Laufteam TC Kray in Schleswig-Holstein unterwegs
6 Mal Hamburger Hallig und zurück

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Ich liebe die Nordsee ! Hier habe ich mich schon immer zu Hause gefühlt. Ich kann ich abschalten und stundenlang den Wellen zusehen. Das Laufen ist eine weitere Leidenschaft von mir. Auch hier finde ich innere Ruhe, er hilft mir so richtig runter zu kommen.
Darum war es für mich , Ralf Schuster aus dem Laufteam des TC Kray 1892e.V.,nahe liegend , beides mit einander zu verbinden. Aus diesem Grund war ich vor 2 Jahren beim Husum Marathon und habe es genossen. Leider fiel dieser kleine Lauf im letzten Jahr dem Wetter zum Opfer. In diesem Jahr wurde er wohl auch mangels Startern gar nicht erst ausgerichtet.
Glücklicher Weise nahm ich fiel mir der Biikefeuer Ultramarathon ins Auge. Der Austragungsort Reußenköge ist nur wenige Kilometer von meiner Unterkunft in Husum entfernt. Auch der Termin am 21. 02 passte mir hervorragend in meine Urlaubswochen. Darum zögerte ich auch keinen Moment und schickte meine Meldung ab. Bei nur 15 Euro Startgeld bei einem VP plus sehr schönen Medaillen braucht man auch nicht lange zu überlegen.
Mein Glück war perfekt, als sich meine ständige Laufpartnerin Birgit Jahn für den Lauf anmeldete. Wir sind fast ständig gemeinsam unterwegs und harmonieren prächtig. Beim Biikefeuer Ultra würde ich Birgit als mentale Unterstützung brauchen.
Gelaufen wird mit Start direkt hinter dem Deich zur Hamburger Hallig. Man läuft durch Salzwiesen schnurgerade auf die Hallig zu. Das macht die Sache vom Kopf her schwierig , da man das Gefühl hat , auf der Stelle zu treten. Nach einer kleinen Wende geht es auf gleichem Weg zurück. Wieder am Start angelangt ,hat man dann 7,7 Kilometer auf der Uhr. Und nach 6 besuchen auf der Hallig steht dann mit 46,2 Kilometer ein Ultramarathon auf der Uhr. Höhepunkt des Laufs ist sicher das entzünden des Biikefeuers um 18 Uhr.

Laufen mit dem Weltrekordler

Viel Abwechselung versprach das nicht. Aber es sollte doch ganz anders kommen.
Gegen Mittag mache ich mich mit Birgit auf zum Startpunkt. Das Wetter ist leider mies. Statt der angesagten Sonne gibt es Nieselregen ,viel Wind und nasskalte 6 Grad.
Um 13:30 Uhr , eine halbe Stunde vor dem Start, sind wir am Parkplatz am Deich. Wir sind ganz alleine, niemand zu sehen. Das liebe ich an diesen Läufen. Stress und Hektik sind Fremdworte , alle sind tiefen entspannt. Auch ChristianHottas, der Veranstalter gleichzeitig Weltrekordler bei den Marathonstarts , ist genau so. Die Begrüßung ist herzlich und familiär. Er hat schlechte Nachrichten mit gebracht. Von den ursprünglich 15 StarterInnen , sind nur noch 10 übrig geblieben. Am Ende sind sogar nur noch 7 dabei , 2 weitere laufen noch die halbe Distanz. Mit den Verweis auf die vergangenen Jahre lobt er das Wetter ausdrücklich. Ich kann dem im Moment noch nicht wirklich folgen. Aber nützt ja nix , Regenzeug an und los !
Vorher gibt es noch eine kurze Einweisung am Verpflegungspunkt. Hier hat Christian übrigens gut mitgedacht und alles regenfest verpackt. Nach dem gemeinsamen Foto zählen wir von Zehn rückwärts und los geht das Abenteuer.

Kampf gegen die Elemente

Wir können zuerst die Autospur aus Beton nutzen, Fahrzeuge sind jetzt noch nicht unterwegs. Die Fußspur ist leider etwas rutschig und wird meist zum ausweichen genutzt.
Leider kommen Regen und Wind stark und direkt von vorne und machten das Laufen richtig schwer. Die Kapuze flattert so stark, dass man sein eigenes Wort nicht verstehen kann. Von der Landschaft bekommt man so nichts mit und eine Unterhaltung ist unmöglich. Wenn das so weiter geht, haben wir ein echtes Problem.
Das ändert sich aber schlagartig am Wechselpunkt auf der Hallig. Auf dem Rückweg fühlt es sich super an. Es ist herrlich still, man kann viele Hundert Seevögel hören, die sich in den Salzwiesen versteckt halten , und die wir noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Wir laufen fast von alleine ohne großen Kraftaufwand. Nur der Regen geht weiter und stört ein wenig.
So beenden wir die erste Runde positiv gestimmt und stärken uns mit Keksen, Salzstangen und Weingummis am VP. Wer mag , kann sich auch ein Käsebrot machen . Jeder hat seinen eigenen Becher ( Mädchen rosa, Jungs blau),sodass kein Müll anfällt , was sehr zu begrüßen ist .
Frisch gestärkt gehen wir auf die 2. Runde. Geändert hat sich noch nichts . Immer noch peitschen uns Wind und Regen ins Gesicht. Das ist aber nicht mehr so schlimm. Wir wissen ja, dass der Rückweg wieder wunderschön wird. So beenden wir gut gelaunt Runde 2. Ein Drittel ist geschafft.

