„100 Jahre Volkshochschule – 40 Jahre VHS-Zweckverband Dinslaken-Voerde-Hünxe“
Glücksfall Zweckverband

Zweckverbands-Versammlung: von links: Karl-Heinz Kathöwer, Werner Schenzer (VHS-Leiter), Gisela Marzin, Thomas Koch, Dirk Haarmann (Verbandsvorsteher), Gerhard Grauvogl-Bruns, Ulrike Schwarz (Vorsitzende der Verbandsversammlung), Herbert Kriener, Michael Helmich (Vorsitzende der Verbandsversammlung), Helmut Weinreich, Dr. Michael Heidinger (Verbandsvorsteher), Mike Niesbach, Klaus Stratenwerth, Ingrid Hassmann und Gabriele Rohr.
  • Zweckverbands-Versammlung: von links: Karl-Heinz Kathöwer, Werner Schenzer (VHS-Leiter), Gisela Marzin, Thomas Koch, Dirk Haarmann (Verbandsvorsteher), Gerhard Grauvogl-Bruns, Ulrike Schwarz (Vorsitzende der Verbandsversammlung), Herbert Kriener, Michael Helmich (Vorsitzende der Verbandsversammlung), Helmut Weinreich, Dr. Michael Heidinger (Verbandsvorsteher), Mike Niesbach, Klaus Stratenwerth, Ingrid Hassmann und Gabriele Rohr.
  • Foto: privat
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Neben dem 100jährigen Bestehen der Volkshochschulen in Deutschland, feiert der VHS-Zweckverband Dinslaken-Voerde-Hünxe in diesem Jahr außerdem sein vierzigjähriges Bestehen. Die Vorsitzenden der Verbandsversammlung Walter Seelig, Ulrike Schwarz und Michael Helmich freuen sich zusammen mit den Verbandsvorstehern Dr. Michael Heidinger, Dirk Haarmann und Dirk Buschmann über vier Jahrzehnte erfolgreicher Weiterbildungsarbeit in Dinslaken, Voerde und Hünxe.

Es ist ein Glücksfall, dass mit dem VHS-Zweckverband 1979 eine stabile und ausgewogene Trägerkonstruktion geschaffen wurde, die die Gemeinsamkeiten aller Mitgliedskommunen im Auge hatte. Die mitunter ereignisreiche Gründungsphase des Zweckverbandes zeigt, dass besonders in schwierigen Zeiten Kompromissbereitschaft und gegenseitiger Kooperationswille langfristig die besten Garanten für eine kontinuierliche Entwicklung sind.

Die turbulente Gründungsphase des VHS-Zweckverbandes 1977-1979

Mit dem Inkrafttreten des 1. Weiterbildungsgesetzes eröffnete sich 1975 erstmalig die Möglichkeit, den gestiegenen Weiterbildungsbedürfnissen der Bevölkerung durch eine vom Land NRW finanzierte Aufstockung des VHS-Personals gerecht zu werden. Nach der kommunalen Neuordnung stellte sich in unserer Region allerdings zunächst die vorrangige Frage, in welcher Trägerschaft die Volkshochschule überhaupt fortgeführt werden solle, da der Alt-Kreis Dinslaken zum Jahresbeginn 1975 im Kreis Wesel aufgegangen war. Man verständigte sich übergangsweise darauf, die Trägerschaft der VHS an den Kreis Wesel zu übergeben. Aus der „Volkshochschule des Kreises Dinslaken“ wurde nun die „Volkshochschule Kreis Wesel für Dinslaken, Voerde, Hünxe“.

Die neu getroffene Trägerkonstruktion wurde aber bereits nach kurzer Zeit in Dinslaken, Voerde und Hünxe als unbefriedigend angesehen. Um sich die Gestaltungsspielräume im örtlichen Weiterbildungsangebot zu erhalten und die personellen Möglichkeiten des neuen Weiterbildungsgesetzes voll nutzen zu können, trafen die drei Kommunen eine zum 1. Januar 1976 in Kraft tretende öffentlich-rechtliche Vereinbarung, nach der Dinslaken, Voerde und Hünxe die kommunalen Weiterbildungsaufgaben gemeinsam wahrnehmen wollten. Die Stadt Dinslaken wurde Träger der nun wiederum umbenannten „Volkshochschule für Dinslaken, Voerde, Hünxe“.

Mit diesem Namenswechsel ging auch ein Ortswechsel einher: Die VHS zog aus den Räumen des Kreishauses am Stadtpark in die 2. Etage des neu errichteten Stadthauses am Bahnhof Dinslaken. Der „Arbeitsplan 1977 I“ erschien in neuer Programmsystematik, geändertem Layout und wegen seiner Kursvielfalt in der Stärke eines Taschenbuchs. Auch der Veranstaltungsrhythmus wurde vom Trimester- auf ein halbjährliches Semesterangebot umgestellt, um den Bürgerinnen und Bürgern einen unterbrechungsfreien Besuch auch langfristiger Kurse zu ermöglichen.

Fundamente der der heutigen Arbeit 
Am 30. November 1977 schied der langjährige VHS-Leiter Willi Dittgen aus dem aktiven Dienst aus. In 31 Jahren Tätigkeit für den Kreis und die Stadt Dinslaken hat Dittgen das hiesige Kulturleben geprägt wie kaum ein anderer. Neben seinem Engagement für die Volkshochschule sind durch seine Initiative zahllose Konzerte, Theaterveranstaltungen und Kunstausstellungen geplant und realisiert worden. Als Buchautor und durch seine Beiträge im „Heimatkalender“ ist er überdies als der renommierteste Kenner und Chronist der jüngeren, heimatkundlichen Forschung anzusehen. Ihm zu Ehren benannte die Stadt Dinslaken 2004 die Auffahrt zum Burginnenhof als „Willi-Dittgen-Steige“ und gedachte damit zugleich dem „Nestor der Volkshochschule“, der wie kein Anderer die Fundamente für die heutige Arbeit der VHS gelegt hat.

