Helmut Rahn – Ein Nachruf zu seinem 90-sten

Auch wenn es vielen nicht bewusst ist, sehr viele anderer Meinung sind: Helmut Rahn war der größte Fußballer, den Deutschland je hervor gebracht hat, sehr viel größer, als all´die anderen, die einem zunächst in den Sinn kämen.
Größer als die Walters, die Beckenbauers, die Netzers, die Seelers oder die Müllers. Und mir liegt nichts ferner, als die Verdienste und die Leistungen Zuvorgenannter zu schmälern oder zu diskreditieren.
Aber Helmut Rahn hatte das zweifelhafte Glück zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun. Die Gunst des Augenblicks war ihm holt, 9 Jahre nachdem von diesem Land aus die schlimmsten Schrecken über die Menschheit gebracht worden sind, die es bis dahin je gegeben hatte.
Deutschland lag am Boden, global von der Menschheit gehasst, und noch immer mit Trümmern der Vergangenheit übersät. Ein Land tief unten im Abgrund, von dem man nicht einmal mehr eine Scheibe Brot angenommen hätte. Es gab kein „Tiefer“! Wir waren als Volk ein „Nichts“ ein „Weniger als Nichts“ in den Augen der Weltgemeinschaft.
Und dann? Dann kam dieser Arbeiterjunge aus dem Ruhrpott, aus Essen-Altenessen und schaffte, was niemand zu diesem Zeitpunkt für möglich gehalten hätte.
4 lange Jahre war Ungarn auf der Fußballbühne der Welt ungeschlagen und hatte Deutschland in der Vorrunde standesgemäß mit 8 zu 3 geradezu vom Platz gefegt und führte nun, nach nur 8 Minuten schon wieder mit 2 zu 0 Toren.
Es war das Endspiel der Fußball Weltmeisterschaft 1954 in Bern und die gesamte Fußballwelt wurde Zeuge wie in der 10-ten Minute die Geburt eines Fußballgenies eingeleitet wurde. Denn wenn vom Wunder von Bern die Rede ist, wird Helmut Rahn zwar immer wieder als Torschütze des 2 zu 2 und des 3 zu 2 Siegtreffers erwähnt, übersehen wird dabei aber allzu oft, dass er es war, der die Vorlage zum 1 zu 2 durch Max Morlock gab.
Heute würde man sagen, Helmut Rahn war es, der den Assist zum Anschlusstreffer von Max Morlock gab, mit dem die Wende des Spieles überhaupt erst eingeleitet worden ist und die deutsche Mannschaft durch dieses Tor wieder Mut fasste.
Das er selbst es war, der dann den Ausgleichstreffer und schlussendlich den Siegtreffer erzielte war nur zwangsläufig und folgerichtig.
Dieser Arbeiterjunge aus Essen pulverisierte nicht nur Ungarn mit seinen Hildekutis und Puskas´s quasi im Alleingang, er war es, der mit diesem Spiel Deutschland zum ersten Male auf den Fußballolymp hievte und in der Welt wieder zu Ruhm und Ansehen verhalf.
Wir waren wieder wer!
Helmut, alles Gute zu Deinem 90-sten, wo immer Du auch jetzt sein magst, danke! Du hast für dieses Land Unvergleichliches geleistet. Auch, wenn es N U R Fußball war.

Glück Auf
Volker Eichler

Autor:

Volker Eichler aus Essen-Ruhr

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