Frauenhaus: Mehrere Fälle von Menschenhandel und Zwangsprostitution

Katrin Lasser vom Castroper Frauenhaus.                Foto: Archiv
  • Katrin Lasser vom Castroper Frauenhaus. Foto: Archiv
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Geht es um Themen wie Menschenhandel oder Zwangsprostitution, denkt man in der Regel an Großstädte wie Berlin oder Frankfurt – nicht unbedingt an Castrop-Rauxel. Doch betroffene Frauen gibt es auch hier vor Ort, weiß Katrin Lasser vom Castroper Frauenhaus. Wolle man ihnen helfen, gelte es, sehr schnell aktiv zu werden.

Drei betroffene Frauen habe man im vergangenen Jahr im Castroper Frauenhaus betreut. Sie kamen aus dem Kongo, dem Kosovo sowie aus Polen, waren nach Deutschland verschleppt und dann zur Prostitution gezwungen worden.
Auch aktuell gebe es den Fall einer Nigerianerin, die im Castroper Frauenhaus Zuflucht gesucht habe, berichtet Katrin Lasser. „Die Frauen kommen meist durch Schlepperbanden hierher“, erklärt sie. Wenn sie schließlich den Weg ins Frauenhaus gefunden hätten, sei es sehr wichtig, „ganz schnell zu handeln, und es ist eine sehr hohe Kooperationsbereitsschaft gefragt. “ Nicht nur müsse man Sprachbarrieren überwinden und von Anfang an mit einem Psychologen zusammenarbeiten. „Die größte Schwierigkeit ist, dass die Frauen bei der Anzeige direkt bereit sein müssen, zu den schlimmen Dingen, die sie erlebt haben, eine Aussage zu machen. Anderenfalls werden sie in der Regel abgeschoben“, so Lasser. Um ihnen zu helfen, sei es daher wichtig, von mehreren Seiten aktiv zu werden und für ein gutes Umfeld zu sorgen. „Im Haus muss sofort eine Integration stattfinden“, weiß sie.
Man arbeite zudem sehr eng mit dem Eine-Welt-Zen-trum in Herne zusammen, wo man sich um die Papiere, die „Legalisierung“ der Frauen und ähnliche Dinge kümmere.
Um auf die Problematik aufmerksam zu machen und Möglichkeiten der Hilfe aufzuzeigen, plant das Frauenhaus gleich zu Beginn dieses Jahres eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Anti-Gewalt – Aufenthaltsrechte für Opfer von Zwangsprostitution“. In Zusammenarbeit mit dem Eine-Welt-Zentrum Herne und den Castrop-Rauxeler Jusos sollen insgesamt vier Veranstaltungen stattfinden, darunter ein Vortrag, eine Filmvorführung und eine Lesung. Genaueres zur Art der Veranstaltungen und zu den Terminen werde noch kommuniziert, so Lasser.

Hintergrund:

73 Frauen und 49 Kinder haben im Jahr 2012 die Hilfe des Frauenhauses in Anspruch genommen.
Um betroffenen Frauen helfen zu können, ist das Frauenhaus immer wieder auf Spenden angewiesen (Sparkasse Vest Recklinghausen, BLZ: 42650150, KNR: 811604; Träger ist der Verein „Frauen helfen Frauen“.
Willkommen sind auch Frauen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Es besteht u.a. die Möglichkeit, Mitglied des Vereins „Frauen helfen Frauen“ zu werden (Mitgliedsbeitrag in Höhe von 36 Euro pro Jahr). Nähere Informationen gibt es unter Tel. 02305/41793.

Autor:

Verena Wengorz aus Castrop-Rauxel

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