Ab Runde 3 bessern sich Wetter und Stimmung

Auf der 3. Runde kommt dann der Wetterwechsel . Die Regenschauer werden kürzer, der Wind lässt auch nach. Unsere Laune passt sich dem Wetter an und wird auch besser. So ist die 3. Runde schnell um und die Hälfte geschafft.
Alle wir und auf die 4. Runde machen, kann man sogar ganz kurz die Sonne erahnen. Aber leider zieht der Himmel wieder zu. Sehr schade , hatten wir und doch in dieser Runde einen tollen Sonnenuntergang über der Hallig erhofft. Aber immerhin ist es fast trocken.
Der Autoverkehr nimmt jetzt aber zu. Es sind doch einige Leute im Auto unterwegs zu Hallig, um das Biikefeuer zu genießen. Jetzt heißt es aufmerksam sein. Trotzdem überstehen wir die Runde ohne Probleme und wir sind über 30 Kilometer angelangt.

Punkt 6 Uhr wird das Feuer entzündet.

Voller Vorfreude gehen wir in Rund fünf. Unser Timing ist gut, Wenn wir das Tempo halten , sind wir genau zur Entzündung des Feuers auf der Hallig. Und es klappt perfekt . Aus 400 Metern laufen wir auf das frisch entzündete Feuer zu zu , das schlagartig eine Höhe von einigen Metern erreicht. Ein gigantischer Funkenflug steigt weit in die Höhe und breitet sich in alle Richtungen aus.Was für ein Anblick vor dem sich schnell verdunkelnden Himmel und der Hamburger Hallig im Hintergrund ! Die letzten Meter legen wir staunend mit offenen Mund zurück.
Am Feuer angekommen lassen wir uns richtig Zeit. Wie genießen die Wärme des Feuers, denn es ist inzwischen empfindlich kalt geworden. Aber dann müssen wir doch weiter. Nach dem obligatorischen Erinnerungsfoto starten machen wir uns auf den Weg zum Festland.
Im letzten Rest des Tageslichts erreichen wir den VP. Hier treffen wir noch den Sieger Benjamin Bauer (4:22:22 Std. ), der es schon geschafft hat. Wir dürfen noch eine Runde Laufen.

Schwarze Nacht

Auf den letzten 7,7 Kilometern ist wieder alles anders. Wir haben die Stirnlampen klar gemacht , denn es ist jetzt richtig dunkel. Auch Nebel und Rauch sind aufgezogen. Man sieht ohne Lampe keinen Meter weit. Da auch kein Auto weit und breit zu sehen ist,orientieren wir uns an der Fahrspur. Wir sind froh, das nach 2 Kilometern wieder das Feuer zu sehen ist. Das beflügelt uns geradezu . Am Feuer ist schon deutlich kleiner geworden. Viele Leute haben sich in die Hallig zurück gezogen. Es riecht nach Tanne, Rauch und Grünkohl. Wir wärmen uns ein letztes Mal am Feuer auf , dann machen wir uns auf das letzte Teilstück.
Hier treffen wir noch einmal auf Christian und Christine Schroeder und begleiten sie ein Stück. Sie haben noch ein gutes Stück mehr vor der Brust und versprühen trotzdem gute Laune. Christian erzählt mir von seinen vielen besonderen Läufen, die er schon bewältigt hat. Ich könnte noch viel länger zuhören.
Aber die Kälte zieht uns in die Klamotten. So bedanken und verabschieden uns und setzen zum Endspurt an.
Nach 5:46:37 Std. ist das Abenteuer für Birgit und mich beendet. Birgit siegt in der Frauenwertung , ich werde 4.Mann, aber das nur der Form halber.
Gut das wie zu zweit sind. So hängen wir uns bei unserer privaten Siegerehrung die Medaillen gegenseitig um und stoßen mit Kola an. Wieder einmal haben wir als tolles Team funktioniert. Schön für mich so eine Laufpartnerin gefunden zu haben.

Das war ein außergewöhnliches Lauferlebnis für uns. Und dabei war es viel abwechslungsreicher als gedacht. In der Ferne sehen wir Christian und Christine kommen. Winkend bedanken wir uns noch Mal und laufen dann zum Auto.
Besonders Birgit hat die Kälte zugesetzt . Ihr klappern im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne.Aber Wechselklamotten und die Autoheizung retten und dann Beide.
Durch die schwarze Nacht machen wir uns dann auf Weg nach Husum zu unseren Quartier.
Für Stadtmenschen wie uns gleich das nächste Abenteuer. Aber das ist eine andere Geschichte.

Alle Ergebnisse :
https://my6.raceresult.com/91659/results?lang=de

Autor:

Ralf Schuster aus Essen-Steele

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