Nach Willi Dittgens Pensionierung musste die Wahl eines neuen VHS-Leiters jedoch zunächst vertagt werden, da erhebliche, auch öffentlich ausgetragene Unstimmigkeiten über die Neubesetzung der VHS-Leiterstelle die interkommunale Zusammenarbeit auf eine harte Bewährungsprobe stellten. Weil es nicht gelang, auf Basis der bestehenden Satzung eine einvernehmliche Personalentscheidung zu fällen, wurde die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Kommunen zum 31. Dezember 1978 wieder aufgekündigt, sodass der Fortbestand der gemeinsam getragenen Volkshochschule stark gefährdet schien.

„VHS-Affentheater“, „VHS-Streit geht in die dritte Runde“, „Voerde will es nicht zum Bruch kommen lassen“ sind nur einige Zeitungsschlagzeilen aus diesen Tagen.

Im Laufe des Jahres 1978 verständigten sich Dinslaken, Voerde und Hünxe in zähen Verhandlungen aber letztendlich auf eine weitere Fortsetzung der Zusammenarbeit: nun im Rahmen eines Zweckverbandes. Dabei spiegelte die Satzung des neuen Zweckverbandes die Interessen und Bevölkerungszahl der beteiligten Kommunen ausgewogener wider und legte die Zuständigkeiten klar in die Hände der Verbandsversammlung.

Vorstandswahlen des neu gegründeten Zweckverbandes

Am 7. Mai 1979 fand dann im Sitzungssaal des Dinslakener Neuen Stadthauses die konstituierende Sitzung des neugegründeten Volkshochschul-Zweckverbands Dinslaken-Voerde-Hünxe statt. Wie die Rheinische Post tags darauf berichtete, wurden die Vorstandswahlen „innerhalb 32 Minuten [...] in auffallender Eintracht durchgezogen“. Die 24 Versammlungsmitglieder - zwölf Dinslakener, acht Voerder, vier Hünxer Ratsmitglieder - wählen zunächst Wilfrid Fellmeth (Dinslaken) zum Vorsitzenden und Karl Göllmann (Voerde) zu seinem ersten Stellvertreter; beide hatten schon im Beirat der alten öffentlich-rechtlich verwalteten VHS den Vorsitz inne.

Zweiter Stellvertreter wurde der Hünxer Willi Griese. Zum Verbandsvorsteher gewählt wird der Hünxer Gemeindedirektor Friedrich Schult, zum ersten Stellvertreter Georg Pauly (Voerde), zum zweiten Stellvertreter Frank Sampels (Dinslaken). In der zweiten Sitzung am 12. Juni in Voerde wurden Haushalts- und Stellenplan verabschiedet. In seiner dritten Sitzung wählt die Verbandsversammlung den Drevenacker Achim Rahn, Oberstudienrat an der Berufsbildenden Schule in Oberhausen, mit knapper Mehrheit vor dem kommissarischen Leiter Dr. Klaus Dieter Schneider zum neuen VHS-Leiter. Die Überzeugung des Vorsitzenden der Verbandsversammlung, Wilfrid Fellmeth, „dass nun endlich die VHS in Ruhe arbeiten könne“, bestätigt sich freilich zunächst nicht. Nach der Wahl legen drei Voerder Mitglieder der Verbandsversammlung (Haubelt, Göllmann, von Spee) ihre Mandate nieder.

Meilensteine in der Gründungsphase
Ein weiterer Meilenstein in der Gründungsphase des Zweckverbandes war zum Jahreswechsel 1979/80 der Umzug der VHS-Geschäftsstelle aus dem ungeliebten Großraumbüro im Dinslakener Stadthaus in die frei gewordene erste Etage des AOK-Gebäudes an der Schloßstraße. Mit diesem Schritt wurde die neue Unabhängigkeit der Zweckverbands-VHS von der Dinslakener Stadtverwaltung auch räumlich demonstriert. Im neuen Domizil standen der VHS auf 480 Quadratmetern eine großzügig geschnittene Empfangs- und Anmeldezone, sechs Arbeitszimmer und drei Unterrichtsräume zur Verfügung. Die Anmeldezone und die Beratungsräume geben der VHS erstmals ein einladendes Gesicht und garantieren Diskretion bei der Bildungsberatung. Die Unterrichtsräume schließlich ermöglichen die Realisierung eines langjährigen Wunsches aller bildungsinteressierten Bürgerinnen und Bürger: die Einrichtung eines kontinuierlichen Programms von Vor- und Nachmittagskursen, Wochenendseminaren, Bildungswochen, Ferienkursen und Sonderveranstaltungen.

Durch die hartnäckigen Auseinandersetzungen der Jahre 1978 und 1979 hatte das Bild der VHS als öffentlich verwaltete Institution sicherlich gelitten; für die VHS als Stätte der Erwachsenenbildung galt dies nicht. Trotz personeller Fluktuation legte die VHS in jedem Semester ein umfangreiches und ausgewogenes Programm vor, das sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ungebrochenen Zuspruchs erfreute. Die Presse schrieb: „Der Volkshochschulbesucher in unserem Raum blieb trotz der Querelen (der VHS) nicht nur treu, die Programmgestalter konnten auch weiteres Interesse an ihren Angeboten feststellen...“

Autor:

Lokalkompass Dinslaken-Voerde-Hünxe aus Dinslaken

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