1.500 Menschen entdeckten ihre Stadtkrone

*Strahlen: Mit einer spektakulären Beleuchtung des Freizeitparks Maria Lindenhof begann am Freitag, 17. November, der Bürgerprozess zur Umgestaltung des Areals.
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  • *Strahlen: Mit einer spektakulären Beleuchtung des Freizeitparks Maria Lindenhof begann am Freitag, 17. November, der Bürgerprozess zur Umgestaltung des Areals.
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Dorsten. Was sich in der vergangenen Woche andeutete, wurde am Freitagabend noch deutlich übertroffen. „In den letzten Tagen haben mich viele Menschen auf Freitag angesprochen, aber mit diesem Zuspruch hatten wir nicht gerechnet“, zeigt sich Marion Taube, Kuratorin und Ideengeberin des Projektes „Stadtkrone“, überwältigt. Nach Schätzungen der Stadt waren mehr als 1500 Menschen im Laufe des Freitagabend in Maria Lindenhof und entdeckten den in den letzten Jahren immer mehr vergessenen Stadtpark von einer ganz anderen Seite.

Von der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW) sowie Aktiven der Gruppe „Schaukelbaum“ wurden Park, Lippe und Kanal durch Lichtinstallationen unter der Überschrift „Strahlen“ in ein vollkommen neues Licht getaucht. Im ehemaligen Amphitheater erstrahlten die Lichtfässer der Erler Künstlerin Ann-Kathrin Böckenhoff. Auf dem angestrahlten Lippedeich leuchteten Schwedenfeuer von Holsterhausen in Richtung einer extra gebauten Aussichtsplattform („Plattform der Sehnsucht“). Der gesperrte Wesel-Datteln-Kanal diente als Kulisse für eine Lichtinstallation aus zehn schwimmenden Leuchtinseln.

Im Rahmen des Programms „WIR MACHEN MITte“ soll auch Maria Lindenhof für rund 2 Mio. Euro zu einem Bürgerpark entwickelt werden. „Deine Idee und dieser Auftakt waren wichtig, damit wir diesen Ort wieder wertschätzen“, dankte Bürgermeister Tobias Stockhoff Kuratorin Marion Taube und den rund 200 Helfern von Bundeswehr, THW, Feuerwehr, Lippeverband, Wasser- und Schifffahrtsamt, Schaukelbaum, den unzähligen Bürgern sowie der Sparkasse Vest in Dorsten als Hauptsponsor. Die notwendige Symbiose aus Weg (Bürgerbeteiligung) und Ziel (Bürgerpark) sei fühlbar geworden. Der Bürgermeister bezeichnete in seiner Rede die Bürgerschaft als Edelsteine in der Stadtkrone, die durch ihr Engagement und ihre Kreativität erstrahlen würden.

Marion Taube betonte, dass erst die Menschen „diesem Stück vergessener Landschaft“ ein Gesicht geben werden: „Liebevolle Aneignung führt zu Wertschätzung. Der Park ist öffentlich, man muss ihn sich nur zurückerobern, einfach mal hingehen und ihn mit allen Sinnen für sich ganz persönlich erleben.“

Taube legte mit ihrem Aufruf, an diesem Abend Blumenzwiebeln zu spenden, gleich den Grundstein für die nächste Intervention: „Im Frühling werden hier dank der Spenden, des großzügigen Sponsors Kiepenkerl und der Zusage des Bürgermeisters, die Zahl der Blumenzwiebeln zu verdoppeln, rund 30.000 Blumen blühen.“ Notiz am Rande: In Dorsten waren in den letzten Tagen in zahlreichen Geschäften keine Blumenzwiebeln mehr zu bekommen.

Auch Regierungspräsidentin Dorothee Feller würdigte von Münster das Projekt mit einer klaren Botschaft: „Durch die Aktion WIR MACHEN MITte wird dieser Ort durch die „Verleihung der Stadtkrone“ wieder mehr in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger gerückt. Ich bin überzeugt, dass durch das Projekt „Stadtkrone“ der vielleicht etwas vergessene Ort wieder eine zentrale Anlaufstelle zur Erholung oder Freizeitgestaltung wird. Die Bezeichnung Stadtkrone kann daher zutreffender nicht sein.“

Drei Fragen an Marion Taube

1. Wie hoch war eigentlich Ihr Kulturetat für den Abend?

Das Licht und damit die gesamte Atmosphäre haben wir aus technischen Bordmitteln des THW und der Freiwilligen Feuerwehren geschultert. Der Zauber des Abends war eine große ehrenamtliche gemeinschaftliche Leistung für die Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt. Neben dem sensationellen und sehr berührenden Zuspruch so vieler Menschen, war das das eigentliche Wunder. Matthias Feller und die Sparkasse Vest in Dorsten haben uns das Holz für die Plattform der Sehnsucht ermöglicht, und damit im doppelten Sinne das Fundament gelegt für die Zukunft des Ortes, denn dort auf der Inselspitze soll ja die Stadtkrone als unser lichtes Gartenhaus mit Panoramasicht errichtet werden.

2. Was würden Sie anders oder besser machen?

Alles war schön und würdevoll, so wie es war. Wenn sie in so großem Stile in 2 ha Fläche improvisieren, dann gibt es auch immer Unabwägbarkeiten, egal wie gut sie vorbereitet sind, das muss man aushalten können. Oder, wenn Menschen, wie am Freitagvormittag geschehen, Sie beispielsweise hinterrücks anschwärzen und versuchen, Ihnen noch am Morgen des Tages die Veranstaltung untersagen zu lassen, dann müssen sie schon kurz tief durchatmen. Aber in einem Team wie unserem, mit der Stadt als Verbündetem, siegen immer die positiven Kräfte.


3. Wie geht es nun weiter?

Am Montag buddelte ich ab 10 Uhr, und ich hoffe mit vielen Bürgern gemeinsam, 30.000 Blumenzwiebeln in das Stadtkronen-Areal. Inhaltlich stelle ich im Februar meinen "Spielplan" für 2018 vor. Der ist aber kein klassisches KulturProgramm, wie es gestern einige vermissten. Ich bin nicht die Kulturabteilung der Stadt. Ich begleite einen Bürgerprozess mit viel Herzblut, in dem die Bürger die Akteure sind. Landschaft für alle durch Einsatz aller. Ich kann nur Akzente setzen, die hoffentlich anregend sind, um Maria Lindenhof in eine Stadtkrone der Herzen zu wandeln.

Quelle: Stadt Dorsten

Autor:

Olaf Hellenkamp aus Dorsten

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