Mein erster Jugendpressekongress

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Der 133. Jugendpressekongress fand unter dem Motto „Das Heer in Gegenwart und Zukunft -eine Herausforderung für junge Leute“ vom 6.12. bis zum 8.12.2013 in der Heeresoffizierschule der Bundeswehr in Dresden statt. Dort trafen sich 128 Jugendliche zwischen 15 und 22 Jahren, die gemeinsam haben, dass sie sich für andere Menschen einsetzen, ein besonderes persönliches Engagement und ein Interesse an Journalismus haben.

Obwohl der Weihnachtsstress, die Klausuren und die Schulkonzerte vor der Tür standen, entschied ich mich dafür, meine Bewerbung für die Teilnahme am Jugendpressekongress abzugeben. Ich war sehr neugierig und wollte die Möglichkeit wahrnehmen, einen Einblick in den Beruf des Journalisten zu bekommen und die Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr kennenlernen.

Schon die Bewerbung war eine neue Erfahrung. Statt einer „normalen“ Bewerbung, wurde von den Interessenten nur eine Postkarte mit persönlichen Daten und Informationen zum eigenen besonderen Engagement gefordert. Als ich kurze Zeit später die Einladung zusammen mit dem Bahnticket per Post erhielt, war ich sehr glücklich und gespannt, was mich in Dresden erwarten würde.

Mit der Bahn reiste ich am Freitag nach der Schule von Essen nach Dresden und machte mich mit dem heftigen Sturm „Xaver“ und den daraus resultierenden Verspätungen der Deutschen Bahn bekannt. Als ich endlich spätnachts in Dresden ankam, liefen mir auf Anhieb andere Jugendliche über den Weg, die wie ich, mit Koffern in der Hand durch den Schnee stapfend, die Offiziersschule des Heeres suchten. Dort angekommen, wurden wir von äußerst freundlichen Mitarbeitern der Bundeswehr aufgenommen und schon gleich für den nächsten Tag in verschiedene Workshops eingeteilt. Zur Auswahl standen die Teilnahme an einem Kongressfernsehsender, die Mitarbeit in einer Zeitungsredaktion und die Arbeit an einem Webmag. Die meisten von uns „Juniorjournalisten“ fielen erst einmal todmüde in ihre Betten und hörten weder den tobenden Sturm noch die patrouillierenden Sicherheitsmänner.

Am nächsten Morgen war das ganze Gelände mit einer dicken Schicht Schnee bedeckt und ich lernte die ersten freundlichen Gesichter beim Frühstück kennen. Die Schar der Teilnehmer war bunt gemischt, sie bestand aus Neulingen, aber auch aus „alten Hasen“, die bereits mehrfach an einem Jugendpressekongress teilgenommen hatten. Bedingt durch die Repräsentanz aller 16 Bundesländer, prägten verschiedene Dialekte das Bild und machten die Gruppen spannend und vielseitig. Eines hatten wir alle gemeinsam: unser Interesse an Medien und unser Einsatz für Menschen durch soziales Engagement.

Die im Verlauf des dreitägigen Jugendpressekongresses geförderten Kompetenzen waren Offenheit für Neues, Teamarbeit, Networking und Interesse an der Zukunft Deutschlands. Die Themenschwerpunkte dieses Kongresses lagen auf den Berufs- und Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr und auf dem Fachgebiet Journalismus.

In den Workshops lernten wir, Themen sachlich und aus der Sicht eines Unbeteiligten darzustellen, ohne dabei eine persönliche Meinung einfließen zu lassen. Informationsmaterialien für unsere Projekte erhielten wir über eine Medienbörse, die im Hauptgebäude der Offiziersschule stattfand. Dort bestürmten wir Generäle, Offiziere, Soldaten und freiwillig Wehrdienstleistende mit Fragen über ihre Arbeit, ihre Einsätze und die Schwierigkeit Privatleben und Karriere unter einen Hut zu bringen.

Ich beschäftigte mich mit dem Medium Fernsehen und meine Gruppe wurde beauftragt, einen Kurzfilm zu drehen. Schwierig an unserer Aufgabe war, dass wir nicht unsere eigene Meinung herausgeben sollten, sondern wie echte Journalisten, neutral berichten sollten. Oftmals war dies innerhalb der Gruppe fast unmöglich, denn die meisten Teilnehmer hatte eine eigene Meinung zum Thema „Die Bundeswehr und ihre Einsätze“. Sehr geholfen hat uns bei unserer Arbeit, dass wir professionelle Hilfe von dem Profi-Reporter Christian Friedewald von der „Bild“ in Anspruch nehmen konnten. Er hat uns durch wertvolle Geheimtipps in die Fachwelt des Journalismus schauen lassen. Zusätzliche Insider-Information erhielten wir von drei weiteren renommierten Journalisten. Als echte Fachleute haben uns die drei aber auch den harten Alltag und die oftmals schwierigen Karrieremöglichkeiten des Journalistenberufs klar aufgezeigt.

Das gesamte Programm des Jugendpressekongresses war sehr abwechslungsreich gestaltet, so wurden zwischen den Arbeitsphasen Vorträge angeboten, die einen tiefen Einblick in die Berufsmöglichkeiten bei der Bundeswehr boten. Auch einige sehr humorvoll vorgetragene Sicherheitsvorkehrungen der Bundeswehr sorgten für viele Lacher. Trotz arktischer Kälte wurde die Vorführung „Heer: Action Life“ begeistert von allen Teilnehmern aufgenommen. Die anschließende Besichtigung der Panzer sorgte insbesondere bei den männlichen „Junior-Journalisten“ für große Begeisterung. Alle Fragen zu technischen Details wurden von den Soldaten geduldig beantwortet. Der Teamgeist beim 133. Jugendpressekongress war groß, nicht zuletzt, weil die erfahrenen Betreuer jedem Teilnehmer mit Rat und Tat zur Seite standen.

Am Ende der Veranstaltung wurden alle Ergebnisse vorgestellt. Mein persönliches Bild von der Bundeswehr hat sich deutlich verändert, da keine monotone Menschengruppe im Gleichschritt durch die Felder exerzierte. Stattdessen herrschte dort eine ausgelassene Stimmung mit individuellen Menschen, die sich sehr stark unterstützen und eine starke Gemeinschaft bilden. Besondere Highlights an diesem gelungenen Wochenende waren der gemeinsame Presseabend, der mit einem guten Essen in der Dresdner Innenstadt im Hotel „Innside by Melia“ stattfand und ein Spaziergang über den Weihnachtsmarkt. Hier festigten sich die neuen Freundschaften bei Kerzenschein; Adressen und Telefonnummern wurden ausgetauscht, mit dem Versprechen in Kontakt zu bleiben. Ich bin aus dieser Veranstaltung mit sehr vielen neuen Eindrücken und noch mehr neuen Freundschaften herausgegangen. Allen interessierten Schülern empfehle ich, am 134. Jugendpressekongress unbedingt teilzunehmen, um alle diese Erfahrungen selber einmal zu machen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich auf jeden Fall noch mal teilnehmen und hoffentlich viele „Kollegen“ wiedertreffen.

Autor:

Bo Hyun Kim aus Essen-Nord

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