Interview mit Pfarrer Franz-Josef Eckert
"Beim Zölibat besteht Handlungsbedarf"

Franz-Josef Eckert begeht sein Goldenes Priesteramt.

Franz-Josef Eckert, langjähriger Pfarrer von St. Elisabeth Obercastrop und letzter Dechant des Altdekanates Castrop-Rauxel, begeht am 16. Juni, 11 Uhr, sein Goldenes Priesterjubiläum im Rahmen eines Festhochamtes in seiner langjährigen Pfarrkirche St. Elisabeth Obercastrop. Nach Eckerts Einschätzung stehen der katholischen Kirche weitreichende Reformschritte bevor.

„Beim Zölibat besteht Handlungsbedarf“, erklärte er jetzt in einem Interview aus Anlass seines Goldenen Priesterjubiläums. „Die im Oktober bevorstehende Synode in Lateinamerika wird das Thema ernsthaft diskutieren. Dort ist der Priestermangel noch viel gravierender als bei uns. Und es steht die Frage im Raum: Können wir die Christen ohne Eucharistie im Stich lassen, nur um den Zölibat zu erhalten?“

Verständnis für "Maria 2.0" 

Gleichzeitig zeigte Eckert Verständnis für die Initiative Maria 2.0 der katholischen Frauen. Er könne, so Eckert, die Frauen verstehen und fügte hinzu: „Ich glaube, man muss heute offen, ehrlich, aber auch sachlich über alles sprechen. Man darf keinem den Mund verbieten und sagen ,Das Thema ist beendet'“. Gleichzeitig bezweifelte der Geistliche allerdings, dass der Aufruf zum Gottesdienststreik der richtige Weg sei.

Auf sein langjähriges Wirken in Obercastrop und Merklinde blickt Eckert, der seit seinem Ruhestand 2015 in der Altstadt wohnt, mit großer Zufriedenheit zurück. „Es war nicht nur meine längste, sondern auch meine schönste Zeit“, unterstrich er.

"Strukturreform war richtig"

Gleichzeitig verteidigte der 73-Jährige die Strukturreform der katholischen Gemeinden in Castrop-Rauxel während seiner Amtszeit als Dechant (1992 bis 2006). „Wir wurden damals kritisiert, so dass wir viel zu große Gebilde geschaffen hätten. Heute zeigt sich dieser Schritt als Segen. Die zwei Einheiten sind noch nicht zu groß, so dass die Nähe zu den Menschen noch da ist. Die Kirchen sind nicht weit voneinander entfernt. Die Trennung in Nord und Süd war richtig. Eine Pfarrei für die gesamte Stadt wäre für mich nicht vorstellbar. Ich hoffe, wir werden im Süden auch eine gute Großpfarrei sein. Die bestehenden Gemeinden als Orte des Glaubens und Lebens sollten weiterbestehen. Das hängt aber vom Engagement der Menschen ab.“

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