Förderverein macht sich seit Jahren für Erhalt des Gemeindeheims in Unterfrintrop stark
Gar nicht so einfach: Gemeindeleben ohne Kirche

Die Mitglieder des Fördervereins versuchen, das Gemeindeleben und Gemeindeheim aufrecht zu erhalten.
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  • Die Mitglieder des Fördervereins versuchen, das Gemeindeleben und Gemeindeheim aufrecht zu erhalten.
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 Nicht nur bei Grillwürstchen und Glühwein oder am üppigen Kuchenbuffet konnten es sich die Besucher des 2. Martinsmarktes im Gemeindeheim Herz Jesu in Unterfrintrop gut gehen lassen. Auch bei den kreativen und selbstgefertigten Kleinigkeiten für Advent und Weihnachten konnte man das eine oder andere Geschenk für seine Lieben oder für sich selbst entdecken.

von Doris Brändlein

Nach der guten Resonanz auf den 1. Martinsmarkt im letzten Jahr hatte der Förderverein Gemeindeheim Herz Jesu auch in diesem Jahr wieder zu einem vorweihnachtlichen Nachmittag an den Leoplatz eingeladen. Ein Nachmittag zum Schauen, Staunen, Kaufen und Genießen, genauso wie für nette Begegnungen und anregende Gespräche.

Kommunikation ist heute eine andere

„Das Gemeindeleben ist ohne Kirche ein ganz anderes“, weiß Michael Sonntag, Mitglied im Förderverein. „Früher traf man nach der Messe auf dem Kirchplatz immer größere Gruppen an, man unterhielt sich, tauschte sich aus. Diese Erreichbarkeit ist heute nicht mehr gegeben, das geht nur noch über E-Mail-Kontakt“, bedauert Sonntag. „Dadurch geht auch der Zusammenhalt verloren.“
Trotzdem versuchen die Mitglieder des Fördervereins, auch elf Jahre nach dem Abriss des Kirchengebäudes, das Gemeindeheim so lange wie möglich zu betreiben.

Bücherei wird von jungen Familien genutzt

Nicht nur die Bücherei wird gerade von jungen Familien, die in die neue Nachbarschaft gezogen sind, gerne genutzt. Auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD), die Ehrengarde, der Familien- und der Bastelkreis und eine Jugendband freuen sich über die Anlaufstelle in der Gemeinde.
Nachdem der Handarbeitskreis nach über 50 Jahren unermüdlichen Stickens, Häkelns und Nähens aus Altersgründen eingestellt wurde, entstand die Idee, mit einem Martinsmarkt zumindest einen Teil der Lücke zu füllen. „Wir versuchen, das Althergebrachte, wie unseren Frühlingsmarkt oder das Osterfeuer, zu erhalten. Mit dem Angebot des Martinsmarktes haben wir gemerkt, wie belebend solche neuen Aktionen sind“, freut sich Sonntag. „Wir haben damit ganz neue Leute angesprochen, die gar nicht wussten, dass wir hier noch aktiv sind“.

Martinsbasar setzt auf Selbstgemachtes

Durch das Netzwerk der aktiven Gemeindemitglieder konnten bei den regelmäßigen Treffen dann auch die Aussteller gefunden werden, die mit ihren kreativen und selbstgefertigten Kleinigkeiten am vergangenen Sonntag das Gemeindeheim zu einem begehrten Ort gestalteten.
Weihnachts- und Glückwunschkarten, Schmuck, farbenfrohe Stofftaschen, Serviettenhalter aus Filz, Kerzenarrangements - Marita Mallis vom Bastelkreis der Gemeinde ist am Sonntag gut mit dem Verkauf beschäftigt. Am Nebenstand hängt Barbara Kaida noch ihre selbstgestrickten Socken auf eine Leine. „Ich habe im Sommer sechs Wochen Ferien, da sitze ich im Garten und stricke Socken, das entspannt mich“, schmunzelt sie. 50 Paar waren es in diesem Jahr und alle hat sie nach Unterfrintrop mitgebracht. Da fiel die Kaufentscheidung nicht leicht.
„Holz hat mich schon immer fasziniert und ich wollte in meiner Freizeit immer etwas machen, was nichts mit meinem Beruf zu tun hat“. Michael Sonntag ist beim Martinsmarkt nicht nur als Mitglied des Fördervereins vor Ort, sondern stellt auch die Ergebnisse seines Hobbys aus. Schlichte Holzstelen mit ausgesägten Sternen und Holzdeko für drinnen und draußen sind begehrte Kaufobjekte in der Vorweihnachtszeit.

Kuchen oder Grillwurst?

Nach so vielen Anregungen kam die große Auswahl an der Kuchentheke oder ein köstlich duftendes Grillwürstchen gerade recht. „Wir hoffen, dass wir das Gemeindeheim noch lange erhalten können und weiter für unsere Gemeinde da sein können“ wünscht sich Sonntag.

Die Mitglieder des Fördervereins versuchen, das Gemeindeleben und Gemeindeheim aufrecht zu erhalten.
Der Martinsmarkt fand jetzt zum zweiten Mal im Pfarrheim statt. Er soll helfen, die Lücke zu füllen, die der Handarbeitskreis hinterlassen hat.
Autor:

Lokalkompass Borbeck aus Essen-Borbeck

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