Gemeindereferentin Birgit Kopal geht in Sonderurlaub
Die Rikscha bleibt in Fahrt

Birgit Kopal in Aktion: Gerne erklärt sie allen Interessierten die Hintergründe der aufsuchenden Kirche. | Foto: Olaf Eybe
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Birgit Kopal, Gemeindereferentin der Pfarrei St. Laurentius, ist bekannt und gern gesehen in Steele und in den anderen Gemeinden der Pfarrei. Mit der grünen Rikscha der Pfarrei trägt sie ein modernes Kirchenbild zu den Menschen. Mit ihrer zupackenden Art begeistert sie nicht nur die Steelenser. Seit September 2020 ist sie in Pflegezeit und seit März aus familiären Gründen in Sonderurlaub. Aber die Rikscha und das dazugehörende Team bleiben vor Ort und auch Birgit Kopal geht nicht so ganz.

Seit 2014 sind Sie in St. Laurentius tätig. Wie war der Start in der großen Gemeinde, die Rikscha gab es damals ja noch nicht?

Birgit Kopal: Anfangs übernahm ich Schulgottesdienste, arbeitete mit Kitas, begleitete die Erstkommunionvorbereitung, später übernahm ich auch Beerdigungsdienste und wirkte im Pfarrgemeinderat und in der Steuerungsgruppe der Pfarrei mit. Ich war sehr froh, als meine Kollegin Schwester Sigrid Maria Hoves hinzukam, die einige meiner Aufgaben übernahm und für Entlastung sorgte.

Auch mit der Sternsingeraktion bringen Sie einige Steelenser in Verbindung.

Birgit Kopal: Das ist richtig. Mancher denkt, die Sternsinger sind nur an drei Tagen unterwegs und das ist es dann für ein Jahr. Da gehört viel mehr zu. Die Kinder sollen möglichst das ganze Jahr am Ball bleiben. Es gibt viel vorzubereiten. Gemeinsame Ausflüge stehen auf dem Programm. Kostüme bessern sich nicht von alleine aus. Das stemmt ein tolles Team von Ehrenamtlichen, das ich die ersten Jahre begleiten durfte.

Wann und wie trat die Rikscha in Ihr Leben und wurde zu Ihrem und zum Markenzeichen der Pfarrei?

Birgit Kopal: Das dauerte noch eine Weile. Zunächst war ich in einer Arbeitsgruppe des Bistums tätig, die sich mit dem Thema Citypastoral beschäftigt. Wie kann Gott für die Menschen in der Stadt greifbar werden? Wie begegnet die Kirche Menschen dort, wo sie sich tatsächlich aufhalten? Zeitgleich absolvierte ich mit zwei Ehrenamtlichen der Pfarrei einen Kurs zur Ehrenamtskoordinatorin. Im Rahmen einer Hausarbeit beschäftigten wir uns damit, wie wir Ehrenamtliche entdecken und gewinnen können, die sich die Citypastoral in der Pfarrei zum Thema machen.

Aber wie kommt man in diesem Zusammenhang ausgerechnet auf eine Rikscha?

Birgit Kopal: Es wurde schnell deutlich, dass man von der St. Laurentiuskirche runter in die Steeler City zu den Menschen gehen muss. Wir suchten nach einem passenden Fahrzeug, das flexibel und auffällig ist und Wiedererkennungspotenzial hat. Irgendwann hatte jemand die Idee von der Rikscha und mir war sofort klar, ja, das ist es. Von da an setzte ich mich dafür ein, dass aus der Hausaufgabe - also aus der Theorie - Praxis wird.

Und die Rikscha wurde dann Ihr „Ding“?

Birgit Kopal: Ja, das kann man schon so sagen. Nach etwas Suche fanden wir einen Anbieter in Süddeutschland. Das Geld kam aus dem Innovationsfonds des Bistums und von der Pfarrei. Aber dann begann das wahre Abenteuer und das froschgrüne Gefährt fuhr von Aktion zu Aktion.

Welche Aktionen sind Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben?

Birgit Kopal: Bei Festen wurde die Rikscha zur ruhigen Zuflucht. Weihnachten war sie dann eine Krippe, die in Altenheimen für Hoffnung sorgte. Am Aschermittwoch half sie das traditionelle Aschenkreuz zu den Menschen zu bringen. Karneval wurde sie zum Mittelpunkt eines herangewachsenen Teams, das Frohsinn zu den Steelensern brachte und in Corona-Zeiten für Abwechslung sorgte. Auf den Friedhöfen spendete sie Trost, beim Coffeestop bot sie eine Kaffeepause an der Ruhr und machte auf die Notwendigkeit des fairen Handels aufmerksam. Aber in besonderer Erinnerung sind mir Gespräche, die sich bei Aktionen ergaben. Menschen, die gerührt sind, weil sie das erste Mal an diesem Tag mit jemandem reden. Menschen, die endlich mal ihren Ärger über die Kirche loswerden können. Menschen, die Tränen in den Augen haben, weil sie bei einer Aktion ganz persönliche Herzensworte bekommen haben. Mir war und ist immer wichtig, das große Geheimnis der Liebe Gottes so klein zu machen, dass es jede und jeder erahnen kann.

Sie treten jetzt voraussichtlich zwei Jahre aus familiären Gründen kürzer und sind im Sonderurlaub. Was wird aus der Rikscha?

Birgit Kopal: Dem Team der Rikscha bleibe ich ehrenamtlich treu. Es gibt inzwischen ein Kernteam aus sechs Leuten und weitere Pfarreimitglieder, die je nach Aktion dazu kommen. Ich mache mir keine Sorgen um die Zukunft der Rikscha. Das Konzept ist einfach gut und passt nach Steele.

Informationen über die Aktivitäten der Pfarrei St. Laurentius und die nächsten Rikscha-Aktionen: www.laurentius.ruhr.

Die Rikscha: damit Kirche in die Stadt passt

Kirche will nicht nur in Kirchengebäuden präsent sein. Das Bistum Essen ist seit einigen Jahren mit der Entwicklung und Umsetzung eines Zukunftsbildes beschäftigt. Die Pfarrkirche St. Laurentius steht nicht weit weg von der Steeler City, wird aber nicht unbedingt passiert. Durch die Stichworte „nah“ und „gesendet“ aus dem Zukunftsbild angeregt, entstand die Idee, die Kirche in Form eines mobilen Wiedererkennungszeichens zu den Menschen zu bringen. „Die grüne Rikscha dient als Eyecatcher und macht Kirche erfahrbar und ansprechbar. Sie ist ein Gewinn für die Pfarrei und eng verbunden mit dem Engagement von Gemeindereferentin Birgit Kopal. Für ihren engagierten und leidenschaftlichen Einsatz danke ich ihr als Pfarrer herzlich“, unterstreicht Pfarrer Dr. Andreas Geßmann.
Siehe auch bei Instagram: die_rikscha

Autor:

Olaf Eybe aus Essen-Ruhr

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