Aus "Liebe" Brand verursacht

Die Beziehung ist seit drei Jahren beendet. Er ist offenbar nicht darüber hinweg gekommen“, meint Dr. Heiko Artkämper von der Staatsanwaltschaft Dortmund. Er verhörte den 65-jährigen Hamburger. Der hatte am frühen Samstagmorgen (4. Juni) Zeitungspapier unterhalb der Wohnungstür seiner Ex-Freundin entzündet. Und damit fast eine Katastrophe im Eckhaus an der Lange Straße ausgelöst.

Ein Rauchmelder verhinderte das Schlimmste. Er schlug nach der Brandstiftung an und warnte so einen der Bewohner. „Dadurch war er in der Lage, die anderen Bewohner zu informieren“, sagt Feuerwehr-Sprecher Michael Meissner. Die Feuerwehr rückte um 6.39 Uhr aus. Zehn Menschen wurden über eine Drehleiter, tragbare Leitern und den Treppenraum gerettet. Zwei von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden - eine Person trug eine Rauchgasvergiftung, eine andere starke Verbrennungen davon. Die Spur führte nach Hamburg. Hier wurde der 65-jährige Tatverdächtige festgenommen und auf Antrag der Dortmunder Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. „Er räumt die Tat ein“, so Artkämper. „Er behauptet, er habe nicht daran gedacht, dass jemand zu Tode kommen könnte.“ Auffällig geworden sei der Mann vorher nicht. „Er ist brav durchs Leben gegangen.“ Bis zum frühen Samstagmorgen. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Der bei dem Brand entstandene Sachschaden wird mit rund 200.000 Euro beziffert. Ein Teil der Wohnungen sei derzeit unbewohnbar.

„Rauchmelder haben eine absolut überlebenswichtige Funktion“, sagt Feuerwehr-Sprecher Michael Meissner. „Die Leute im Haus an der Lange Straße haben noch geschlafen, sie hätten von der Brandstiftung nichts mitbekommen.“ Oder eben zu spät. „Die meisten Opfer verbrennen nicht, sondern sterben an Rauchgasen“, weiß der Feuerwehrmann.

Autor:

Nina Möhlmeier aus Castrop-Rauxel

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