Kandidat privat 2014: Der schwarz-gelbe Ritter

Patrich Hanraths. Foto: privat.
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In der NA-Reihe „Kandidat privat“ werden hier bis zur Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wieder Bürgermeister- und Landrats-Kandidaten der hiesigen Wahlkreise vor gestellt.

Angefangen hat alles mit einer Anzeige im Niederrhein Anzeiger, der auch am 5. Februar in 54.800 Haushalten und Betrieben verteilt wurde:

NA-Leser Patrick Hanraths (39) beschloss sich zu bewerben. Er war sowieso gerade dabei, sich ein neues passendes Betätigungsfeld zu suchen. Nach sofortiger Rücksprache mit seiner Frau Jenny (einer Bankkauffrau) sagte auch sie: „Mach das.“.
Denn die in der Anzeige gewünschten Eigenschaften passten auch ihrer Meinung nach genau auf Patrick.

Der hatte als Ingenieur und Qualitätsmanager bei der TSTG Schienen Technik GmbH in Duisburg-Bruckhausen gearbeitet (Ende 2013 wurde die traditionsreiche Duisburger Firma geschlossen). Die Aufgabenstellung „ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig“ ist ihm somit bestens vertraut. Auch die Eigenschaften „kulturell, vielfältig und sozial gerecht“ sind wichtige Bestandteile seiner Biografie: Der Vater, ein Angestellter bei Thyssen, starb, als Patrick gerade 12 Jahre alt war. Er weiß, wie schwer es für seine Mutter als Grundschullehrerin gewesen ist, ihn und die vier Jahre jüngeren Zwillingsjungs alleine groß zu ziehen. Schon früh hat er Verantwortung übernommen und versucht seinen Teil beizutragen. Ersatzdienst leistete er beim Katastrophenschutz in Walsum. Schon seine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker finanzierte er u.a. mit Kellnern und Apotheken-Fahrten. Und er weiß, wie es war, wenn man mit 700 DM auskommen muss und davon schon mal 300 DM für die Miete draufgehen.

Auch mit dem Studium der Hüttentechnik wollte er seiner Mutter in keinem Fall auf der Tasche liegen. Und irgendwie hat er alles dann auch geschafft.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum er als Bürgermeister-Kandidat für Voerde auch nicht aufgab, als der Zwölfer-Rat aus Grünen, Linken und WGV in Voerde ihm, „wegen mangelnder politischer Erfahrung“ absagten.
Die kleinen Oppositionsparteien in Voerde hatten die Bürgermeister-Kandidaten-Such-Anzeige ja auch aufgegeben, weil sie den Voerder Bürgern eine Alternative zur der seit Jahrzehnten bestehenden de facto „GroKo“ anbieten wollten. Doch wie „im Vorfeld schon presseseitig vorausgesagt“, hatten sie sich, auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen können.

„Alle Politiker beklagen sich regelmäßig über die Politik-Verdrossenheit ihrer Wähler. Wenn man aber bei den Wählern genauer nachfragt, dann ist es Politiker-Verdrossenheit.“ Das wurde Patrick Hanraths hundertfach bestätigt, als er in Voerde von Tür zu Tür ging, um Unterschriften für seine Bürgermeister-Kandidatur zu sammeln.

226 Unterschriften locker eingesammelt

Die nötigen 210 Unterschriften hat er locker mit sogar 226 (!) einsammeln können. Viele fanden es einfach gut, dass eben kein Profi-Politiker antritt. Auch die fehlende Verwaltungserfahrung fanden die meisten nicht so entscheidend, weil die Voerder Stadtverwaltung ja sehr gut mit Fachleuten bestückt sei. Als Qualitätsmanager war Patrick Hanraths oft in der Situation, Probleme von außen kommend zu analysieren, um dann gemeinsam im Team Lösungen zu finden.

„Was nutzt das beste Wahlprogramm, wenn aus finanziellen Gründen von vorneherein gar nicht die Möglichkeit besteht, ein solches Programm umzusetzen. Es ist doch viel logischer, erst mal die Lage zu sondieren und dann das Beste daraus zu machen.“, erläutert Qualitätsmanager Patrick Hanraths.

Was er als erstes machen würde, wenn er Bürgermeister werden würde?
„Ich würde erstmal alle einladen, die mich durch ihre Unterschrift für meine Kandidatur von der ersten Stunde an unterstützt haben. Mit ihnen würde ich dann auch eine Prioritätenliste aufstellen, die wir dann im Rathaus abarbeiten.“

In seiner Freizeit ist Patrick Hanraths übrigens ein sehr fleißiger Kettenhemd-Wirker („Sarworter“). Und schwingt auch schon mal einen Eineinhalb-Händer auf Mittelalter-Festen. Sein eigenes Kettenhemd hat er in 9 Monaten (oft abends vor dem Fernseher) aus 45.000 einzelnen Kettenringen zusammengesetzt.
Und mit Söhnchen Hagen und Jenny übernachtet er auch schon mal im Mittelalter-Zelt auf Veranstaltungen und Festivals. Bei der 850- Jahrfeier der Burg Dinslaken konnte man ihn als schwarz-gelben Ritter im Burgtheater das Breitschwert schwingen sehen. Wer jetzt auf einen mittelalterlichen Politikstil hofft, liegt jedoch voll daneben. Patrick Hanraths ist eigener Beschreibung nach eher ein „idealistischer Realist“.
Kennenlernen kann man den Kandidaten im Netz bei patrick-hanraths.de und freitags von 8 bis 12 Uhr auf dem Wochenmarkt Voerde und samstags von 8 bis 12 Uhr auf dem Wochenmarkt Friedrichsfeld. Ohne Schwert und Kettenhemd.

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