Faire Messe unterbindet Kritik an unfairer Kohle

Die Mitglieder und Helfer der Initiative Dortmund-Kolumbien sind sauer. Ihnen, sowie einigen anderen völlig Unbeteiligten, wurde gestern von der Leitung der Westfalenhallen Hausverbot erteilt. Noch bevor sie überhaupt an der Eröffnung der Messe „fair & friends“ teilnehmen konnten, wurden sie am Eingang beiseite genommen, das Eintrittsgeld zurück erstattet und das Hausverbot „bis zum 21. September“ ausgesprochen. Begründung: Es lägen angeblich Hinweise vor, dass sie die Messe stören wollten. Um welche Hinweise es sich handele, habe die Messeleitung ihnen nicht sagen wollen.

2-wöchiges Hausverbot in den Westfalenhallen

Vor dem Eingang der Halle hatte aber vorher die Information der Initiative verteilt werden dürfen. Sie kritisiert, dass der Energiekonzern STEAG, der inzwischen unter Beteiligung von DSW21 und DEW21 von Stadtwerken aus dem Ruhrgebiet übernommen wurde, Kohle aus Kolumbien importiert, bei deren Abbau und Transport schwere Menschenrechtsverletzungen zu beklagen seien.
„Wir wollten keineswegs die Messe stören“, so Heiko Holtgrave vom Bündnis dew-kommunal, das Mitglied in der Initiative Dortmund-Kolumbien ist. „Aber Kritik an den Herstellungsbedingungen in den Ländern des Südens muss eine sich „fair“ nennende Messe doch wohl aushalten können.“ Wilma Redlich von Attac Dortmund empört sich darüber, dass schon eine nur vermutete Störung schon zu einem Hausverbot führt.

Unbelegte Verdächtigungen und Sippenhaft

Dass sie beide und weitere Menschen herausgegriffen wurden, hatten sie offenkundig dem Umstand zu verdanken, dass sie sich mit Till Strucksberg, ebenfalls Attac-Aktivist, unterhalten hatten. Ihm nämlich wurde das Hausverbot mit Hilfe einer umfangreichen Namensliste der Westfalenhallen erteilt, auf der er offensichtlich verzeichnet war. „Ich habe nie mit der Westfalenhalle zu tun gehabt. Wie ich auf diese schwarze Liste komme, wurde mir nicht eröffnet. Mit Hilfe des Hausrechts und dubiosen Verdächtigungen wurde hier eine berechtigte Kritik verboten. Es darf nicht sein, dass Menschen in den Ländern des Südens Schaden nehmen bei der Herstellung oder dem Transport von Gütern für unseren Lebensstandard. Auch die Westfalenhallen werden diese Kritik nicht unterbinden können“, so Till Strucksberg abschließend.

Autor:

Heiko Holtgrave aus Dortmund-City

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