Grüne regen an: Essen soll wieder eine Kompostierungsanlage bekommen

So wie bis zum Jahr 2000 auch in Essen können Bürger an Kompostierungsanlagen anderer Kommunen Kompost erwerben.
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  • Foto: Menke, lokalkompass.de
  • hochgeladen von Sabine Pfeffer

In Essen sollen Bioabfälle besser verwertet werden als bisher - von privat und vor allem von der Stadt. Das wünschen sich die Grünen und stellen einen entsprechenden Antrag im Umweltausschuss.

 

Am 6. November berät das Gremium über den Antrag der Ratsfraktion, die Verwaltung mit der Prüfung verschiedener Möglichkeiten zu beauftragen. Ins Gespräch bringen die Grünen eine Pflicht-Biotonne zumindest für bestimmte Stadtbezirke, verbunden mit einer Gebührensenkung, um einen besseren Anreiz zu bieten. Ferner sollen Grundstücksbesitzer, die Grünabfälle selber kompostieren, gefördert werden. Vor allem aber soll geprüft werden, ob die Stadt wieder eine eigene Kompostierungsanlage einrichten soll. Genauer: eine "Vergärungsanlage mit Biogas-Nutzung und anschließender Kompostierung".

Frühere Anlage war an der Lützowstraße

Ältere erinnern sich: Die Stadt verfügte einst über eine Kompostierungsanlage an der Lützwostraße nahe der nördlichen Innenstadt. An diese erinnern auch die Grünen, doch seit Stilllegung dieser Anlage im Jahr 2000 werden Garten- und Parkabfälle zwar über die Biotonne etc. gesammelt, dann aber in Kompostierungsanlagen außerhalb Essens verwertet. Eine nicht unbedingt umweltfreundliche Vorgehensweise. Eventuell, so wird in dem Antrag eingeräumt, kann man sich dafür aber mit anderen Kommunen zusammenschließen.

In der Grünen Hauptstadt wird zu wenig Biomüll erfasst

Mit einem konsequenteren Vorgehen in Sachen Verwertung vor Ort ließe sich vielleicht auch die Abfallmenge steigern. Wie die Fraktion anführt, liegt Essen in der Hinsicht nicht gerade an der Spitze. Laut NRW-Umweltministerium werden hier "deutlich weniger Mengen an Bio- und Grünabfällen erfasst als in anderen Großstädten", mahnen die Kommunalpolitiker. Mit 58 kg je Einwohner und Jahr liegt Essen deutlich unter dem NRW-Mittelwert (66 kg) und mit noch größerem Abstand unter dem Leitwert des Ministeriums (70 kg).
Vom Zielwert für das Jahr 2021 noch gar nicht zu reden. Da sollen es möglichst 90 kg je Einwohner sein. In der Grünen Hauptstadt bleibt also noch eine Menge zu tun.

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