Phoenix-See
Gedenkstätte für ehemalige Zwangsarbeiter soll nun auf die Kulturinsel

Der Entwurf für die Gedenkstätte von Pia-Laureen Emde (FH Dortmund).
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  • Der Entwurf für die Gedenkstätte von Pia-Laureen Emde (FH Dortmund).
  • hochgeladen von Holger Schmälzger

2013 hatte es die ersten Entwürfe gegeben. Ende 2017 wurde beschlossen, dass eine Gedenkstätte für ehemalige Zwangsarbeiter am Phoenix-See errichtet werden soll. Geplant war zunächst ein Standort am Südufer, Protest regte sich, so wollten u.a. einige Anwohner die Gedenkstätte an dieser Stelle nicht.

Lange war es ruhig geworden um die geplante Gedenkstätte. Jetzt bringt die Stadt Schwung in die Geschichte. Bereits am 21. Februar soll der Rat darüber entscheiden. Die Gedenkstätte soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden - und zwar auf der Kulturinsel am See.

Die Stadtverwaltung bittet nun die Tagesordnung der Bezirksvertretung am 12. Februar mit dem Punkt "Gedenkstätte am Phoenix-See" zu erweitern. "Um die mit Gewerken vereinbarten Fristen einhalten zu können sowie die Bauarbeiten der Gedenkstätte vorbereiten und abschließen zu können, muss die nächste Ratssitzung zwingend erreicht werden", heißt es seitens der Stadt.

Mehr als 13 Millionen ausländische Zwangsarbeiter wurden während des Zweiten Weltkrieges im Deutschen Reich ausgebeutet, in Dortmund waren es 80.000 Frauen und Männer. Fast ein Viertel davon musste für den Hörder Hüttenverein arbeiten, dessen Werk Phönix an der Stelle des Sees lag. Hier befand sich auch ein Lager der Gestapo. "Bis heute gibt es zu diesem großen öffentlichen Verbrechen in Dortmund der Nationalsozialisten keinen angemessen Gedenkort", so der Direktor des Stadt-Archivs Dr. Stefan Mühlhofer.

Die Stadt schlägt jetzt den Alternativstandort Kulturinsel vor. Der Ort sei repräsentativer als der vorherige Standort, an der herausgehobenen Lage könne die Gedenkstätte auf der Insel selbst, als auch von verschiedenen Uferseiten gesehen werden. "Zudem zieht sie, abseits des sonstigen Trubels am See, ein eher ruhigeres, touristischeres, aber dennoch sehr zahlreiches Publikum an", so die Verwaltung. Bereits 2013 waren die ersten Entwürfe von Architekturstudenten der FH für einen Gedenkort am Phoenix-See zur Erinnerung an die Zwangsarbeiter während des Nationalsozialismus in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache zu sehen.

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