Anstelle der Klangspur Kettwig gibt es diesmal zwei Brückenkonzerte
Musik überwindet auch die Pandemie

Wolfgang Kläsener, Ulrich Schmidt und Dierk Lamm freuen sich auf die beiden Brückenkonzerte im Saal der Freien evangelischen Kirche Kettwig. 
Foto: Bangert
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  • Wolfgang Kläsener, Ulrich Schmidt und Dierk Lamm freuen sich auf die beiden Brückenkonzerte im Saal der Freien evangelischen Kirche Kettwig.
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Der Gastgeber muss schmunzeln: „Das ganze Haus war voller Musik. Das möchten wir gerne wiederholen.“ Seine Mitstreiter versprechen ein anspruchsvolles Programm, das mitreißen wird. Von Kettwigern für Kettwiger.

Der große Saal der Freien evangelischen Gemeinde am Steinweg wird am Sonntag, 27. Juni, gastfreundlicher Schauplatz sein zweier sogenannter „Brückenkonzerte“. Vor drei Jahren, so erinnert sich Pastor Ulrich Schmidt, hatte Dierk Lamm jugendliche Musiker aus Tschernobyl nach Kettwig gelotst. Und als dann 40 junge Bläser und fünf Pauken aufspielten, wackelten am Steinweg die Wände. Lamm lächelt: „Ein wunderbares Konzert. Und wir konnten 1.370 Euro sammeln für die jungen Künstler.“

Musikalisches Fest

Zurück zur noch grauen Wirklichkeit. Schon 2020 mussten Dierk Lamm und Wolfgang Kläsener wohl oder übel absagen: „Die Infektionszahlen stiegen und wir sahen keine Aussicht auf Erfolg.“ Dabei hatten sich die Organisatoren der Klangspur so darauf gefreut, das zehnjährige Jubiläum feiern zu können, Oberbürgermeister Thomas Kufen hatte sein Kommen bereits zugesagt. Entstanden war die Klangspur anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2010, wie Wolfgang Kläsener erläutert: „Kettwig kam aber im offiziellen Programm gar nicht vor. Da haben wir entschieden, selbst etwas zu machen.“ Eine Besonderheit des mehrtägigen Musikfestes ist die Tatsache, dass die Besucher kostenlos in den musikalischen Genuss kommen. Um dies zu erreichen, wandelt Dierk Lamm als „Bettelmönch“ umher und sammelt Spenden, die zur Finanzierung der Klangspur beitragen. So konnte es in den vergangenen Jahren gelingen, den auftretenden Künstlern moderate Gagen oder zumindest Fahrgeld anbieten zu können. Die Bezirksvertretung steuert ihr Scheffel bei, großzügige Sponsoren und edle Großspender runden das Tableau ab.

Menschen zusammenbringen

„Mit der Klangspur wollen wir die Menschen zusammenbringen. Klangspur bedeutet, dass wir in unterschiedliche Orte wandern und dort musikalische Spuren hinterlassen", so Kläsener. Daher gehöre die Klangspur auch in den Sommer, kurz vor die großen Ferien. Dann seien nämlich auch Open Air-Veranstaltungen möglich: „Wir hatten zum Beispiel 2010 am Weberbrunnen ein wundervolles Konzert der Schulchöre.“ Spielorte sind zum Beispiel die Kirchen St. Peter und St. Joseph, die Scheidtschen Hallen, das Forum auf der Höhe, die Kirche am Markt. Und eben die Freie evangelische Gemeinde. Lamm resümiert: „Wir waren schon überall, nur noch nicht in Mintard.“ Es präsentieren sich die verschiedensten Kettwiger Chöre, die Musikschule, das Bach-Ensemble, die Tanzmoto Dance Company, Studierende der Folkwang Universität und noch viele andere Musikbegeisterte. Dierk Lamm stellt nicht ohne Stolz fest: „Wir haben in Kettwig ein fast unerschöpfliches Potenzial. Mit diesem Ansatz haben wir regelmäßig weit über 2.000 Besucher angezogen.“
Dass auch in diesem Jahr die Klangspur Kettwig in ihrer gewohnten und höchst beliebten Form nicht möglich sein wird, war den Organisatoren nur zu klar. Und doch mochten sie nicht gänzlich verzichten, wie Wolfgang Kläsener betont: „Das ist die Idee, dass Musik Grenzen überwindet. Das gilt auch für Corona. Wir werden all‘ das nachholen, was durch die Pandemie auf der Strecke geblieben ist. Wir werden neue Spielorte und neue Ensembles bieten, dabei aber wie immer auf unsere treuen Kettwiger setzen.“ Ein erster Schritt werden die beiden Brückenkonzerte sein, deren Programm später bekannt gegeben wird.

Kartenreservierung

Die 56 Sitzplätze der Freien evangelischen Gemeinde dürften schnell vergeben sein, daher werden am Steinweg zwei Konzerte gleichen Inhaltes gegeben: Am Sonntag, 27. Juni, erst um 16.30 Uhr und später um 19 Uhr. Es muss ja genügend Zeit sein, um den Saal zu desinfizieren. Karten sind bereits jetzt zu reservieren. Man hat sich zu einer ganz besonderen Telefon-Hotline entschieden, Dierk Lamm stellt seine Telefonnummern 02054-7761 und 02054-940823 zur Verfügung: „Bitte auf dem Anrufbeantworter Namen und Kartenwünsche mitteilen, auch zu welchem der beiden Konzerte.“ Man gehe davon aus, dass keiner Karten über den wirklichen Bedarf hinaus „bunkern“ werde und bitte darum, bei Verhinderung rechtzeitig wieder abzusagen, damit andere Musikbegeisterte in den Genuss kommen könnten.

Wolfgang Kläsener, Ulrich Schmidt und Dierk Lamm freuen sich auf die beiden Brückenkonzerte im Saal der Freien evangelischen Kirche Kettwig. 
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Das Bach-Ensemble ist fester Bestandteil der Klangspur Kettwig.
Foto: Bangert  / Archiv
Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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