheinlich nicht so schnell so viel gelernt.“ Außer dem wöchentlichen Vereinstraining stehen auch regelmäßige Einheiten mit dem NRW-Kader auf dem Plan. Neben der Ausdauer und Kraft werden vor allem die verschiedenen Disziplinen, beginnend bei den Rennen über 100, 400 und 800 Metern, bis zum Einbein-Wettbewerb, Radlauf und Slalom trainiert. Allesamt erfordern Beweglichkeit, ein gutes Körpergefühl und Geschick. „Auf dem Einrad zu fahren, ist ungefähr so, als würde man sein Körpergewicht auf einer Zwei-Euro-Münze balancieren“, erklärt der Athlet.

Diesen Gleichgewichtsakt beherrscht Niklas Wojtek allerdings mittlerweile fast im Schlaf – und mit Unterstützung seiner Familie. Denn die ist meistens dabei, wenn es um Medaillen geht. Zudem sind Vater, Mutter und Schwester selbst als Trainer und Organisatoren in den Einradsport eingebunden, der sich für den Sohnemann mit der Zeit zum Leistungssport entwickelt hat. Fast eine Rarität. Denn das Einradfahren gehört nach wie vor zum Breitensport. Ein Grund, warum auch die Teilnahme der Öffentlichkeit eher mau ist und Sponsoren wenig Interesse bekunden, was auch der junge Athlet ab und an zu spüren bekommt. Denn Unterkunft und Spritkosten zahlten sein Vater und er bei der letzten Europameisterschaft aus eigener Tasche. Unterstützung bekomme er dagegen viel von seinem Verein Adler 07. Für die EM habe es einen Startkostenzuschuss gegeben. Und so hat Niklas Wojtek auch schon seine nächsten Ziele fest im Blick: Auf dem Plan stehen die Deutschen Meisterschaften und die WM in Kanada.

Ob er dort auch auf weitere Titel schiele? „Ich gehe nie in eine Meisterschaft und denke, wie oft ich gewinnen könnte“, so der Youngster bescheiden, „ich nehme das mit, was ich mitnehmen kann.“ Und wer weiß, vielleicht hat der Bottroper ja bei seiner Rückkehr aus Übersee im nächsten August einen weiteren WM-Titel im Gepäck ...

Kürzlich stellte Niklas Wojtek einen Rekord über die 400 Meter Distanz auf. Als erster Deutscher blieb er unter 56 Sekunden.
International kommt die härteste Konkurrenz von Niklas Wojtek aus Japan, wo das Einradfahren zum Schulsport gehört.
Autor:

Nina Heithausen aus Bottrop

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