Universitätsklinikum Essen
Verfahren eingestellt: Gutachten bestätigt Transplantationsmediziner

Im September 2018 kam der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Essener Universitätsklinikum kurzzeitig in Untersuchungshaft und wurde zunächst von seinen dienstlichen Pflichten freigestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens wegen des Verdachts nicht-indizierter Lebertransplantationen. Jetzt wurden die strafrechtlichen Ermittlungen endgültig eingestellt.

Der Haftbefehl war schon zwei Wochen nach Beginn der Untersuchungshaft später unter Auflagen außer Vollzug gesetzt und im Januar 2019 aufgehoben. Anfang Februar war der Mediziner unter Einbezug der Staatsanwaltschaft Essen, zweier Landesministerien und der Bezirksregierung Düsseldorf wieder an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt, teilt das Uniklinikum mit.

Zweites Gutachten bringt Klarheit

Hintergrund dieser Entwicklung sei das Ergebnis eines von der Staatsanwaltschaft Essen beauftragten, zweiten Gutachtens eines Transplantationsexperten. Dieser habe in sämtlichen 91 geprüften Fällen die Transplantation als medizinisch vertretbare indizierte Behandlungsmethode bestätigt. Aufgrund dieser Bewertung seien die zunächst von der Staatsanwaltschaft angenommenen schwerwiegenden strafrechtlichen Vorwürfe entkräftet worden. Drei weitere, vom Universitätsklinikum Essen beauftragte Medizingutachter seien zum selben entlastenden Ergebnis gekommen.
Der Ärztliche Direktor der Universitätsklinik, Prof. Jochen A. Werner, betont: "Unter dem Strich sind damit sämtliche schwerwiegenden Vorwürfe des Erstgutachters entkräftet worden."

Die vereinzelt festgestellten Verstöße gegen Dokumentations- und Mitteilungspflichten in den Jahren 2012 bis 2015 seien von der Klinikleitung umgehend im Rahmen einer bereits begonnenen strukturellen Reorganisation aufgearbeitet worden.

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