Gelassen bei Anfeindungen von Rechts – Vierter Workshop „Together in Essen“ im Mai 2018

Essen, den 08.05.18 – Am 12.05.18 führt „Together in Essen“ (TiE) die kostenlose Workshop-Reihe gegen Alltagsrassismus − nach Prof. Klaus-Peter Hufer − weiter. Dieses Mal im Bürgerzentrum Villa Rü (Aula, 1. Etage), Giradetstr. 21, 45131 Essen-Rüttenscheid. Die Teilnehmerzahl für den Workshop ist begrenzt. Um Anmeldung wird gebeten.

„Geh’ nach Hause“ oder „Alle Muslime schlagen ihre Frauen!“, sind Parolen, denen Zugewanderte oft begegnen. In insgesamt vier Workshops mit verschiedenen ReferentInnen können sich EssenerInnen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen gegen Stammtischparolen stark machen. Das Ziel der Trainingsreihe ist die Förderung eines friedlichen Miteinanders in Essen.

Das praxisorientierte Argumentationstraining in Kooperation mit der Stadt Essen und gefördert vom Bundesministerium des Inneren, leitet die österreichische Historikerin und Politikwissenschaftlerin Dr. Marion Wisinger. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit politischer Bildung und Menschenrechten.

In angeleiteten Rollenspielen am simulierten Stammtisch, bringt sie die TeilnehmerInnen dazu, Menschenrechtsverletzungen und Rassismus in Denken und Handeln aufzudecken und ein stärkeres Bewusstsein für Diskriminierung zu schaffen. Dazu appelliert sie ganz bewusst, auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen und seinem Gegenüber wirkliches Interesse zu zeigen bzw. ihn verstehen zu wollen.

Ein Erstarken der Rechten führe gesamtgesellschaftlich zu einer Zunahme aggressiver, zugespitzter Äußerungen. „Das, was man früher noch als diskussionswürdig gesehen hat: `Wie ist denn das mit den Asylbewerbern?`, `Welche Möglichkeiten gibt es?‘, ist einem Common Sense gewichen, der lautet: Grenzen zu, abschieben, bestrafen, einsperren“, so Wisinger. Die Österreicherin spricht aus eigener Erfahrung; hat sich doch das politische Klima in ihrem Land seit der Koalition aus Österreichischer Volkspartei (ÖVP) und Freiheitlicher Partei Österreichs (FPÖ) in den letzten Monaten extrem zugespitzt. Gerade ein derartiges Klima verschärft noch die Situation und wirkt sich auch auf die Dynamik von Alltagsdiskussionen und Stammtischrunden aus.

Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen werden während der Trainings Strategien erarbeitet, um in Situationen, in denen pauschalisierende und abwertende Äußerungen gemacht werden, gelassener zu bleiben und so zu argumentieren, dass ein Gespräch auf Augenhöhe eine Chance bekommt. „Wir brauchen Hintergrundwissen, um uns mit den Vorgängen innerhalb der Gesellschaft zu beschäftigen, sonst können wir solche Diskussionen nicht führen“, so die promovierte Politikwissenschaftlerin weiter. Das Konzept im Umgang mit Parolen am Stammtisch von Prof. Hufer, das Wisinger anwendet, bleibt dabei möglichst nah an der Erfahrungswelt der TeilnehmerInnen.

Um Anmeldung für den Workshop wird gebeten, unter www.immigrantenverbund.de.
Der Workshop ist für die TeilnehmerInnen kostenlos. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

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