Oma und Opa auf Tour / wieder zurück - letzter Teil

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Tags drauf fuhren wir wieder heim. Begleitet von unserer Tochter, Anna und Lotta. Die beiden Jungs, der große und der kleine, blieben zuhause und vertrieben sich die Zeit mit Männerdingen.

Wie immer, wenn die Kinder hier waren, regnete es. Bei 34° waren wir hergefahren, abends schlug das Wetter um, es goss und stürmte.
Also besuchten wir unter anderem neben dem Embricana auch einen Indoor - Spielplatz. Zur Unterhaltung von Anna hatten wir noch ihre Cousine mitgenommen. Die beiden Großen waren nach der ersten Minute nicht mehr gesehen. Sie hatten die lange, rasend-schnelle Doppelrutsche entdeckt und kamen nur noch zu uns, wenn sie Durst, Hunger oder blaue Flecken hatten.

Für die Kleinsten gab es einen eigenen, abgetrennten Spielbereich. Ein Bällchenbad mit einer Rutsche darin und einer Umrandung ähnlich wie auf dem Spielplatz beim Sandkasten.
Klein Lotta machte sich auf. Schmiss sich bäuchlings auf den Rand und ließ sich auf der anderen Seite wieder herunterfallen in die Bällchen. Dass sie dabei ein anderes Kind mit umriss, störte sie nicht weiter. „Matha-ratu.“

Lotta liebte Rutschen. Wie jedes Kind. Mit ihren knapp 13 Monaten war sie fit wie eine Große. Ihr machte so schnell keiner was vor. Also ging sie die Rutsche ganz cool von unten an und ratz, fatz, war sie oben. So mal eben hoch geklettert. Sie konnte zwar noch nicht richtig laufen, aber sie hatte keine Probleme damit, die gut 2 Meter lange Rutsche hoch zu klettern. Oben drehte sie sich um, setzte sich in Position, schaute noch einmal in die Runde, lachte ihr strahlendes Lachen, und ab ging die Post. Immer wieder. Auf dem Po oder auf dem Bauch. Und wehe, ein anderes Kind kam ihr in die Quere!
Einmal, als Birte die Kleine auf dem dafür vorgesehenen Weg über die Leiter nach oben hiefte, saß dort bereits ein Junge. Mindestens 3 Jahre alt, ein großer, stämmiger Brocken.
Lottas Augen schossen Blitze: „Hatta-matta-ta! Bata-ta-tu! Tatai-a!“ Sie packte seine Schulter und drückte ihn. Weg! Weg! Und dabei schimpfte sie so bitterböse, dass der Junge die Flucht ergriff und runter sauste.
Der Weg war frei. Lottas Gesicht glättete sich, sie setzte sich majestätisch in Positur und rutschte in aufrechter Haltung wie die Queen persönlich nach unten. Geht doch!

Abends waren die Kinder platt. Anna durfte Pipi Langstrumpf gucken und Lotta mahnte uns ungeduldig, dass es Zeit fürs Abendbrot sei. Aber erst musste sie in die Badewanne. Auch hier wollte sie rutschen. Unsere Wanne ist an der Kopfseite abgeschrägt, und sie fing an, auf allen vieren hoch zu krabbeln.
„Nein, Lotta, nicht. Das ist zu gefährlich.“
Sie schaute uns an und runzelte die Stirn. Und machte sich erneut daran, hoch zu klettern. Ich zog sie zurück.
„Matatutata!“ Sie rutschte unter Wasser, kam hoch, prustete kurz und begab sich auf die andere Wannenseite. Dort, wo das Klo mit der Klorolle steht.
„Nein, Lotta!.“
„Tai-ta!“ Wieder mit dieser fließenden Bewegung, die mir schon sehr vertraut war und sonst meistens irgendeiner Brille gilt, hatte sie die Papierrolle von der Halterung gerissen und mit diesem triumphierenden Lachen, das selten etwas Gutes verheißt, im Badewasser versenkt. „Popubä!"

Sauber, duftend und ungeduldig wartete sie in ihrem Hochstuhl aufs Abendbrot. Eine Flasche Milch und ein Brot. Das brauchte sie zurzeit abends. Die Milch hatte sie in einem Zug verarbeitet. Jetzt schielte sie auf den Tisch. Was nehmen wir denn mal heute?
Sie hatte sich schnell entschieden. Ihr spitzer Zeigefinger schoss vor und zeigte auf die Tomaten: „Tatha-hata!“
Natürlich wie immer mit einem vornehmen th im besten upper-class-English.

Zwar haperte es noch etwas mit der Sprache, aber trotzdem hatten wir keinerlei Probleme, Lottas 13-Monate-Deutsch mit englischem Akzent zu verstehen. Es war, wie auch immer es klang, unmissverständlich und deutlich.

Auszug auch diesmal aus meinem Buch "Himbeerrote Knallbonbons"

Autor:

Christel Wismans aus Emmerich am Rhein

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