Einsatz von Therapie-Robben in Essen
Stiftung „Füreinander Leben“ zieht positive Bilanz

Robbe Lotte auf dem Schoß einer Bewohnerin. | Foto: Katholische Pflegehilfe

Irmi und Lotte, zwei Sattelrobbenbabys aus Plüsch, unterstützen seit einem guten halben Jahr die Behandlungsunterstützung von demenzkranken Menschen. Ermöglicht werden die Therapie-Robben durch die Stiftung „Füreinander Leben“. Diese robotergestützten Kuscheltiere fördern die soziale Interaktion und werden insbesondere in den kooperativen Einrichtungen und ambulanten Gruppen der Katholischen Pflegehilfe eingesetzt.

Täglich erkranken rund 100 Menschen in Deutschland an einer Form der Demenz. Diese chronische Beeinträchtigung des Gehirns erschwert die differenzierte Sinneswahrnehmung und geht mit Einbußen im Denk- und Sprachvermögen sowie in Bewegungsabläufen und sozialer Interaktion einher. Hier setzte die Stiftung „Füreinander Leben“ an und investierte in die beiden modernen Therapie-Robben.

In den Sattelrobbenbabys aus Plüsch verbirgt sich eine Vielzahl hochsensibler Sensoren. Diese ermöglichen es den Kuscheltieren, Bewegungen auszuführen, Licht und Dunkelheit zu erkennen oder Geräusche und Temperaturen wahrzunehmen. Besonders wertvoll für das Schaffen von Interaktionsanreizen im Therapieverlauf ist aber auch ihre Fähigkeit, Berührungen zu erspüren und Stimmen zu erkennen. Somit ist es den Robben dank der modernen Technik möglich, sich ihrem sozialen Umfeld und dem Umgang des jeweiligen Nutzers anzupassen und entsprechend darauf zu reagieren. Streichelt ein Patient beispielsweise das weiche, flauschige Fell, klimpert die Robbe mit ihren großen schwarzen Knopfaugen, quietscht glücklich oder wackelt vergnügt mit der Schwanzflosse.

„Die soziale Interaktion ist essentiell für einen erfolgreichen Therapieverlauf“, erklärt Markus Kampling, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Füreinander Leben. „Wir sind froh, dass die Stiftung mit der Investition in diese moderne Therapie-Technik eine weitere Komponente in das Behandlungsspektrum der Essener Einrichtungen einbringen konnte. Der Einsatz von Irmi und Lotte wird als Unterstützung des persönlichen Kontakts zwischen Patient und Pflegepersonal eingesetzt und leistet somit einen wertvollen Beitrag in der Begleitung von Demenzpatienten.“

Aktuell unterstützt Lotte das Therapieprogramm im Seniorenzentrum St. Martin in Essen-Rüttenscheid. Die Robbe Irmi hat zur Zeit Ihren Einsatz in den Demenz- Wohngemeinschaften der Mesanus GmbH. Auch in den Einrichtungen der Katholischen Alten- und Pflegeheime Essen mGmbH und der Nikolaus Groß GmbH fanden die Therapie-Robben Lotte und Irmi bereits Anwendung. Die Stiftung Füreinander Leben freut sich über das rege Interesse der Einrichtungen an den beiden Therapie-Robben.

Auch wenn die Bewohnenden der Einrichtung wissen, dass Irmi und Lotte nicht echt sind, erfahren sie eine hohe Akzeptanz und lassen positive Auswirkungen auf die älteren und kranken Menschen erkennen, so die Katholische Pflegehilfe. „Mit der Ansprache einfacher Sinnesempfindungen, die ursprünglich in den frühen menschlichen Entwicklungsstadien erworben wurden, lässt sich beispielsweise ein erleichterter Einstieg in die Kommunikation mit den häufig in sich gekehrten Patienten erkennen. Ebenfalls kann diese Therapieform wichtige Impulse für die Stärkung des Sozialverhaltens schaffen“, schließt Ute Bressler, Vorstandsvorsitzende der Stiftung "Füreinander Leben".

Autor:

Lokalkompass Essen-Süd aus Essen-Süd

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