Die Waldapotheke: Natürliche Medizin ohne Rezept

Heuschnupfen, Kopf- oder Magenschmerzen führen schnell in die nächste Apotheke. Doch auch der heimische Wald liefert Mensch und Tier gerade jetzt im Frühsommer viele Pflanzen zur Schmerzlinderung und Bekämpfung von Krankheiten. Die Initiative "Natürlich Jagd" stellt einige helfende Naturprodukte vor und gibt Tipps für die Anwendung.

Menschen, die unter Atemwegsbeschwerden leiden, sollten sich nach der Königskerze, dem Lungenkraut und der Schlüsselblume umsehen. Die getrockneten Blätter kann man mit heißem Wasser übergießen und den entzündungshemmenden und schmerzstillenden Tee genießen. Ein Mittel gegen Durchblutungs- und Schlafstörungen ist der Waldmeister. Die weißblühende Pflanze ist in diesen Monaten in schattigen Laubwäldern zu finden und kann sowohl kalt als auch heiß getrunken werden.

Es gibt unzählige Heilmittel, die Menschen direkt aus dem Wald nutzen können. Jäger wissen als Naturexperten um die natürlichen Heilmittel. „Wenn ich im Revier von einer Mücke gestochen wurde, bediene ich mich am Spitzwegerich. Die überall auftretende Pflanze lindert den Schmerz und stoppt schnell den Juckreiz“, sagt Rolf Eversheim, Geschäftsführer der Jägerstiftung natur+mensch. „Pflanzen, die in Wäldern und Wiesen wachsen, enthalten sehr viel Energie, Heilkräfte und Wirkstoffe. Gerade für die Verdauung sind die natürlichen Bitterstoffe der Kräuter und Pflanzen wichtig.“

Die Himbeer- und Brombeerpflanzen leisten im Magen-Darm-Bereich gute Arbeit. Die Blätter wirken beruhigend und sind lange haltbar. In den Monaten von April bis Juni können die Blätter in der heimischen Natur gesammelt werden. Eine absolute Allrounder-Pflanze ist die Brennnessel. Vielen ist sie nur als stechendes und brennendes Unkraut in Erscheinung getreten, doch kann sie viel mehr als juckende Pusteln hervorrufen. Die Einsatzgebiete reichen von der Tinktur gegen Haarausfall, über Teemischungen gegen Blasen-und Nierenerkrankungen, bis hin zu einfachen Mahlzeiten wie Brennnesselchips und Salat.

Natürlich Jagd empfiehlt mit offenem Auge durch Wald und Wiesen zu gehen. Dabei sollten Naturnutzer aber gerade im Frühsommer, nur am Wegesrand die Augen aufhalten, um Wildtiere und ihre Jungen nicht aufzuscheuchen. Vielleicht hat dann Mutter Natur schon das richtige Mittel parat.

Weitere Informationen gibt es auf www.natuerlich-jagd.de

Autor:

Lokalkompass Dorsten aus Dorsten

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