Krankheiten nehmen zu

Die Schäden an Bäumen nehmen wegen des Klimawandels weiter zu. Aber auch die Spätfolgen des Sturmtiefs Ela machen sich erst jetzt bemerkbar. Foto: Archiv
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Bakterien, Pilze und Insekten profitieren vom Klimawandel

In den kommenden Wochen werden im Bereich der Bezirksvertretung (BV) IX viele Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen.

Von Dirk-R. Heuer
Die sogenannten Risikobäume, rund 100 im Bereich der Bezirksvertretung IX, müssen in den kommenden Wochen gefällt werden. Das kündigte Arne Thun von der Stadtverwaltung am Dienstag während der Sitzung der Bezirksvertreter im Kettwiger Rathaus an. "In diesem Jahr sind besonders viele Eschen betroffen", sagte Thun. Das Eschentriebsterben sei ein bundesweites Problem ebenso wie das Sterben von einigen Kastanienarten. Betroffen seien davon auch die Bäume an der Barkhovenallee in Werden, bestätigte der Experte. Hinzu kämen Spätschäden des Sturmes Ela. "Viele Dinge sieht man erst Jahre später, wenn die Bäume entsprechend reagieren", so der Experte. Aus winzigen Haarrissen entstünden Probleme, die eben erst sehr zeitversetzt sichtbar würden. "Wenn dann die Kronen betroffen sind, müssen wir handeln, denn wir sind, wie jeder private Baumbesitzer auch, für die Verkehrssicherheit zuständig." Im Gegensatz zu Privateigentümern werde von der Verwaltung aber erwartet, das intensivere Prüfungen stattfinden und Schäden schneller erkannt werden.
Die Stadt führe des wegen regelmäßig Sichtprüfungen durch. prüfe deswegen in kurund erwartet, dass wir Schäden schneller erkennen."
Alle Straßenbäume, die über ein entsprechendes Beet verfügten, würden wieder ersetzt. Wie das mit Bäumen auf anderen Flächen sei, könne er nicht sagen.
Thun bestätigte, dass das Sterben von Bäumen in den vergangenen zehn jahren zugenommen habe. Nicht jede der zirka 60 Baumarten verkrafte den Klimawandel. Der wiederum führe dazu, das vermehrt Viren, Bakterien, Pilzen und Insekten auftreten, die vorher in unseren Breiten nicht zu finden waren.
Aber selbst gesunde Äste könnten plötzlich und ohne jeden Anlass abbrechen.
Derzeit versuchten Züchter, resistentere Bäume zu züchten. "Aber das dauert Jahre", so Thun. Man habe festgestellt, dass gelbblütige Kastanien und Esskastanien besser mit Pseudomonas-Bakterien zurechtkämen. Entsprechende Bäume würden unter anderem auch an der Barkhovenallee ersetzt.
Die im Stadtgebiet häufig vorkommenden Plantanen seien wegen ihrer Pilzanfälligkeit die am besten überwachtesten Bäume im Stadtgebiet. Die Plantanen in der Kettwiger Bachstraße seien sicher. Im Gegensatz zu früher würden alte Plantanen heute nicht mehr in Form geschnitten. Nur wenn Rettungswege freigehalten werden müssen, wie am Kettwiger Markt, greife man im Bestand noch zu dieser Maßnahme.
Thun sprach sich gegen die Fällung von gesunden Bäumen aus, wenn diese Grundstücke oder Wohnungen verschatten. Dem folgten die Vertreter der BV. "Wir können froh sein, dass wir über einen großen Baumbestand verfügen", so die Mehrheitsmeinung in der BV.

Autor:

Dirk-R. Heuer aus Hilden

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